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Neue Forschung: Gestresste Pflanzen geben Klickgeräusche von sich

Neue Forschung: Gestresste Pflanzen geben Klickgeräusche von sich

Neue Forschung: Gestresste Pflanzen geben Klickgeräusche ab

Ritzau/ket
Kopenhagen
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Die Studie ist an Tomaten- und Tabakpflanzen durchgeführt worden. Foto: Videnskab.dk

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Pflanzen, die nicht genug Wasser oder Pflege bekommen, erzeugen hohe Töne. Forscherinnen und Forscher wissen bisher nicht, weshalb die Pflanzen diese Geräusche von sich geben, haben aber eine Idee, wofür die Wissenschaft die Erkenntnisse in Zukunft nutzen kann.

Pflanzen geben Geräusche ab, wenn sie unter Stress stehen. Das geht aus einer neuen Studie hervor, über die das dänische Wissenschaftsmedium „Videnskab.dk“ berichtet hat.

Israelischen Forscherinnen und Forschern ist es gelungen, Töne von Tomaten- und Tabakpflanzen aufzuzeichnen. Wenn die Pflanzen gestresst sind – entweder durch Wassermangel oder nachdem ihre Stängel beschädigt wurden – geben sie hochfrequente Töne ab.

Töne sind für Menschen nicht wahrnehmbar

Die Lautstärke ist mit einer normalen menschlichen Unterhaltung vergleichbar. Die Frequenz ist jedoch zu hoch, als dass der Mensch sie hören könnte. Die Studie zeigt, dass die Geräusche wahrscheinlich von kleinen Luftblasen stammen, die platzen und wie kleine Plopps oder Klicks klingen, schreibt „Videnskab.dk“.

Die Forscherinnen und Forscher haben bei einer einzelnen gestressten Pflanze etwa 30 bis 50 Klickgeräusche pro Stunde aufgezeichnet. Im Vergleich dazu gab es bei einer gut gepflegten Pflanze weniger als einen Klick pro Stunde.

Erkenntnisse für die Gesundheit von Pflanzen nutzbar

Die Fachleute glauben, dass diese Entdeckung in Zukunft genutzt werden könnte, um die Gesundheit der Pflanzen und die Wasserversorgung effizienter zu überwachen.

Die Studie konzentrierte sich auf Tomaten- und Tabakpflanzen, aber die gleichen Klickgeräusche wurden auch bei einer Reihe anderer Pflanzen aufgezeichnet. Lilach Hadany, Biologin an der Universität Tel Aviv und Erstautorin der Studie, sagt laut „Videnskab.dk“: „Wir haben festgestellt, dass viele Pflanzen – zum Beispiel Mais, Weizen, Weintrauben und Kakteen – ebenfalls Töne aussenden, wenn sie gestresst sind.“

Frühere Forschungen haben gezeigt, dass einige Blumen auf Geräusche reagieren können. So kam eine Studie zu dem Schluss, dass die Nachtkerzen-Blume süßeren Nektar produziert, wenn sie eine summende Biene in der Nähe hört.

Es ist nicht bekannt, warum die Pflanzen die Klickgeräusche von sich geben. In der Studie wird vermutet, dass Organismen in der Nähe sie als eine Art Wegweiser nutzen könnten. „Zum Beispiel kann eine Motte, die ihre Eier auf einer Pflanze ablegen will, oder ein Tier, das eine Pflanze fressen will, die Geräusche als Orientierungshilfe für ihre Entscheidung nutzen“, sagt die Biologin Lilach Hadany laut „Videnskab.dk“.

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