Dänemark kompakt

Der Nachrichtenüberblick am Dienstag

DN
Kopenhagen
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Foto: dpa (Symbolfoto)

Wissen, was in Dänemark läuft – die wichtigsten Nachrichten im Überblick.

Die Börse am Dienstag

Eine ungewöhnliche große Kauflaune gab es am Dienstag an der Kopenhagener Börse, was dort den Leitindex C 25 in die Höhe schnellen ließ. Alle im Index berücksichtigten Aktien mit Ausnahme der Genmab-Aktie konnten zulegen. Nach einem Plus von 2,4 Prozent ging der Leitindex bei 1.047,4 aus dem Handel. Seit Sommer 2016 hatte es an der Kopenhagener Börse nicht einen so starken Anstieg im C 25 gegeben. Die Aktien von Ambu, Chr. Hansen, Bavarian Nordic und GN Store Nord konnten um bis zu 4,5 Prozent zulegen.

Treibstoffpreise weiter auf Höhenflug

In Dänemark müssen die Autofahrer mit weiter steigenden Treibstoffpreisen rechnen. Davon geht der Experte der Sydbank, Kim Blindbæk aus. Bereits jetzt seien die Ölpreise auf das höchste Niveau seit vier Jahren gestiegen. Die US-Sanktionen gegen den Iran hatten den Höhenflug der Ölpreise befördert, inzwischen sorgt der Skandal um die mögliche Ermordung eines saudi-arabischen Journalisten für weitere Unsicherheit. Die saudische Regierung drohte indirekt mit der Ölwaffe, sollten die USA wegen des Verschwindens des Journalisten Kashoggi Druck auf den Ölförderstaat ausüben.

Verdächtiger im Fall der Gefangenenbefreiung in Nykøbing festgenommen

Die Polizei hat einen 21-Jährigen aus Hvidovre bei Kopenhagen festgenommen. Er steht unter dem Verdacht, an der Befreiung eines Strafgefangenen am 21. September in Nykøbing/Falster beteiligt gewesen zu sein. Mehrere bewaffnete Täter hatten den Gefangenen während einer Behandlung im Krankenhaus von Falster befreit. Die Flucht endete allerdings bereits auf der Insel Farø zwischen Seeland und Falster, wo die Polizei den Fluchtwagen schnappte. Außer dem entflohenen Häftling wurden zwei weitere Personen festgenommen.

Steuerkommission wird rekordteuer

308 Millionen Kronen. So lautet das Budget der Kommission, die die vielen Probleme der Steuerbehörde Skat seit 2002 untersuchen soll. Das zeigt eine Kostenübersicht des Justizministeriums, berichtet der Radiosender 24syv.

Verschleierungs-Verbot: 88 Anzeigen bei der Polizei

Oft muss sich die Polizei in Dänemark um andere Dinge kümmern und lassen die Fälle liegen, in denen Bürger Personen anzeigen, die ihr Gesicht verschleiern. Das geht aus einem Bericht hervor, den der Justizminister Søren Pape Poulsen (Konservative) dem Rechtsausschuss des Parlamentes vorgelegt hat. Laut Bericht gingen seit Gesetzeseinführung am 1. August insgesamt 88 Anzeigen bei der Polizei ein. In 19 Fällen musste sich die Polizei um gröbere Gesetzesverstöße kümmern, erklärt die Reichspolizei im Bericht. Zudem sei die Polizei in 16 Fällen ohne Grund ausgerückt, weil die Beamten keine verschleierte Person vorfand.

Regierung will Stimmrecht auch für Menschen mit Vormund

Die Regierung plant das Vormundschaftsgesetz zu ändern, sodass Menschen mit einer geistigen Behinderung oder einem besonders schwachen Gesundheitszustand auch bei den Parlamentswahlen ihre Stimme abgeben können. „Die Regierung wünsche, dass so viele Menschen wie möglich an der Folketingswahl teilnehmen können. Auch Menschen, die einen Vormund haben, verdienen es, dass ihre Stimme gehört werde, so Justizminister Søren Pape Poulsen (Venstre) zur Nachrichtenagentur Ritzau. Derzeit ist rund 2.000 Menschen in Dänemark das Stimmrecht entzogen, da sie zur Bewältigung ihres Alltages Hilfe anderer Personen benötigen.

Saurer Smiley für Hofgemeinschaft von Prinz Joachim

Hühnerbrustfilet mit falschem Mindesthaltbarkeitsdatum darauf und trotz Ermahnung keine erfolgte Risikoanalyse: Die Hofgemeinschaft „De 5 Gaarde“ ist von der Lebensmittelkontrolle angezeigt worden. Das Unternehmen soll eine Strafe von 10.000 Kronen zahlen. Die Kontrolleure bemängeln, dass die Hofproduktion, an der Prinz Joachim beteiligt ist und deren Hauptsitz in Horsens liegt, trotz Aufforderung die falsche Etikettierung von Hühnerbrustfilets im Sommer 2017 nie aufgearbeitet und untersucht haben. Das schreibt Ekstra Bladet. Im vergangenen Jahr war das Fleisch mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum 31. Oktober versehen worden, obwohl es nur bis zum 22. August mindesthaltbar war. Die Lebensmittelbehörde forderte daraufhin eine Risikoanalyse, doch als die Kontrolleure am 4. Oktober dieses Jahres erneut auftauchten, war weiterhin keine Aufarbeitung der Fehlerkette durchgeführt worden. Daraufhin erfolgte nun die Strafe und eine Note 4 – was einem sauren Smiley der Verordnung entspricht.

So viele Herzstarter-Helfer wie nie

In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Herzstarter-Helfer (hjertestartere) in Dänemark stark gestiegen – und damit auch die Chance für viele, bei einem Herzstillstand zu überleben. 18.700 Herzstarter-Helfer sind derzeit in Dänemark registriert – mehr als jemals zuvor. Zum Vergleich: 2008 lag die Zahl bei 134 Personen, 2013 bei knapp 8.700. So die Zahlen vom TrygFonden. Bei der Herzstarter-Initiative können sich Bürger freiwillig anmelden. Sie bekommen über eine App auf ihrem Smartphone Bescheid. Geht ein Notruf in der Rettungszentrale ein, kann diese ein Alarmsignal an die Erst-Helfer aussenden, die sich in der Nähe des Notrufortes befinden. Die derzeitigen Statistiken zeigen, dass die „Herzläufer“ in 39 Prozent der Fälle vor den Rettungskräften zur Stelle waren. Die Überlebenschancen bei einem Herzstillstand steigen so laut TrygFonden um bis zu 50 Prozent.

Neue Fangquoten für die Ostsee beschlossen: Kritik von allen Seiten

Die Fischereiminister der EU-Länder haben sich auf neue Fangquoten für Fischer in der westlichen Ostsee geeinigt. 9.000 Tonnen Fisch dürfen sie im kommenden Jahr aus dem Wasser holen. Kritik an dem Beschluss kommt sowohl von der Tierschutzorganisation Greenpeace als auch von der Dänischen Volkspartei. Während Greenpeace die Menge für viel zu groß hält und die Fischbestände weiter in großer Gefahr sieht, kritisiert DF, dass die Quote bei den Heringen zu niedrig sei und dänischen Fischern der Konkurs droht. Dies sei eine Katastrophe für die Fischfabrik im seeländischen Gilleleje, der letzten auf Seeland, die noch frischen Fisch nach Kopenhagen liefere, so der Sprecher für Fischereipolitik, Ib Poulsen, zur Nachrichtenagentur Ritzau.

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