Dänemark Kompakt

Der Nachrichtenüberblick am Dienstag

DN
Apenrade/Aabenraa
Zuletzt aktualisiert um:
Mattias Tesfaye (Sozialdemokraten) Foto: Ida Guldbæk Arentsen/Ritzau Scanpix

Wissen, was in Dänemark läuft – die wichtigsten Nachrichten des Tages im Überblick.

Hummel bricht mit Afghanischen Fußballverband

Der dänische Hersteller von Sportbekleidung Hummel unterstützt nicht länger den Afghanischen Fußballverband AFF. Dies teilte das Unternehmen mit, das seinen Rückzug mit psychischen, körperlichen und sexuellen Übergriffen von Angestellten des AFF auf weibliche Spieler begründete. Man mache sich mit der Führung des AFF nicht gemein, so Hummel. Vor einer Woche wurde öffentlich, dass der AFF die Rechte weibliche Spieler in neuen Verträgen einschränken will. Hummel teilte mit, das Unternehmen wolle Frauenfußball in Afghanistan weiterhin unterstützen.

Die Börse am Dienstag

Große Unsicherheit – und dennoch ein leichtes Plus gab es am Dienstag auf dem dänischen Aktienmarkt. Der C25-Index landete bei 1.046,34 Punkten und legte somit 0,2 Prozent zu. Für Unsicherheit sorgte, dass über den zwischen den USA und China getroffenen 90-tägigen Handelsfrieden keine weiteren Details bekannt wurden.
Zum Plus trug vor allem Ørsted bei und landete bei 436,5 Kronen (plus 2,6 Prozent).

DMI: 2018 bricht den alten Sonnenscheinrekord von 1947

Nun ist es amtlich: In den 99 Jahren, in denen das Dänische Meteorologische Institut DMI das Wetter beobachtet und auswertet, hat es nie ein Jahr mit so viel Sonnenschein gegeben wie 2018. Der alte Rekord von 1947 mit 1878 Stunden Sonnenschein wurde am Dienstag kurz nach Mittag übertroffen, bis jetzt sind es drei Stunden mehr.

Støjberg will nicht zu Migrations-Gipfel mit Merkel

Wenn sich die UN-Länder am 10. und 11. Dezember zum Migrations-Gipfel in Marokko treffen, wird Dänemark nicht durch Integrations- und Ausländerministerin Inger Støjberg (Venstre) vertreten. Das berichtet Jyllands-Posten. Ursprünglich war vorgesehen, dass Støjberg nach Marrakesch fährt. „Ich habe früher schon nicht an solchen Konferenzen teilgenommen und sehe mich auch nicht als Teilnehmer an dieser hier“, so die Ministerin zu Jyllands-Posten. Der Pakt, der in Marrakesch geschlossen werden soll, gilt als rechtlich nicht bindender Rahmen dazu, wie Flüchtlinge und Migranten behandelt werden sollen. Unter anderem sollen besonders hilfsbedürftige Migranten mit Flüchtlingen gleichgestellt werden und die öffentliche Förderung von Medien, die Intoleranz gegenüber Migranten forcieren, soll gestoppt werden. Zudem soll es leichter werden, Migranten in die Heimat auszuweisen. Deutschland ist durch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vertreten.

Gefängnisverband: Lindholm kostet 759 Millionen Kronen

Das Ausreisezentrum auf der kleinen Insel Lindholm in der Nähe von Mön wird dem Gefängnisverband (Fængselsforbundet) zufolge 759 Millionen Kronen in den kommenden vier Jahren kosten. Hinzu kämen 158 Millionen Kronen für den Ausbau der Haftanstalt in Ringe. Auf Lindholm werden maximal 125 Personen wohnen. Es ergänzt Kærshovedgård mit Platz für 400 Bewohner, 241 Plätze werden zurzeit genutzt. Dort sollen nach dem Willen der Regierung vor allem abgewiesene Asylbewerber untergebracht werden, auf Lindholm des Landes Verwiesene, die straffällig geworden sind. Das Gefängnis in Ringe wird um 50 Plätze erweitert aufgrund der geplanten Strafverschärfungen im Ausländerrecht. Die Strafen für Verstöße gegen die Meldepflicht sollen von typischerweise sieben Tagen auf vier Monate erhöht werden.

Mobilfunkanbieter führt E-Simkarten ein

Die Sim-Karten aus Plastik gehören der Vergangenheit an: Ab sofort können Kunden der Mobilfunkgesellschaft 3 ihre neuesten Iphones (Xs, Xs Max und Xr) mit einer sogenannte E-Simkarte ausstatten. Dies sei laut 3 besonders für Kunden mit zwei Handys, beispielsweise ein privates und eins für die Arbeit, nützlich. Mit den neuen E-Simkarten ist es möglich, beides in einem Handy zu integrieren. Es werden aber noch Jahre vergehen, ehe die E-Simkarten die Plastikkarten vom Markt verdrängen. „Weil in vielen kommenden Handymodellen auf die alte Plastikkarte gesetzt wird, werden diese vorerst auch nicht komplett von der Bildfläche verschwinden“, erklärt David Elsass, Privatkundendirektor bei 3.

Politiker Tesfaye online einflussreich

Der Sprecher für Ausländer und Integration der Sozialdemokraten, Mattias Tesfaye, ist im Ausland zu einer bekannten Persönlichkeit geworden. Zumindest vom politischen Intermetmedium Politico wird er als einer der 28 Personen gesehen, die im kommenden Jahr Europa beeinflussen werden. Das berichtet die Nachrichtenagentur Ritzau. „Ich bin natürlich geehrt. Das zeigt uns, dass unsere solidarische Ausländerpolitik in Dänemark einen Eindruck hinterlässt“, so Tesfaye.

Weg mit der Wegwerfmentalität

„Wir benutzen viel zu viele Plastiktüten. Wir müssen die `Wegwerfmentalität´ der Verbraucher eindämmen“, erklärt der dänische Umwelt- und Nahrungsmittelminister Jakob Ellemann-Jensen, nachdem die Regierung Teile ihres Plastikplans veröffentlichte. Dieser sieht vor, dass dünne Einweg-Plastiktüten, auch „Knittertüten“ („knitreposer“) genannt, verboten werden. Zudem soll es in Zukunft nicht mehr möglich sein, Plastiktüten kostenlos zu verteilen, berichtet die Tageszeitung Politiken.

Goldgrube Medikamente: Export erreicht 100 Milliarden Kronen

Die dänischen Hersteller von Medikamenten brechen alle Rekorde: Erstmalig erreicht der Medizinexport den historischen Meilenstein von 100 Milliarden Kronen. Das berichtet die Wirtschaftszeitung Finans. „Das ist fantastisch. Das Ergebnis kommt aufgrund des weltweit steigenden Lebensstandards zustande“, erklärt Sofie Jensen, Konzernchefin des Arzneimittelvereins. Zum Vergleich: Dänemark exportiert Schweine für rund 32 Milliarden Kronen, so Finans.

SAS stellt Passagierrekord auf

Die Luftfahrtgesellschaft SAS kann in diesem Jahr auf einen Passagierrekord mit über 30 Millionen Reisenden zurückblicken. Das berichtete das Unternehmen in seinem am Dienstag veröffentlichten Jahresbericht. „Wir sind zufrieden und sind natürlich stolz über unser Ergebnis“, so der Konzerndirektor Lars Sandahl Sørensen zur Nachrichtenagentur Ritzau. Laut Unternehmen seien steigende Kerosinpreise eine der Herausforderungen für das kommende Jahr.

Mehr lesen