Dänemark kompakt

Der Nachrichtenüberblick am Dienstag

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Der Nachrichtenüberblick am Dienstag

DN
Apenrade/Aabenraa
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Foto: Ritzau Scanpix

Streit um den Namen Ørsted, Sozialdemokraten steigen aus Vereinbarung aus: Wissen, was in Dänemark läuft – die wichtigsten Nachrichten des Tages im Überblick.

Gesundheitspolitik: Alternative verlassen Verhandlungen

Die Alternativen haben die Verhandlungen zu einer neuen Gesundheitsreform verlassen. Das berichtet die Nachrichtenagentur Ritzau. Eine unsichere Wirtschaftlichkeit, zu wenig Demokratie und zu viel politische Eile sind laut dem Parteivorsitzenden Uffe Elbæk die Gründe, die zum Bruch mit der Regierung und Dänischer Volkspartei geführt haben. „Weder die Patienten noch die fleißigen Mitarbeiter im Gesundheitswesen haben eine Reform, die so schnell vor der kommenden Parlamentswahl durchgestimmt werden soll, nötig“, so Elbæk. Die weiteren Verhandlungen am Mittwoch werden demnach ohne die Alternative stattfinden.

Die Börse am Dienstag

Mit einem Plus von 0,3 Prozent hat am Dienstag die Kopenhagener Leitbörse geschlossen. Der C25-Cap-Index stand am Abend bei 1.113,9. Ein Zugpferd war die Lundbeck-Aktie, sie kletterte um 2,7 Prozent auf 305,20 Kronen, während Novozymes-Papiere um 1,7 Prozent stiegen und bei 298,40 Kronen aus dem Handel gingen. Vestas-Anteilsscheine verloren um 0,8 Prozent und notierten bei 537,40 Kronen.

Fallschirmunfall: Dänischer Elitesoldat verstorben

Bei einer Übung in den USA ist ein dänischer Elitesoldat (Jægersoldat) ums Leben gekommen. Das berichtet das dänische Militär in einer Pressemitteilung. „In der Nacht habe ich die bedauernswerte Meldung bekommen, dass einer unserer Soldaten beim Fallschirmspringen in einem Unfall verwickelt war und ums Leben gekommen ist. Ich möchte der Familie mein tiefstes Mitgefühl aussprechen“, so Generalmajor Peter Boysen, Chef des Spezialkommandos. Bisher sei noch unklar, wie es zum Unfall kommen konnte. Das Militär wollte sich zum Ort und Zeitpunkt des Unfalls nicht äußern, so die Nachrichtenagentur Ritzau.

Geschlechtsneutrale Ampeln auf der Tagesordnung

Was haben London, Manchester, München und Köln gemeinsam? Sie sind alle für die Einführung von geschlechtsneutrale Ampelfiguren, berichtet die Tageszeitung Kristeligt Dagblad. Auch in Dänemark kommt die Idee in mehreren Stadtratssälen gut an.

Keine Rüge für Lykketoft

Der Parlamentsabgeordnete Mogens Lykketoft (Sozialdemokraten) erhält keine Rüge, dies teilte die Parlamentsvorsitzende Pia Kjersgaard mit. Pernille Schnoor (Alternative) hatte sich über Lykketoft beschwert, weil der sie, so Schnoor, während eines Frühstücks im Parlament bedroht habe. „Wenn ihr die Vereinbarung eingeht, schlag ich dich tot“, soll er laut Schnoor gesagt haben, die den Satz twitterte. Mit der Vereinbarung ist die Zustimmung zur Gesundheitsreform gemeint. Auf Twitter bestritt Lykketoft den Satz nicht direkt, nannte ihn eine „heitere Bemerkung“. Die Parlamentsvorsitzende begründet ihre Entscheidung damit, dass Aussage gegen Aussage stehe. Man wünsche allerdings einen anständigen Ton im Parlament.

Ørsted gegen Ørsted

Im Herbst 2017 wechselte der Energiekonzern Dong Energy seinen Namen und wurde zu Ørsted, um nach eigener Aussage den bekannten dänischen Physiker und Chemiker (1777-1851) zu ehren. Dagegen wehren sich die Nachkommen des Naturwissenschaftlers juristisch. Sie empfinden den Namenswechsel als unrechtmäßig und geschmacklos. Am heutigen Dienstag beginnt die Verhandlung vor dem See- und Handelsgericht. Laut der Zeitung „Berlingske“ stehen die Chancen, den Streit zu gewinnen, für die Familie nicht schlecht. Die Zeitung führt eine Praxis der Patent- und Markenbehörde an, die es Unternehmen verbietet, einen seltenen Namen zu gebrauchen. Da es etwa 1200 Ørsteds gibt und die Grenze dem Namensgesetz nach bei 2000 liegt, könnten die Nachkommen Recht bekommen.

Fischfarmen: Sozialdemokraten ändern Kurs

Die Sozialdemokraten unterstützen nicht länger den Bau größerer Fischfarmen (havbrug). Damit ziehen sie sich aus einer zwei Jahre alten Vereinbarung mit der Regierung und der Dänischen Volkspartei zurück. Die Stickstoffbelastung sei nicht wie erwartet gefallen, deshalb brauche Dänemark keine größeren Fischfarmen, so der fischereipolitische Sprecher der Sozialdemokraten, Simon Kollerup. Er bemängelt die seiner Ansicht nach schlechte behördliche Aufsicht der Fischfarm-Unternehmen. Die Sozialdemokraten wollen sich nun für umweltfreundliche Aquakulturen einsetzen. Der Kurswechsel findet den Beifall des dänischen Sportfischerverbandes. „Besser spät als nie“, so der Kommentar des Sportfischer-Vorsitzenden Verner W. Hansen, der ebenfalls auf die Belastung des Wassers durch die Fischaufzuchtanlagen hinweist.

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