Dänemark kompakt

Der Nachrichtenüberblick am Dienstag

DN
Apenrade/Aabenraa
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Foto: Henning Bagger/Ritzau Scanpix

Wissen was in Dänemark läuft – die wichtigsten Nachrichten des Tages im Überblick.

Skat will Geld zurück

Insgesamt 12,7 Milliarden Kronen fordert die Steuerbehörde Skat von Anlegern aus dem Ausland zurück. Dafür wurden 388 zivilrechtliche Verfahren eingeleitet. Das geht aus einer Mitteilung der Behörde hervor. Schwindler, vor allem aus dem Ausland, hatten unrechtmäßig Ertragssteuer (udbytteskat) für Aktien zurückgefordert, die ihnen nicht gehörten. Die Steuerbehörde räumt ein, die die Forderungen nicht genügend kontrolliert zu haben. Gegenüber DR zeigte sich Steuerminister Karsten Lauritzen zuversichtlich, dass es glücken werde, einen Teil der Riesensumme zurückzubekommen.

Sozialdemokraten wollen mehr bürgernahe Polizisten

Nach dem Sommertreffen der Sozialdemokraten hat die Parteivorsitzende Mette Frederiksen bekannt gegeben, dass unter anderem 20 neue Polizeistationen, sogenannte Nahpolizeistationen (Nærpolitistationer) errichtet werden sollen, damit die Beamten wieder näher an den Bürgern sind. Dies meldet die Nachrichtenagentur Ritzau. Damit folgen die Sozialdemokraten einem Vorschlag von Justizminister Søren Pape Poulsen (Kons.). Das macht es wahrscheinlich, dass der Vorschlag umgesetzt wird. Zehn der Stationen sollen auf Seeland platziert werden, weitere zehn im Rest des Landes. Sie sollen mit 100 neuen Polizisten bemannt werden. Ziel ist es, vor allem die ländlichen Gebiete und soziale Brennpunkte besser abzudecken. Seitens der Polizeigewerkschaft wird der Vorschlag positiv aufgenommen.

Drittklässler findet Schusswaffe

Am Dienstagvormittag hat ein Schüler der 3. Klasse nahe einer Schule in der Kommune Hvidovre eine Schusswaffe gefunden, die, in einer Plastiktüte verpackt, in einem Gebüsch lag. Dem Schulleiter zufolge war die Klasse draußen, um Ausschau nach Insekten zu halten, als das Kind die Plastiktüte mit dem gefährlichen Inhalt entdeckte. Ein Lehrer soll sich in der Nähe befunden haben. Die herbeigerufene Polizei sperrte das Gebiet ab und stellte die Schusswaffe sicher, die nun untersucht wird.

Arla schließt älteste Meiereigenossenschaft der Welt

Die älteste Meiereigenossenschaft der Welt, die westjütische Endrup Mejeri, wird geschlossen. Das gab der Besitzer, Meiereikonzern Arla, am Mittwoch bekannt. Die Käseprodukte der Meierei hätten nicht den gewünschten Absatz gefunden, deshalb sei beschlossen worden, dass es die beste Lösung sei, die Meierei komplett zu schließen, schreibt der Arla-Landesdirektor für Dänemark, Jakob B. Knudsen, in einer Pressemitteilung. Gemeinsam mit den Gewerkschaften will Arla nun einen Plan ausarbeiten, wie es mit den acht Mitarbeitern weitergehen soll. 12 Bauern dienten der Meierei als Milch-Lieferanten. Endrup Mejeri wurde am 18. Juli 1884 gegründet und ist laut dem Magazin Finans die älteste noch aktive Meiereigenossenschaft.

