Kompakt am Dienstag

Der Nachrichtenüberblick aus Dänemark

DN
Apenrade/Aabenraa
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Die Zahl der Jugendlichen, die rauchen, ist in Dänemark weiterhin hoch. Foto: Scanpix

Kunst im Keller, kleinteiliges Kopenhagen und der Kampf gegen die Kippe: Wissen, was in Dänemark läuft – die wichtigsten Nachrichten des Tages im Überblick.

Mette Gjerskov entmachtet

Parteichefin Mette Frederiksen hat die prominenteste parteiinterne Gegnerin ihres neuen Rechtskurses entmachtet: Ex-Ministerin Mette Gjerskov darf nicht länger entwicklungspolitische Sprecherin der Fraktion sein. Das teilte Gjerskov selbst am Dienstag per Twitter mit. Gjerskov gilt als Widersacherin der Parteiführung unter Mette Frederiksen und ihres politischen Beraters und Stabschefs Martin Rossen. Dieser hat der Sozialdemokratie in den vergangenen Jahren einen Rechtsruck verordnet. Gjerskov aber wollte diesen Weg nicht mitgehen, was unter anderem durch ihr Nein in der Abstimmung zum Burkaverbot deutlich wurde.

Kinderporno-Fall weitet sich aus

Mehr als 1.000 Jugendliche in Dänemark werden seit Anfang des Jahres der Verbreitung von Kinderpornografie beschuldigt, weil sie ein Sexvideo von zwei 15-Jährigen in sozialen Netzwerken verbreitet haben. Nun hat die Polizei 300 weitere ausfindig gemacht, die ebenfalls sexuelle Inhalte mit Minderjährigen und Erwachsenen geteilt haben. Die abschreckende Wirkung durch die mediale Aufmerksamkeit sei nicht so groß wie erhofft, sagt Polizeikommissar Henrik Gunst.

Kunstwerke von Asger Jorn im Keller gefunden

45 Jahre nach seinem Tod haben Angehörige des bekannten dänischen Künstlers Asger Jorn einen Koffer voller Kunstwerke im Keller des Bruders des Künstlers entdeckt. Die Linolschnitte werden jetzt in Silkeborg ausgestellt. Jorn gilt als einer der bedeutendsten dänischen Künstler des 20. Jahrhunderts. Er war Mitbegründer der europäischen Künstlergruppe CoBrA und Zeit seines Lebens politischer Aktivist.

Pind will Kopenhagen in mehrere kleine Kommunen aufteilen

Ausbildungs- und Forschungsminister Søren Pind (Venstre) denkt darüber nach, die derzeitige Kommune Kopenhagen in sieben bis acht kleinere Kommunen aufzuteilen. Wie die Zeitung Berlingske berichtet, verspricht er sich dadurch eine größere Nähe zwischen Politikern, öffentlichen Einrichtungen und den Bürgern. Professor Kasper Møller Hansen von der Universität Kopenhagen sieht in der Idee Vor- und Nachteile. Er glaubt ebenfalls, dass dadurch eine nähere Bindung von Politikern und Bürgern entsteht, sieht allerdings Schwierigkeiten, wenn es um Verwaltungs- und Bauangelegenheiten geht. Kopenhagens Bürgermeister Frank Jensen glaubt nicht, dass die Idee umgesetzt wird.

Höhere Zigarettenpreise gegen jugendliche Raucher

Soll wirklich sichergestellt werden, dass Kinder und Jugendliche nicht mit dem Rauchen beginnen, müssen Zigaretten 80 bis 90 Kronen kosten. Das ist das Fazit eines neuen Berichts des Gesundheitsrates „Vidensråd for Forebyggelse“. Dieser kommt zum Schluss, dass alle staatlichen Initiativen und Aufklärungskampagnen an Schulen nicht so effektiv seien wie eine Preiserhöhung. Der Tabakkonsum dänischer Jugendlicher sank lange Zeit, seit 2013 steigt er allerdings wieder. Heute rauchen laut einer Untersuchung rund 16 Prozent aller Jugendlichen in Dänemark zwischen 16 und 24 Jahren.

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