Dänemark kompakt

Der Nachrichtenüberblick am Dienstag

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Der Nachrichtenüberblick am Dienstag

DN
Apenrade/Kopenhagen
Zuletzt aktualisiert um:
Gebete in Negombo, zwei Tage nach den Anschlägen auf Sri Lanka Foto: Ritzau Scanpix/REUTERS/Thomas Peter

Wissen, was in Dänemark läuft – die wichtigsten Nachrichten des Tages im Überblick.

Rüge für Eva Kjer

Fischereiministerin Eva Kjer Hansen (Venstre) ist während einer Sitzung des Umwelt- und Nahrungsmittelausschusses im Folketing für ihr Vorgehen im Fall der Muschelfischerei im Großen Belt gerügt worden. Die im parlamentarischen Sprachgebrauch als „Nase“ bezeichnete Rüge sei „eine ernste Angelegenheit, weil sie erst vor wenigen Monaten eine ,Nase' bekommen hat“, so Ib Poulsen, fischereipolitischer Sprecher der Dänischen Volkspartei. Die „Nase“ wird ausgesprochen, wenn eine Stützpartei der Regierung einen Minister nicht stürzen, jedoch auf eine überschrittene Grenze hinweisen möchte. Die Zeitung „Berlingske“ hatte aufgedeckt, dass die Behörden bestimmten Fischereikonzernen Vorzüge beim Zugang zu Fischgründen gegeben haben. ritzau/cvt

Zeitung: Bestseller-Besitzer in Sri Lanka im Krankenhaus

Ein Mitglied der Familie Holch Povlsen, die am Sonntag bei einem Bombenanschlag auf Sri Lanka drei Kinder verloren hat, war in ein örtliches Krankenhaus eingeliefert worden. Das bestätigt der dänische Botschafter in Indien, Peter Taksøe-Jensen, laut „Ekstra Bladet“. Inzwischen sei die Person wieder nach Dänemark gereist, so der Botschafter, der in Sri Lanka ist, um dort dänische Staatsbürger zu beraten. „Ekstra Bladet“ schreibt, dass es sich um Anders Holch Povlsen, unter anderem Besitzer des Bestseller-Konzerns, handelt. Das Unternehmen wollte den Bericht nicht bestätigen. ritzau/cvt

Richter: Einzelner Obdachloser ist kein „Lager“

In zweiter Instanz hat ein obdachloser Mann aus Rumänien Recht bekommen: Das Kopenhagener Stadtgericht hatte ihn zuvor für schuldig befunden, ein illegales „Unsicherheit schaffendes Lager“ errichtet zu haben. Jetzt hat das Östliche Landgericht entschieden: Es sei nicht bewiesen, dass der Mann im Sinne des Gesetzes ein Lager etabliert hatte. Etwa 14 Tage lang hatte der Obdachlose im Januar 2018 auf der Købmagergade in Kopenhagen übernachtet und sich mit Pappen, Teppichen, Decken, Kissen und Schlafsack eingerichtet. Eines Morgens wurde er von Polizisten geweckt, die Fotos machten. Der Mann schlief auf der Straße, nachdem er in der Lotterie um die Schlafplätze in einer Herberge kein Glück gehabt hatte. ritzau/cvt

Gewerkschaften fordern noch mehr Krankenpfleger

2.000 Krankenschwestern mehr soll es bis 2022 geben. Darauf hat sich die Regierung zusammen mit der Dänischen Volkspartei (DF) geeinigt, und das Vorhaben in die neue Gesundheitsinitiative eingearbeitet. Von der Krankenpflegergewerkschaft wird das jedoch mit kritischen Augen betrachtet, denn von den 2.000 Auszubildenden werden, ihrer Prognose nach, nur knapp 1.100 ihr Examen machen. Deshalb hat die Gewerkschaft zusammen mit dem Bund der Ausbildungskrankenpfleger 19 konkrete Punkte ausgearbeitet, die zusätzlich zu den 2.000 neuen Pfleger der Gesundheitsinitiative 2.400 neue Krankenpfleger bringen soll. Die Vorschläge kommen bei den Sozialdemokraten und DF, die außerhalb der Regierung eine politische Mehrheit im Folketing bilden, gut an. Auch die Sozialistische Volkspartei (SF) aus dem Oppositionskreis möchte unter anderem den Umprioritierungsbeitrag abschaffen. ritzau/jrp

