Dänemark kompakt

Der Nachrichtenüberblick am Dienstag

DN
Apenrade/Aabenraa
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Thomas Borgen Foto: Mads Claus Rasmussen/Ritzau Scanpix

Wissen was in Dänemark läuft – die wichtigsten Nachrichten im Überblick.

Keine Kosten für algerischen Mäzen

Der algerische Unternehmer Rachid Nekkaz hatte angekündigt, alle Strafen übernehmen zu wollen, die muslimische Frauen in Dänemark in Folge des neuen Verschleierungsverbotes bezahlen müssen. Doch als er am Dienstag nach Kopenhagen kam, kam keine solche Frau mit der Bitte um finanzielle Hilfe zu ihm. Bisher sind in ganz Dänemark ohnehin erst drei Strafen in Folge des neuen Gesetzes ausgesprochen worden. Nekkaz will dennoch weiter machen und bei monatlichen Besuchen in Kopenhagen sein Geld anbieten und die mediale Aufmerksamkeit dafür nutzen, gegen die dänische Regierung zu agitieren, wie er es am Dienstag tat, als er Regierungschef Løkke vor dem Folketing als „Terrorist“ bezeichnete.

Bankenboss Borgen steht unter Druck

Am kommenden Mittwoch will Danske Bank das Ergebnis der internen Untersuchung im Geldwäscheskandal veröffentlichen. Bankenboss Thomas F. Borgen (Foto) steht auch persönlich gewaltig unter Druck, und viele Experten denken, dass seine Tage gezählt sind als Chef der größten dänischen Bank. Der Chefredakteur von Børsen, Branchenkenner Niels Lunde, meint, dass die interne Untersuchung den Fall nicht abschließen wird. Es gehe da um Glaubwürdigkeit, und die Diskussion werde so oder so anhalten. Auch der sozialdemokratische EU-Politiker Jeppe Kofod besteht darauf, dass dies erst der Anfang eines Prozesses sein wird. Er ist Sprecher des für Steuerschwindel zuständigen Ausschusses des EU-Parlaments. Außerdem ermittelt die Spezialabteilung der dänischen Polizei in Sachen Wirtschaftskriminalität „Bagmandspolitiet“.

Kulturministerin über Pastorenmangel: Wir versuchen eine neue Tür zu öffnen

Wenn nichts unternommen wird, dann laufe Dänemark die Gefahr, dass Pastoren eine Mangelware werden. So lauten die Worte der dänischen Kultur- und Kirchenministerin Mette Bock (Liberale Allianz). „Wir versuchen eine neue Tür zu öffnen, damit auch andere Pastor werden können“, so die Ministerin zur Nachrichtenagentur Ritzau.

Regierung stellt Justierung der Volksschulreform vor

Staatsminister Lars Løkke Rasmussen (Venstre) und Unterrichtsministerin Merete Riisager (Liberale Allianz) haben eine Justierung der jüngsten Volksschulreform von 2014 vorgestellt. Vorgesehen ist, dass die Schülerinnen und Schüler einen veränderten Tagesablauf bekommen sollen. Es soll mehr Fachunterricht erteilt werden, Förderunterricht soll es weniger geben. Riisager sagte, die fachliche Qualität solle gestärkt werden. Immerhin gehe es darum, das Fundament für Wissen und Erziehung der kommenden Generationen zu legen. Besonders naturwissenschaftliche Fächer sollten gestärkt werden. Im Zuge der Reform soll die Unterrichtsqualität auch durch Einschränkungen beim Einsatz von unausgebildeten Lehrern verbessert werden.

Kommune befürwortet „Wolkenkratzer“

In Brande in Mitteljütland steigen die Chancen, dass Pläne des Unternehmers Anders Holch Povlsen, in der kleinen Industriestadt in einem neuen Stadtteil ein 320 Meter hohes Hochhaus zu errichten. Die Kommune Ikast-Brande hat den Weg frei gemacht für die Projektplanungen. Milliardär Holch Povlsen, dessen Textil-Konzern Bestseller mit Marken wie Jack & Jones seinen Hauptsitz in Brande hat, will den Wolkenkratzer zum Wahrzeichen des Ortes machen. Es wäre das höchste Haus in Westeuropa.

Internethandel ein Hit bei Älteren

Immer mehr dänische Bürger kaufen ihre Waren im Internet und auch die ältere Generation ist anscheinend auf den Geschmack beim Internethandel gekommen. Laut der dänischen Statistikbehörde haben 55 Prozent der 60-, bis 74-Jährigen innerhalb der vergangenen drei Monate Waren im Internet eingekauft. Das sei eine Verdreifachung in einem Zeitraum von zehn Jahren, so die Behörde. Die Älteren seien doch weiterhin die Gesellschaftsgruppe, die den Computer am wenigsten benutzt.

Acht gestohlene Kunstwerke aus Dänemark in den USA aufgetaucht

Acht Malereien, die vor sieben Jahren gestohlen wurden, können nun zum Besitzer auf Fünen zurückkehren. Das berichtet die Polizei auf Fünen. Der Besitzer, Jens Galschiøt, hatte seine Kunstwerke nach Mexico verschickt, entdeckte aber, dass eines der Werke zur Versteigerung in Salt Lake City freigegeben worden war. Durch eine Zusammenarbeit der dänischen und amerikanischen Behörden wurde das genannte und die übrigen sieben Kunstwerke, die auch verschwanden, aufgespürt und zurückgeführt.

„In Dänemark und in den USA haben die Behörden und die Polizei hervorragende Arbeit geleistet“, erklärt ein erfreuter Besitzer in einer Pressemitteilung der Polizei.

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