Energiekrise

So spart Hadersleben bei der Weihnachtsbeleuchtung

So spart Hadersleben bei der Weihnachtsbeleuchtung

So spart Hadersleben bei der Weihnachtsbeleuchtung

Hadersleben/Haderslev
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Gemütlichkeit in der dunklen Jahreszeit – für viele Menschen ein kleiner Trost. Foto: Ute Levisen

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Warmes Licht ist das A und O, wenn man es sich im Haus hyggelig machen will. Und was im Haus so wunderbar funktioniert, sieht man zur Weihnachtszeit auch immer auf der Straße: die Weihnachtsbeleuchtung. Doch zu Zeiten von Energiekrise und Krieg stellt sich so einigen die Frage: Wie gemütlich darf ich es mir eigentlich machen?

Wenn man sich auf die Straßen Haderslebens begibt und die Menschen danach fragt, wie wichtig ihnen die Weihnachtsbeleuchtung ist, dann hört man immer wieder eine Antwort: „Ich verstehe, dass wir sparen müssen, aber Weihnachtsbeleuchtung gehört dazu. Also zur Stimmung, zu dieser dunklen Zeit, zu den Feiertagen.“

Viele haben Verständnis für mögliche Sparmaßnahmen, zeitgleich sehnen sie sich in der dunklen Zeit auch nach etwas Licht im Alltag: „Es hebt einfach die Stimmung, wenn man in der Dunkelheit, meistens bei niedrigen Temperaturen, durch die schön beleuchtete Innenstadt geht“, erzählt eine Passantin.

Hadersleben hat in den vergangenen Jahren in Bezug auf Weihnachtsbeleuchtung nicht gespart. Die Stadt leuchtete mithilfe von LED-Lampen gegen die Wintermonate an, sogar bis einschließlich 1. Februar. Auf dem YouTube-Kanal der Kommune Hadersleben wurde der Beginn der Beleuchtung zelebriert, Supermarktketten beleuchteten ganze Fassaden im gelblichen Licht, außergewöhnliche Lichtkonstruktionen versetzten die Bewohnerinnen und Bewohner ins Staunen.

Weihnachtlich shoppen wird man auch dieses Jahr wieder in Hadersleben können. Foto: Ute Levisen

Wird es dieses Jahr wieder weihnachtlich?

Eine gemütliche Stadt macht Vorfreude auf die Feiertage, auf all die Vergnügungen, die mit diesen Festtagen daherkommen. Zeitgleich ist die Stimmung durch die Weltgeschehnisse getrübt. Und dann wäre da auch noch die Energiekrise samt dem Aufruf zum Sparen. Immer wieder stellten sich die Kommunen, in Deutschland wie in Dänemark, die Frage, was bleiben darf und was nicht. Derzeit hängt die Weihnachtsbeleuchtung zwar schon, eingeschaltet ist sie aber noch nicht.

Hell leuchtet dagegen mittlerweile schon der Supermarkt Meny in der Haderslebener Innenstadt, trotz erhöhter Kosten. Betreiber Egon Høst Greve verriet im Gespräch mit „JydskeVestkysten“, dass er zwar mit negativen Kommentaren rechnet, er aber die Kundinnen und Kunden nicht um die Stimmung bringen möchte. Zudem würde ihn ein Tag Beleuchtung ungefähr 8 Kronen kosten, was vertretbar sei.

Aber auch die gesamte Stadt darf sich bald auf weihnachtliche Stimmung freuen: Die Vorsitzende von „Haderslev Butikker“ (Einzelhandelsverein Hadersleben), Pia Schultz Heelsberg, ist glücklich, dass der Verein mit der Gemeinde Hadersleben, die für Bezahlung des Stroms zuständig ist, eine Vereinbarung getroffen hat.

Die Weihnachtsbeleuchtung der Stadt bleibt erhalten – nur in einer reduzierten Version in Bezug auf die Anzahl der Brennstunden. Es gebe Städte, die die Weihnachtsbeleuchtung ganz abschaffen würden, dies würde potenzielle Kundinnen und Kunden aber abschrecken und in andere Städte locken, so die Vorsitzende. Wirtschaftlich wäre dies kein cleverer Schachzug.

Der Supermarkt „Meny“ hat seine Weihnachtsbeleuchtung bereits eingeschaltet. Foto: Amanda Klara Stephany

Haderslebener Weihnachtsbeleuchtung – ein gemeinschaftliches Projekt

Weihnachtsstimmung kann teuer sein, rund eine Viertel Million Kronen kosten der Auf- und Abbau, der Aufzug samt Kran, die Lagerung, die Versicherung, die Wartung und der kontinuierliche Ersatz der Beleuchtung. Deshalb hat sich „Haderslev Butikker“ erneut an eine Reihe von Händlerinnen und Händler gewandt, um Zuschüsse zur Finanzierung des Projekts zu erhalten, so der Buchhalter von „Haderslev Butikker“, Vagn Meck.

Zwar würden Mitglieder automatisch einen Beitrag zahlen, aber es bräuchte auch Gelder von außerhalb. Wer sich an der Finanzierung der Weihnachtsbeleuchtung beteiligt, erhält einen Aufkleber als sichtbaren Beweis.

Nächste Woche ist es endlich so weit

Eingeschaltet wird die bereits hängende Weihnachtsbeleuchtung nächste Woche am 25. November um 15 Uhr, am sogenannten „Black Friday". Eine Ausnahme macht der Weihnachtsbaum am Marktplatz, der am 26. November bei der Nikolauswache beleuchtet wird.

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