Dänemark kompakt

Der Nachrichtenüberblick am Donnerstag

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Kopenhagen
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Foto: Frank Hoermann/Sven Simon/Ritzau Scanpix

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Wissen, was in Dänemark läuft – die wichtigsten Nachrichten des Tages im Überblick.

 

Sommerurlaub nahezu uneingeschränkt möglich

Kopenhagen Das Justizministerium teilt in einer Pressemitteilung mit, dass eine Einigung über die Reisebeschränkungen erzielt wurde. Das Abkommen hebt eine Reihe von Beschränkungen innerhalb der EU ab dem 26. Juni auf. „Ab dem 26. Juni können Dänen wieder überall in der EU in den Urlaub fahren, ohne nach der Rückreise einen Test vorweisen zu müssen oder nach dem Urlaub in die Isolation zu müssen. Damit wird das Versprechen eingelöst, dass die Dänen in den Sommerferien in Europa reisen können“, schreibt Außenminister Jeppe Kofod (Soz.) in der Mitteilung.

 
 

331 Corona-Neuinfektionen

Kopenhagen In den vergangenen 24 Stunden hat die dänische Behörde für Infektionskrankheiten und nicht übertragbare Krankheiten weitere 331 mit dem Coronavirus infizierte Personen registriert. Es gibt einen neuen Todesfall im Zusammenhang mit dem Virus. Seit Beginn der Pandemie sind insgesamt 2.528 Dänen mit dem Coronavirus gestorben. Die Anzahl der stationären Patienten sank um 9 auf 84. 19 Patienten befinden sich auf der Intensivstation, davon müssen 15 beatmet werden. kj

 

Rettungshubschrauber im vergangenen Jahr 13-mal täglich im Einsatz

Kopenhagen Die vier Rettungshubschrauber, die in Dänemark bei Notfällen im Einsatz sind, waren im Jahr 2020 insgesamt 4.672 Mal in der Luft. Das entspricht im Schnitt 13 Einsätzen pro Tag. Hintergrund für die hohe Zahl an Einsätzen sei die Corona-Pandemie, so die Einschätzung von Danske Regioner. Eine Reihe an Rettungsflügen hätten in Sommerhausgebieten stattgefunden, in denen sich die Menschen vermehrt aufgehalten haben. Ritzau/nb

 

Vanopslagh hatte einen Traum: Staatsminister im Jahr 2044

Allinge Der nächste Redner auf der Haupttribüne des Folkemøde auf Bornholm ist der Vorsitzende der Liberalen Allianz, Alex Vanopslagh. Er berichtet von einem Traum, in dem das bürgerliche Dänemark nach 15 Jahren unter Staatsministerin Mette Frederiksen (Soz.) von einer bürgerlichen Mehrheit abgelöst wurde und die letzten Corona-Restriktionen aufgehoben worden sind. Außerdem sei er selbst dann Staatsminister und hätte dafür gesorgt, dass es in Dänemark weniger Gesetze, weniger Regeln, weniger Bürokratie und weniger Politik gäbe. Ritzau/nb

 

Corona-Impfung voraussichtlich ab September auch für Kinder im Alter von 12 bis 15 Jahren

Kopenhagen Das Mindestalter für eine Impfung gegen das Coronavirus liegt bisher bei 16 Jahren. Die Gesundheitsbehörde hat am Donnerstagmittag mitgeteilt, dass auch Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 15 Jahren voraussichtlich ab September ein Impfangebot erhalten sollen. Die Europäische Arzneimittelagentur hatte Ende Mai eine entsprechende Empfehlung abgegeben.

