Insektenschutz

Biene & Co. im Garten: Fastfood, Gourmet- oder All-inclusive-Aufenthalt

Biene & Co. im Garten: Fastfood, Gourmet- oder All-inclusive-Aufenthalt

Im Garten: Fastfood, Gourmet- oder All-inclusive-Aufenthalt

Apenrade/Aabenraa
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Finden Insekten ein üppig bestücktes Büfett im Garten vor, erhöht das ihre Überlebens-Chancen.

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Bienen, Schmetterlinge und andere Insekten sind bedroht. Deshalb ist es umso wichtiger, ihnen in privaten Gärten einen Lebensraum zu bieten. Das ist auf unterschiedlichen „Service-Niveaus“ möglich – mit entsprechendem Wohlfühl- und Überlebens-Angebot.

Insekten brauchen Nahrung, Wasser und eine Unterkunft. Manche sind bei ihrer Ernährung sogar auf bestimmte Pflanzen angewiesen.

Die dänische Gartengesellschaft Haveselskabet hat auf ihrer Homepage eine Art Qualitätsranking veröffentlicht, das Gartenbesitzerinnen und -besitzer darüber informiert, wie sie Insekten am besten schützen und unterstützen können.

Niveau 1: Der Garten als Fastfood-Restaurant

Es braucht nicht viel, um Insekten eine schnelle Mahlzeit anzubieten – vorausgesetzt, es blüht im Garten die ganze Saison über etwas. Ausgewachsene Schmetterlinge sind nicht wählerisch und saugen Nektar aus vielen verschiedenen Blüten. Auch viele Bienen sammeln Pollen und Nektar in unterschiedlichen Pflanzen.

Wenig hilfreich sind allerdings exotische Arten und gefüllte Blüten, wie es etwa bei vielen Rosen, Dahlien und anderen veredelten Sorten und Zierpflanzen der Fall ist.

So manchem Schmetterling dient die Gemeine Ochsenzunge als Futterpflanze. Foto: Karin Riggelsen

Niveau 2: Der Garten als Gourmet-Restaurant – mit Kindermenü

Um den Garten allerdings in einen besseren Lebensraum für Insekten zu verwandeln, braucht es mehr als Fastfood. Dafür werden Pflanzenarten ausgewählt, die auch Schmetterlingslarven und spezialisierteren Bienen einen gedeckten Tisch bieten. Letztere verspeisen sozusagen nur ausgewählte Gerichte von der „Kinderkarte“. Das heißt, sie brauchen ganz bestimmte Pflanzen, denn nur auf ihnen legen Schmetterlingsweibchen ihre Eier ab. Wichtig ist hier, viele verschiedene heimische Arten auszuwählen – Pflanzen, die in Nordeuropa zu Hause sind und auch in der freien Natur vorkommen.

Auf dem bevorzugten Speiseplan von Bienen stehen etwa Weide, Acker-Witwenblume, Hülsenfrüchtler mit der Unterfamilie Schmetterlingsblütler. Dazu gehören beispielsweise Lupinen, Klee, Ackerbohne, Wicken, Blauregen, Robinien und viele, viele mehr.

Beliebt sind zudem Kreuzblütengewächse – etwa Kohlgemüse, Hirtentäschelkraut und Zierpflanzen wie Goldlack, Blaukissen und Steinkraut. Auch heimische Baumarten haben den Insekten richtig viel zu bieten.

Für Schmetterlingsnachkommen sind Brennnesseln, Knoblauchsrauke, Faulbaum, Gemeiner Efeu, Stiefmütterchen und Hornveilchen, um nur einige zu nennen, ein perfektes Kindermenü.

Wicken zählen zu den Hülsenfrüchtlern und sind bei Bienen sehr willkommen.

Niveau 3: Der Garten als All-inclusive-Domäne – mit Pool

Noch mehr schätzen Insekten allerdings ein Angebot, das neben der exklusiven Speisekarte auch Übernachtungsmöglichkeiten mit Pool bietet. Dafür muss nicht der gesamte Garten aus wilder Natur bestehen, doch einige Flächen sollte man den bedrohten Tieren zur Verfügung stellen.

Folgende Punkte zeichnen einen Platz der oben genannten Kategorie aus:

1. Eine wilde Ecke einrichten mit Ästen oder größeren Stämmen und Laub, was dort verrotten kann. Zusammen bilden sie einen Lebensraum für viele kleine Tiere und Vögel. Ein stehender oder liegender toter Baumstamm ist ein natürliches Insektenhotel.

2. Ein Insektenhotel kaufen oder selbst machen und aufhängen als Unterkunft für Wildbienen – am besten an der östlichen Hauswand, wo es trocken ist und die Morgensonne scheint.

3. Große Steine an einem sonnigen Platz auf einen Haufen legen. Schmetterlinge können sich dort aufwärmen, und die Hohlräume bieten Insekten einen Ort zum Überwintern.

4. Einen 10 bis 20 Zentimeter tiefen Bereich mit Kies oder grobem Sand schaffen. Der sollte an einem sonnigen Platz liegen und nicht von Pflanzen bedeckt sein. Wie unter Punkt 3 kann das für Schmetterlinge ein wärmender Ort sein, und in der Erde lebende Wildbienen schaffen sich in Hohlräumen eine Unterkunft.

5. Ein Wasserbassin aufstellen oder einen kleinen Teich anlegen. Das hilft allen Gartentieren. Ein Teich sollte an mehreren Stellen flache Kanten haben, damit die Tiere zum Trinken direkt an die Wasserkante kommen können.

Steine in der Vogeltränke helfen den Insekten, sicher ans Trinkwasser zu gelangen. Foto: Marlies Wiedenhaupt
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Leitartikel

Cornelius von Tiedemann
Cornelius von Tiedemann Stellv. Chefredakteur
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