Jyske Bank boomt

Die Jyske Bank mit Sitz in Silkeborg boomt, und schüttet daher rund eine Milliarde Kronen an die Aktionäre aus. Im zweiten Quartal des Jahres machte Jyske Bank 811 Millionen Kronen Gewinn. Damit stieg der Gewinn nach Abzug der Steuern im ersten Halbjahr auf 1,421 Milliarden Kronen. Obwohl das zweite Quartal sehr stark war, liegt das Halbjahresergebnis etwas unter dem der gleichen Periode des Vorjahres. Damals verdiente die Bank 1,615 Milliarden Kronen. Jyske Bank hat in den ersten sechs Monaten 2018 aber 335 Millionen Kronen primär wegen neuer Bilanzregeln abschreiben müssen. Vor einem Jahr konnte man noch 120 Millionen Kronen zurückführen. Bei den Auslagen herrscht auch Hochkonjunktur. Das Kreditvolumen der Bank stieg um mehr als 20 Milliarden auf 455,4 Milliarden Kronen im ersten Halbjahr. Insbesondere Wirtschaftskredite sind gefragt.

Regierung will Ausgaben für Küstenschutz verdoppeln

Der Küstenschutz an der dänischen Westküste ist so unzureichend, dass mehr als 10.000 Häuser von Überschwemmungen bedroht sind. Deshalb will die dänische Regierung nun die staatlichen Mittel für den Küstenschutz verdoppeln. Man habe jahrelang zu lasche Lösungen gesucht und viel zu wenig Sand aufgeschüttet. Nun sei es an der Zeit, es richtig zu machen und so viel Sand zu verwenden, dass der Küstenrückgang merklich verlangsamt wird, sagt Umwelt- und Lebensmittelminister Jakob Ellemann-Jensen (Venstre) zur Nachrichtenagentur Ritzau. Grundsätzlich ist jeder Grundstücksbesitzer selbst für die Küstensicherung an seinem Grundstück verantwortlich. Trotzdem bezuschusst der Staat die Maßnahmen derzeit mit 96,9 Millionen Kronen jährlich. Diesen Betrag will die Regierung ab 2020 auf 184,6 Millionen Kronen anheben.

Deutsches Schwein

Der dänische Schlachtereiriese Danish Crown kann mit den deutschen Schweinepreisen nicht mithalten. Momentan ist der deutsch-dänische Preisunterschied der größte seit zehn Jahren, und laut einer Agromarket-Analyse für Jyllands-Posten scheint dies sich vorläufig nicht zu ändern. Wegen der Hitzewelle wuchsen die Schweine langsamer, und das hat in Deutschland zu plötzlichen Mangel an Schweinen geführt – mit daraus folgenden höheren Preisen. Die deutschen Schlachtereien hätten in den letzten drei Wochen fast drei Kronen mehr pro Kilo gezahlt als die dänischen. Aktuell beträgt der dänische Basispreis 8,70 Kronen.

Zwei Jahre nach Steinwurf bei Odense: Nellis Mörder weiterhin auf freiem Fuß

Der Familienurlaub bekam ein trauriges Ende, als sich die deutsche Familie Gosmann am 21. August 2016 auf der E20 auf Fünen auf dem Heimweg befand. Eine 30 Kilogramm schwere Betonfliese zerschmetterte die Windschutzscheibe des Familienautos und tötete die 33-jährige Mutter, Nelli Gosmann, und verletze den Vater Andreas schwer. Der fünfjährige Sohn Alexander kam mit leichten Verletzungen davon, berichtet die Nachrichtenagentur Ritzau.

Sozialdemokraten für lokale Krankenhäuser

In den vergangenen zehn Jahren sind 25 lokale Krankenhäuser in Dänemark geschlossen worden. Demnach stehen dem Land lediglich 55 Krankenhäuser zur Verfügung. Dagegen wollen die Sozialdemokraten nun etwas unternehmen, berichtet der Nachrichtensender DR.

„In den vergangenen Jahren sind wir Zeugen einer intensiven Zentralisierung geworden. Wir haben weniger Krankenhäuser, Polizeiwachen und Ausbildungen. Diese Entwicklung wollen wir gerne ändern, denn wir brauchen ein Gleichgewicht in Dänemark“, so die Parteivorsitzende Mette Frederiksen.

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Leitartikel

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
„Eine neue Laufbahn“