 

Freie Grüne auf dem Folkemøde: Die Integration funktioniert gut

Allinge Auf seiner Rede auf dem Folkemøde auf Bornholm hob Sikandar Siddique von den Freien Grünen hervor, dass die Art und Weise, in der andere Politiker das Thema Einwanderung diskutieren, problematisch sei. Siddique verwies in seiner Rede darauf, dass die erste Generation von Einwanderern genauso viel verdienen, genauso viel Steuern zahlen und den gleichen Notendurchschnitt in der Volksschule haben wie der Rest der Bevölkerung. Er verwies zudem auf eine Analyse des Instituts Kraka, die zeigt, dass neun von zehn Einwanderern in bestimmten Bereichen genauso viel zur Gesellschaft beitragen wie ethnische Dänen. Allerdings scheine es so zu sein, dass die große Mehrheit der Politiker das noch nicht erkannt hätten, gab er zu bedenken. Ritzau/nb

 

Abgesagte Reisen wegen Corona: Verbraucher haben Recht auf Erstattung

Kopenhagen Wenn ein Reiseveranstalter eine Reise aufgrund der Corona-Situation absagt, haben die Verbraucher, die eine solche Reise gebucht und bezahlt haben, das Recht, ihr Geld zurückerstattet zu bekommen. Das teilt die Wettbewerbs- und Verbraucherbehörde mit, nachdem der Klageausschuss für Paketreisen for Kurzem in 19 Fällen Verbrauchern das Recht auf Erstattung zugesprochen hatte. In den 19 Fällen hatte der Reiseveranstalter selbst die Reise mit Verweis auf die Corona-Situation storniert. Entscheidend ist deshalb, dass die Absage vom Veranstalter und nicht vom Verbraucher kommt. Sollte der Verbraucher selber die Reise stornieren, sei eine Erstattung nicht garantiert. Ritzau/nb

 

Ernährungsminister reagiert auf Kritik an der Verteilung von EU-Landwirtschaftssubventionen

Kopenhagen Anhand sieben konkreter Initiativen will Ernährungsminister Rasmus Prehn (Soz.) auf die im Mai vorgetragene Kritik der Reichsrevision an der Landwirtschaftsbehörde reagieren. Das teilt das Ernährungsministerium in einer Pressemitteilung mit. Die Reichsrevision hatte bemängelt, dass die Behörde keine ausreichende Kontrolle über die Verteilung von EU-Landwirtschaftssubventionen habe. Dadurch gäbe es das Risiko, dass einige Landwirte unberechtigte Subventionen erhielten. Unter anderem sollen alle landwirtschaftlichen Betriebe, die in mehrere CVR-Nummern aufgeteilt wurden, überprüft werden. nb

 

Bodycam-Versuch kann zu mehr Massenüberwachung führen

Kopenhagen In den kommenden sechs Monaten werden einzelne Polizisten mit einer am Körper getragenen oder am Polizeifahrzeug montierten Videokamera ausgestattet. Das berichtet Radio 4. Zweck des Versuchs ist es, einen nationalen Rahmen abzustecken, innerhalb dessen die dänische Polizei derartige Kameras verwendet, und zu untersuchen, wie die Daten am besten gespeichert werden können. Das Pilotprojekt kann nach Auffassung des Juraprofessors Sten Schaumburg-Müller von der Syddansk Universitet jedoch zu einer erhöhten Massenüberwachung führen. nb

 

Deutlicher Anstieg von Anzeigen aufgrund digitaler Kränkungen

Kopenhagen Mehr und mehr Kränkungen finden auf digitalem Wege statt. Neue Zahlen der Reichspolizei und des Reichsanwalts zeigen, dass im Jahr 2018 459 diesbezügliche Anzeigen eingingen, während die Zahl im vergangenen Jahr auf 928 gestiegen ist. Oftmals geht es dabei um die unerlaubte Weitergabe von Mitteilungen oder Bildern, die private Verhältnisse Dritter betreffen. Das unberechtigte Weitergeben derartiger Daten kann mit einem Bußgeld oder Gefängnis bis zu sechs Monaten bestraft werden, in schweren Fällen bis zu drei Jahren. Im vergangenen Dezember hatte sich eine politische Mehrheit darauf geeinigt, zehn Vollzeitstellen für eine digitale Polizeipatrouille bereitzustellen, die unter anderem digitale Kränkungen vorbeugen soll. Ritzau/nb

 

