Dänemark kompakt

Der Nachrichtenüberblick am Dienstag

DN
Apenrade/Aabenraa
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Wissen, was in Dänemark läuft – die wichtigsten Nachrichten des Tages im Überblick.

Trockenheit: Weniger Vorschriften bei ökologischer Landwirtschaft

Eine politische Mehrheit im dänischen Parlament begrüßt einen Vorschlag der dänischen Landwirtschaft und setzt sich wegen der anhaltenden Dürre und dem damit verbundenen Futtermangel entsprechend für weniger Vorschriften bei der ökologischen Landwirtschaft ein. Unter anderem soll es den Bio-Landwirten beim Tierfutter ermöglicht werden, den Grobfutteranteil zu senken, ohne den Bio-Status zu verlieren. Das berichtet das Umwelt- und Nahrungsmittelministerium in einer Pressemitteilung.

„Die Landwirtschaft steht in einer verzweifelten Situation. Deshalb wollen wir mit einer Reihe von Initiativen den Landwirten helfen, Futter für ihre Tiere zu besorgen”, erklärt Umwelt- und Nahrungsmittelminister Jakob Ellemann-Jensen (Venstre).

Gesundheitsschädlich: Jugendliche spritzen sich Paraffinöl

Um der Nacken- oder Brustmuskulatur zusätzliches Volumen zu geben, spritzen sich immer mehr jugendliche Bodybuilder Paraffinöl. Doch das ist lebensgefährlich, warnt der Oberarzt des Uniklinikums in Roskilde, Peter Marckmann.

„Sie (die Jugendlichen, Red.) kommen zu uns mit ernstzunehmenden Symptomen wie eingeschränkter Nierenfunktion oder einem geschädigten Kalkhaushalt. Der Körper nimmt daraufhin mehr Kalk durch die Ernährung zu sich und das gelangt in die Blutbahnen”, so Marckmann zur Tageszeitung Dagbladet Roskilde. Bisher musste er fünf Patienten mit Paraffinschäden behandeln.

Trotz Regens: Feuerverbot bleibt bestehen

Obwohl es an einigen Orten in Dänemark bereits geregnet hat und es laut den Meteorologe von DMI auch am Mittwoch vielerorts Niederschlag geben soll, gilt das Feuerverbot in Dänemark weiterhin in allen Kommunen. Darauf weist die dänische Bereitschaft ausdrücklich hin, die nach eigener Aussage viele Anfragen von Bürgern bekommen hat, ob das Verbot aufgehoben sei. Der Boden sei trotz kurzer Regenschauer weiterhin sehr trocken, daher bestehe immer noch große Brandgefahr, sagt Bjarne Nigaard von der dänischen Bereitschaft.

PLO warnt vor größerem Ärztemangel als angenommen

Im Jahr 2030 werden in Dänemark deutlich mehr Ärzte fehlen als bisher angenommen. Das zeigen neue Analysen der Organisation für praktizierende Ärzte, PLO. Demnach werden in rund 12 Jahren 5.000 Mediziner in Dänemark fehlen, 1.600 mehr als bisher angenommen. Die PLO fordert die Regierung deshalb auf für genügend Nachwuchs zu sorgen. Die Regierung selbst hat bereits vorgeschlagen 2019 und 2020 30 zusätzliche Ärztestellen einzurichten, doch dies ist laut PLO bei weitem nicht genug. Die Organisation fordert für 2019 die Zahl der Plätze um 50, im Jahr darauf nochmals um 75 und in den Jahren von 2021 bis 2027 jährlich um 100 Stellen zu erhöhen.

Ältestes Brot der Welt gefunden

Erst das Brot, dann der Acker? Dänische Archäologen haben gemeinsam mit englischen Kollegen 14.400 Jahre alte Teigreste in Jordanien gefunden. Die Funde werfen ein neues Licht auf die Geschichte der Landwirtschaft: Offenbar backten die Menschen schon Brot, bevor sie Getreide anbauten. Die Forscher sind begeistert.

Dänemark blockiert deutschen Naturschutz in der Nordsee

Deutschland versucht derzeit fünf Bereiche in der Nordsee besser zu schützen und die Fischerei in diesen besser zu regulieren. Zum Beispiel will die Bundesrepublik, dass die Netzfischerei an diesen Stellen verboten wird, um zu verhindern, dass Schweinswale als Beifang im Netz landen. Dänemark hält davon hingegen nichts, sodass Beamte des Außenministeriums konsequent die deutschen Pläne bei der EU blockieren, um dänische Fischereiinteressen zu wahren. Die Grünen-Politikerin Steffi Lemke hat das Thema nun im Bundestag auf den Tisch gebracht. Aus Dokumenten, die der Zeitung Information vorliegen, geht hervor, dass es sich bei den dänischen Fischereiinteressen unter anderem um den Sandaalfang handelt, der jährlich rund 1,5 bis 23 Millionen Kronen Volumen hat. Kritik bekommt das dänische Außenministerium dafür nicht nur aus Deutschland, sondern auch aus dem eigenen Land. Der Sprecher für Umweltpolitik der Einheitsliste, Øjvind Vilsholm, nennt es absurd, solche Interessen so strikt zu verteidigen. „1,5 Millionen Kronen oder etwas mehr sind nichts, wenn man die Umwelt schützen kann“, so Vilsholm zu Information.

Freizeitsegler kennen Regeln nicht

Das Wetter lockt in diesen Tagen viele Menschen auf ihre Segelboote – und auf die dänischen Gewässer. Nun beklagt der Interessenverband der dänischen Reedereien (Danske Reederi), dass zu viele Freizeitsegler die Regeln nicht kennen und es deshalb zu gefährlichen Situationen auf dem Wasser kommt. „Wir bekommen immer öfter Berichte von unter anderem Fährkapitänen, die auf die vielen Menschen auf dem Wasser achten müssten. Oft ist es notwendig geworden, das Schiffshorn einzusetzen, um andere Wasserverkehrsteilnehmer zu warnen”, sagte Jacob K. Clasen, Direktor bei Danske Reederi gegenüber DR P4. Auch die Wasserschutzpolizei ist durch die vielen Schiffe und Boote aufmerksamer. Von dort wird berichtet, dass vergleichsweise viele Strafzettel an Freizeitsegler oder Sportbootfahrer verteilt wurden.

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