Minderheiten in Europa

Deutsche Minderheiten: Voneinander lernen

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
Apenrade/Aabenraa
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Hinrich Jürgensen (Archivbild) Foto: Cornelius von Tiedemann

Eine neue Datenbank soll deutschen Minderheiten in ganz Europa auf der Suche nach guten Lösungen helfen.

Die deutschen Minderheiten in Europa sind unterschiedlich aufgestellt, aber dennoch wollen sie voneinander lernen. Das berichtet der Hauptvorsitzende des Bundes Deutscher Nordschleswiger (BDN), Hinrich Jürgensen, nachdem er in den letzten Tagen gemeinsam mit BDN-Generalsekretär Uwe Jessen die Deutsch-Nordschleswiger bei der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Minderheiten in Budapest vertreten hat.

Die AGDM unterliegt der Föderalistischen Union Europäischer Nationalitäten (FUEN) und hat beim aktuellen Treffen eine Zukunftswerkstatt durchgeführt. „Es ging darum welche Herausforderungen wir haben und wie wir gemeinsam Akzente setzen wollen“, erzählt Hinrich Jürgensen. „Dabei wurden vor allem die Themen Jugend und politische Präsenz in den Mittelpunkt gestellt.“

In Arbeitsgruppen wurden die Themen und Lösungsmöglichkeiten besprochen. Ein Fazit der Gespräche gab es am Wochenende laut Jürgensen noch nicht. Die Diskussionen werden nun zusammengefasst und dann soll es bei der nächsten AGDM-Sitzung im November Lösungsansätze geben.

Gemeinsame Datenbank

„Wir wollen gerne eine Datenbank für die deutschen Minderheiten in Europa schaffen. Dort sollen die Minderheiten Inspiration und Lösungen finden können. Wir sollten nicht nochmal den tiefen Teller erfinden, wenn eine andere Minderheit bereits gute Erfahrungen gemacht hat“, so der BDN-Hauptvorsitzende. „Wir stehen allerdings noch ganz am Anfang dieser Arbeit.“

Die deutsche Minderheit in Nordschleswig hat im Vergleich zu anderen deutschen Minderheiten in Europa eine Sonderstellung. Was nimmt der BDN von solchen Treffen mit nach Hause? „Stimmt, wir werden teils aus einem anderen Topf gefördert, als die anderen Minderheiten und unsere finanzielle Situation ist ebenfalls eine ganz andere. Aber wir haben dennoch Gemeinsamkeiten und für uns ist auch das Netzwerk zwischen den deutschen Minderheiten von Bedeutung“, sagt Jürgensen.

In seinem Länderbericht erklärte er, dass die deutsche Minderheit in Nordschleswig sich auf das historische Jahr 2020 vorbereitet (Gründungsjahr der Minderheit) und berichtete auch über die Entscheidung, die Tageszeitung Der Nordschleswiger ab Februar 2021 zu digitalisieren.

„Das gab eine Diskussion, denn auch andere deutsche Minderheiten haben noch gedruckte Produkte, sehen aber ebenfalls die Digitalisierung als notwendigen Schritt für die Zukunft“, erklärt der BDN-Vorsitzende.

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