Obwohl es verboten ist, schlagen Eltern noch immer ihre Kinder

Kopenhagen Im Jahr 1997 hat eine politische Mehrheit das Recht von Eltern zur körperlichen Züchtigung ihrer Kinder abgeschafft. Seitdem ist es strafbar, wenn Eltern ihre Kinder schlagen. Doch auch nach 25 Jahren werden einige Kinder noch immer von ihren Eltern geschlagen. Das geht aus einer neuen Untersuchung unter Eltern von etwas mehr als 50.000 Kindern zwischen neun Monaten und drei Jahren hervor, die vom Nationalen Forschungs- und Analysezentrum für Wohlfart, Vive, durchgeführt wurde. Demnach wurden zwölf Prozent der Kinder in den vergangenen zwei Monaten geschüttelt, geschlagen oder geohrfeigt, wie die Antworten vonseiten der Eltern zeigen. Damit ist jedes achte Kind betroffen. Einem besonders hohen Risiko sind Kinder von Eltern ausgesetzt, die nach Dänemark eingewandert sind oder ihre Nachfahren sind. Ritzau/nb

 

Falsche Ärztin gab über ein Jahr lang Online-Corona-Tipps

Viborg Die Facebookgruppe „Frag einen Arzt zum Coronavirus“ („Spørg en læge om corona-virus“) hat Tausende von Nutzern, die dort alle Arten von Fragen zum Coronavirus stellen können. Jetzt wurde aufgedeckt, dass eine der 200 freiwilligen Ärztinnen und Ärzte keine Autorisation besitzt und somit gar keine Ärztin ist. Sie hatte stattdessen die Autorisation einer anderen Ärztin missbraucht. Das berichtet Danmarks Radio Midt og Vest. Die Initiative war im vergangenen Jahr sogar mit einem Preis belohnt worden. nb

 

Das Folkemøde auf Bornholm beginnt heute

Allinge Heute beginnt das dreitägige Folkemøde auf Bornholm. Um 9 Uhr fällt der Startschuss, bei dem unter anderem Staatsministerin Mette Frederiksen (Soz.) auf der Hauptbühne auftreten wird. Um 10 Uhr spricht Sikandar Siddique von den Freien Grünen, um 13 Uhr Alex Vanopslagh von der Liberalen Allianz und um 15 Uhr Sofie Carsten Nielsen von den Radikalen. Die Veranstaltung wird in diesem Jahr unter Rücksichtnahme auf die Corona-Pandemie durchgeführt. Aus diesem Grunde wurde das Festival auf vier Veranstaltungsbereiche aufgeteilt, in denen jeweils maximal 500 Personen zugelassen sind. Der „Nordschleswiger“ wird direkt vom Folkemøde berichten. Ritzau/nb

 

Cure Vacs Covid-19-Impfstoff nicht effektiv genug

Kopenhagen Ein von der deutschen Biotechnikfirma Cure Vac entwickelter Impfstoff gegen das Coronavirus hat in einer Studie mit etwa 40.000 Versuchspersonen lediglich eine Wirksamkeit von 47 Prozent gezeigt. Der Impfstoff erfüllt damit nicht die statistischen Erfolgskriterien. Das teilt Cure Vac in einer Pressemitteilung mit. Die Studie hat den Impfstoff an mindestens 13 Varianten des Coronavirus getestet. Cure Vac hat noch keinen Antrag für eine Zulassung gestellt. Laut der Nachrichtenagentur Reuters liegen Bestellungen für 405 Millionen Impfdosen bei Cure Vac vor, ob diese jedoch überhaupt zum Einsatz kommen ist derzeit noch unklar. Die dänische Gesundheitsbehörde hatte mit dem Einsatz des Impfstoffs ursprünglich im Juni gerechnet, doch in der vergangenen Woche deutete der Direktor der Gesundheitsbehörde, Søren Brostrøm, bereits an, dass der Impfstoff keine nennenswerte Rolle mehr im dänischen Impfprogramm spielen wird. Ritzau/nb

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