Dänemark kompakt

Der Nachrichtenüberblick am Dienstag

DN
Apenrade/Aabenraa
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Dänische Vogel- und Naturschützer suchen Hilfe bei der EU. Foto: Claus Fisker/ Ritzau Scanpix

Wissen, was in Dänemark läuft – die wichtigsten Nachrichten des Tages im Überblick.

Geldwäscheskandal: Dänischer Erwerbsminister sieht auch Fehler bei Finanzaufsicht

Der für die Finanzen zuständige dänische Erwerbsminister Rasmus Jarlov hat vor dem Erwerbsausschuss des Folketings erklärt, dass im Geldwäscheskandal von Danske Bank nicht nur das größte dänische Finanzhaus versagt hat. Fehler habe auch die staatliche Finanzaufsicht, Finanstilsyn, gemacht, so der konservative Politiker. Die Finanzaufsicht müsse ein bissiger Wachhund sein, so Jarlov. Offenbar habe es Danske Bank am nötigen Respekt vor Gesetzen und Behörden gefehlt. Es war bekannt geworden, dass die Finanzaufsicht nicht über genügend Kapazität verfüge, um das gesamte, vom Finanzkonzern zur Verfügung gestellt Material zum Geldwäscheskandal der Danske Bank sichten zu können.

Ehemaliger Nachrichtendienstchef vor Gericht

Jakob Scharf, ehemaliger Chef des dänischen Nachrichtendienstes der Polizei PET, muss sich ab Mittwoch vor Gericht verantworten. Er soll seine Verschwiegenheitspflicht verletzt haben. In dem Buch „Sieben Jahre für PET“ habe er vertrauliche Informationen über Arbeitsmethoden, Partner, Quellen und Operationen preisgegeben, so der Vorwurf der Staatsanwaltschaft. Das Buch kam 2016 heraus, Autor ist der Journalist Morten Skjoldager. Die Anklageschrift umfasst 28 Punkte auf 16 Seiten. Scharf bestreitet, gegen seine Pflicht verstoßen zu haben. 15 Verhandlungstage sind angesetzt; das Urteil wird am 28. November erwartet.

Weihnachtsbäume: Schöner, aber dafür weniger

Die Christbäume werden in diesem Jahr besonders schön – wegen des Dürresommers. Denn der hat dafür gesorgt, dass die Nordmanntannen nicht in die Höhe geschossen, sonder „symmetrischer“ gewachsen sind, so die Branchenorganisation „Danske Juletræer“. Auch farblich seien die Bäume 2018 top. Ein Teil ist allerdings vertrocknet, so dass das Angebot in diesem Winter geringer ausfallen dürfte.

Ikea baut Wohnungen in Dänemark

Falls Sie einer der ersten Dänen sein wollen, der in einem Ikea-Haus wohnt, sollten sie nach Greve auf Seeland umziehen. Denn dort baut der schwedische Möbel- und Einrichtungsriese über seine Baufirma Ikano Bolig erstmals Wohnraum auf dänischem Grund und Boden. Auf einem 112.600 Quadratmeter großen Grundstück entstehen 230 Wohnungen. Die Einrichtungen dieser läuft in enger Zusammenarbeit mit der großen Ikea-Filiale in Taastrup.

Die ersten Wohnungen werden im Herbst 2019 fertig sein und werden noch in diesem Herbst in den Verkauf kommen. Man wolle die Wohnungen bestmöglich und zum Nutzen der Menschen einrichten, die dort ihren Alltag haben werden, so der Ikano-Chef René Brandt. Man bezeichnet das Projekt als „kubiksmart“, weil jeder Quadratmeter optimal genutzt werde, ohne dass man die Ganzheit aus dem Auge verlieren wolle. Über Preise kann man noch nichts sagen. Ikano gibt es seit 2009, und in Schweden hat die Wohnungsbaugesellschaft schon mehr als 6.000 Wohnungen gebaut. 2017 gründete man die dänische Filiale für den Großraum Kopenhagen.

Millionen Mails und Dokumente: Finanzaufsicht benötigt Hilfe

Es sei unmöglich, mit den vorhandenen Ressourcen das gesammelte Material des Geldwäscheskandals bei der Danske Bank durchzugehen. Das teilte am Dienstag der Direktor der dänischen Finanzaufsicht, Jesper Berg, gegenüber Finans mit.

„Wir werden das gesamte Material nicht durchgehen können.“ Man müsse „hinein in alle Ecken, um sicher zu sein, die Sache ordentlich zu untersuchen“, so Berg. Die Erwartungen seien hoch und es sei fraglich, ob die Kräfte, die quer durch alle Aufgabenbereiche gebunden werden müssten, verhältnismäßig seien. Denn es bedeute eine Untersuchung von 12.000 Unterlagen, 40 Mailkonten mit mehr als acht Millionen E-Mails, Dokumenten und verzeichneten Terminen, zudem 74 Interviews mit 49 Personen.

Gewerbeminister Rasmus Jarlov (Konservative) teilte daraufhin mit, dass der Aufsichtsbehörde so viele Ressourcen wie nötig zur Verfügung gestellt werden.

Naturschutzverbände wollen bei EU klagen

Der dänische Ornithologenverband sowie der dänische Naturschutzbund wollen bei der EU klagen, weil die Regierung zusammen mit der Dänischen Volkspartei 30.000 Hektar der besonders unter Schutz gestellten Natura 2000-Gebiete abschaffen will. Mit der Abschaffung verlieren viele wildlebende Tiere ihren geschützten Lebensraum heißt es vom Ornithologenverband als Begründung. Außerdem sei Dänemark das Land mit den wenigsten Natura-2000-Gebieten in Europa, heißt es vom Naturschutzverband weiter. Mit der Klage hoffen die beiden Organisationen, bei der EU Erfolg zu haben und den Schutz zu erhalten.

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