Paludan-Demo auf Blågards Plads verboten

Die Demonstration des islamfeindlichen Aktivisten Rasmus Paludan auf dem Blågårds Plads im Kopenhagener Stadtteil Nørrebro ist verboten worden. Ursprünglich sollte die Demo am Dienstag um 16.01 Uhr beginnen. Er habe eine neue Demonstration für Mittwoch, 17 Uhr, angemeldet, so Paludan. „Ich werde solange anmelden, bis ich die Erlaubnis bekomme“, so der umstrittene Agitator, der kürzlich wegen Rassismus verurteilt wurde. Er habe Demonstrationen an mehreren Orten in Kopenhagen angemeldet – ohne eine Erlaubnis zu bekommen. Lediglich am Tårnby Gymnasium auf Amager darf er am Dienstag um 17 Uhr demonstrieren. Laut Polizei sei die Bedrohungslage am Blågårdsplatz zu hoch. ritzau/cvt

Eis auf Grönland schmilzt schnell

Das Inlandeis auf Grönland ist 2018 fast sechsmal so schnell geschmolzen wie in den frühen 1980ern. Zu diesem Schluss kommt ein internationales Forschungsprojekt, das die Menge des Eises berechnet hat, das seit 1972 auf Grönland geschmolzen ist. In jenem Jahr begannen die ersten Landsat-Satelliten damit, Aufnahmen des dänischen Territoriums zu machen. Am Montag wurde das Projekt im Wissenschaftsmagazin PNAS veröffentlicht. Die Forscher, unter anderem von der Kopenhagener Universität, meinen nachweisen zu können, dass alleine das auf Grönland geschmolzene Eis dazu beigetragen hat, dass die Weltmeere um 13,7 Millimeter angestiegen sind. ritzau/cvt

Optimistische Dänen konsumieren zurückhaltend

Das Vertrauen der Menschen in Dänemark in die eigene und die wirtschaftliche nähere Zukunft bleibt unverändert optimistisch. Dennoch wird es immer populärer, Geld zur Seite zu legen, anstatt es auszugeben. Das zeigt der Verbrauchervertrauensindex der dänischen Statistikbehörde Danmarks Statistik. Von März auf April ist der Index von 3,8 auf 3,7 gefallen. „Es ist nicht verwunderlich in Zeiten, wo die Überschriften von abnehmenden globalen Wachstum und fehlenden Lösungen beim Handelskrieg und beim Brexit handeln“, sagt Christian Overvad, Ökonom bei Arbejdernes Landsbank. ritzau/cvt

Nur wenige reisen frühzeitig aus Sri Lanka ab

Nach den Bombenanschlägen im Inselstaat Sri Lanka, die 310 Menschen das Leben gekostet haben, hat nur eine Minderheit der dänischen Touristen dort seinen Urlaub abgebrochen. Wie Lars Thykier, Direktor des Reisebüro-Branchenverbandes DRF, mitteilt, hätten weniger als 100 der derzeit rund 700 dänischen Urlauber von dem Angebot der Reiseveranstalter Gebrauch gemacht, früher als geplant nach Dänemark zurückzukehren. Von einer Evakuierung könne gar keine Rede sein, so Thykier. Insgesamt halten sich laut Außenministerium zwischen 1.000 und 2.000 Dänen auf Sri Lanka auf, jährlich sind es um die 20.000. ritzau/cvt

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