Dänemark Kompakt

Der Nachrichtenüberblick am Dienstag

Der Nachrichtenüberblick am Dienstag

Der Nachrichtenüberblick am Dienstag

DN
Apenrade/Aabenraa
Zuletzt aktualisiert um:
Drei bis sieben Tage nach der Ansteckung mit Masern kriegt man Pusteln am ganzen Körper. Foto: dpa

Wissen, was in Dänemark läuft – die wichtigsten Nachrichten des Tages im Überblick.

Vorratsdatenspeicherung: TDC will Klarheit

Dänemarks größter Telekommunikationskonzern TDC fühlt sich als Spielball der Behörden im Fall der Vorratsdatenspeicherung von Mobiltelefon-Kunden. Mit den derzeitig geltenden Vorschriften könne ein genaues Bild des Verhaltens einzelner Personen nachgezeichnet werden, teilt das Unternehmen der Nachrichtenagentur Ritzau mit. Dies sei „unhaltbar“.
Am Montag war bekannt geworden, dass TDC jahrelang bis Ende 2018 registrierte, mit welchen Mobilfunkmasten die drei Millionen Kunden verbunden waren, wenn sie mobile Daten nutzten. Die Gewerbebehörde hatte dies bewilligt, laut Datenschutzbehörde ist dies jedoch illegal.
Nachdem letztere Behörde dies im Oktober 2018 TDC mitgeteilt hatte, stellte das Unternehmen die entsprechenden Maßnahmen ein. Auch der EU-Gerichtshof hält die Regelungen für gesetzeswidrig. Dänemarks Justizminister Søren Pape Poulsen (Kons.) will das derzeitige Regelwerk jedoch nicht anpassen, sondern seit Jahren ein neues schaffen. Das existiert allerdings noch immer nicht. TDC fordert deshalb nun dazu auf, die Vorschriften zügig zu ändern.

Die (königliche) Familie im Mittelpunkt

Morgen vor genau einem Jahr ist Prinz Henrik gestorben. Seither sei das Kronprinzenpaar deutlich mehr in den Fokus gerückt als früher, sagt der Historiker Lars Hovbakke Sørensen von der Hochschule Absalon auf Seeland der Nachrichtenagentur Ritzau. Auch die Kinder von Mary und Frederik stünden inzwischen mehr im Rampenlicht, meint er. „Früher haben wir nie Interviews mit königlichen Kindern in so jungem Alter gesehen“, so Sørensen. Dass die junge Generation die Förmlichkeit ein wenig mehr abgelegt hat, habe auch auf die Königin ausgestrahlt, meint der Historiker.

Das Kronprinzenpaar mit Kindern im Sommer 2018 auf den Färöer-Inseln. Foto: Mads Claus Rasmussen/Ritzau Scanpix

Heitmann bedauert Folgen ihrer Fragen

Jane Heitmann, gesundheitspolitische Sprecherin der Partei Venstre, bedauert die Folgen ihrer 19 Fragen, die sie an das Wirtschafts- und Innenministerium gerichtet hatte. In ihnen erkundigte sich die Politikerin anonym, wieviel Geld die Regionen unter anderem für Zeitungen, Taxifahrten und Kurse ausgeben. Dies hat Parteikollegen verärgert, die die Gefahr sehen, dass die Diskussion zur Zukunft der Regionen eine unsachliche Richtung einschlägt. Sie habe sich nur für eine Debatte vorbereiten wollen, so Heitmann zur Nachrichtenagentur Ritzau.

Die Börse am Dienstag

An der Kopenhagener Börse ist es am Dienstag erneut aufwärts gegangen. Der C25-Index schloss bei 1.076,01 Zählern 1,2 Prozent höher als noch am Montag. Der Handel hat sich nach der vergangenen Bilanzwoche deutlich beruhigt – die Winterferien und positive wirtschaftspolitische Meldungen aus den USA trugen ihren Teil dazu bei, selbst das am Freitag abgestürzte Rockwool Papier erholte sich (plus 3,2 Prozent).

Nach Skiurlaub in Frankreich: Zwei Dänen mit Masern

Zwei dänische Staatsbürger haben sich auf ihrer Skireise in Val Thorens in Frankreich mit Masern angesteckt. Das berichtet der leitende Arzt beim staatlichen Seruminstitut, Peter Henrik Andersen. „In den beiden Fällen, die in dieser Woche festgestellt wurden, waren beide Personen in Val Thorens“, so Andersen. Ihm zufolge hatte das Institut am Montagabend die Information bekommen, dass in dem französischen Skigebiet mehrere Fälle von Masern waren. „Offenbar ist das Risiko einer Ansteckung in dem Gebiet derzeit hoch. Man sollte vor einem Urlaub in Val Thorens untersuchen, ob man geimpft worden ist“, so der Arzt. Er unterstreicht jedoch, dass es bis zu einer Woche dauern kann, bevor eine Impfung vor Masern schützt.

Abschaffung der Regionen: Venstre-Politikerinnen im Clinch

Der Kampf ums Überleben oder die Abschaffung der Regionen hat zwei Venstre-Politikerinnen auf die Barrikaden gebracht. In der Dienstagsausgabe der Zeitung Danmark hat die Vorsitzende der dänischen Regionen, Stephanie Lose (Venstre), die Dokumentation zu regionalen Unterschieden bei den Wartezeiten auf Operationen des Gesundheitsministeriums kritisiert.

Mehr sozial belastete Kinder in den Tagesstätten

In jeder fünften Tagesstätte in Dänemark stammen rund ein Viertel der Kinder aus sozial belasteten Familien. In 100 Fällen kämen gar 47 Prozent der Kinder aus solchen Familienverhältnissen. Das zeigen neue Zahlen des Kinder- und Sozialministeriums. Zahlen, über die die zuständige Ministerin, Mai Mercado (Konservative), entsetzt ist. „Ich bin überrascht, dass das Problem in solch vielen Institutionen vorhanden ist. Das ist ein Bereich, in dem wir verstärkt eingreifen müssen“, so die Ministerin zur Tageszeitung Politiken.

Neuer Bericht: Skat-Geldeintreibung läuft nicht rund

Die Abteilung für Geldeintreibung der dänischen Steuerbehörde Skat hat weiterhin massive Probleme. Das zeigt ein neuer Bericht der Reichsrevision, berichtet die Tageszeitung Berlingske. Vor mehreren Jahren hatte die Behörde eine große „Aufräumaktion“ nach dem Scheitern des neuen EFI-Eintreibungssystems, das dem Staat rund 116 Milliarden Kronen an verlorengegangenen Schulden gekostet hat, eingeleitet. Doch laut Reichsrevision hat die Behörde das Geldeintreiben nicht in den Griff bekommen. „Die Reichsrevision macht sich große Sorgen über den stetig wachsenden Betrag an öffentlichen Schulden, was zudem dem Vertrauen in die Steuerverwaltung schadet“, heißt es im Bericht der Reichsrevision.

Minister: Regionen verantwortlich für Sprachkenntnisse der Ärzte

Die Regionen seien dafür verantwortlich, dass das Gesundheitspersonal auf Dänisch mit den Patienten kommunizieren kann. Das meint die Regierung, nachdem der Ärzteverein am Montag dazu aufgefordert hatte, Ärzte aus dem Ausland im Bereich der Sprachanforderungen gleichzustellen. Bisher mussten Ärzte aus EU-Ländern nicht wie ihre Kollegen außerhalb Europas die Dänischprüfung 3 bestehen.

Lohnsteigungen in der Chefetage

Eine steigende Zahl von dänischen Unternehmen hat 2018 entschieden, ihren Chefs mehr Lohn auszuzahlen. Das berichtet die Wirtschaftszeitung Børsen. Am meisten verdient Carlsberg-Direktor Cees ´t Hart. 2018 verdiente er 52,5 Millionen Kronen. Demnach ist sein Lohn über die vergangenen zwei Jahre um 45 Prozent gewachsen, so Børsen. Auch bei weiteren Unternehmen sind die Löhne in der Chefetage gestiegen. DSV-Chef Jens Bjørn Andersen verdient ebenfalls 45 Prozent mehr als vor zwei Jahren. Der Lohn von Thomas Schultz, Direktor bei FLSmidth, ist innerhalb von zwei Jahren gar um 58 Prozent gestiegen, so Børsen.

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Volker Heesch
Volker Heesch Hauptredaktion
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