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Königin gestaltet neues Messgewand für die Domkirche

Königin gestaltet neues Messgewand für die Domkirche

Königin gestaltet neues Messgewand für die Domkirche

Hadersleben/Haderslev
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Katrine Westergaard Romberg, Kirchen- und Kulturmitarbeiterin der Haderslebener Domgemeinde, zeigt ein Foto des neuen Messgewandes. Rechts daneben das weiße Messgewand, das seit Dezember 1987 im Einsatz ist. Foto: Nils Baum

Die Haderslebener Domkirche bekommt ein neues weißes Messgewand. Auch dieses Mal hat die Königin persönlich an dessen Ausgestaltung mitgewirkt. Das von ihr mitentworfene bisherige weiße Messgewand ist seit Dezember 1987 in Gebrauch.

Die Domgemeinde in Hadersleben kann sich auf ein neues weißes Messgewand für die Domkirche freuen. An dessen Ausarbeitung hat sich Königin Margrethe persönlich beteiligt.

„Die Königin war seinerzeit die treibende Kraft hinter den vier Messgewändern, die wir heute haben. Und vor allem zu unserem weißen Messgewand hat sie ein besonderes Verhältnis“, erläutert Katrine Westergaard Romberg, Kirchen- und Kulturmitarbeiterin der Domgemeinde, gegenüber dem „Nordschleswiger“.

Königin trug den weißen Stoff zu ihrer Verlobung

„Die Königin hat seinerzeit den weißen Stoff selbst für ein Kostüm geschenkt bekommen, das sie auf ihrer Verlobung getragen hat. Den Rest des Stoffes hat sie uns für unser weißes Messgewand überlassen.“ Seit Dezember 1987 kommt es jedes Jahr zu Allerheiligen, am 1. Advent und während der Weihnachtsfeiertage sowie zu Ostern zum Einsatz.

Die Königin war seinerzeit die treibende Kraft hinter den vier Messgewändern, die wir heute haben. Und vor allem zu unserem weißen Messgewand hat sie ein besonderes Verhältnis.

Katrine Westergaard Romberg, Kirchen- und Kulturmitarbeiterin der Domgemeinde

Aus diesem Grunde sei es auch nicht schwer gewesen, erneut die Unterstützung der Königin zu bekommen, als die Haderslebener Domgemeinde im Dezember 2018 eine Anfrage an sie sendete. Die Königin sicherte ein weiteres Mal ihr Mitwirken bei der Gestaltung des neuen Messgewandes zu.

Fachliche Unterstützung von der Gesellschaft für Kirchliche Kunst

Daneben hat die Domgemeinde von der fachlichen Expertise der Gesellschaft für Kirchliche Kunst profitiert. Dort hat Stickerin Lizzi Damgaard seit Februar dieses Jahres an dem neuen Messgewand für die Haderslebener Domkirche gestickt.

Gesellschaft für Kirchliche Kunst

Die dänischen Kirchengebäude und ihr Inventar stellen einen umfangreichen, lebendigen Teil des dänischen Kulturerbes dar. Die Gesellschaft für Kirchliche Kunst mit Sitz in Kopenhagen berät seit ihrer Gründung im Jahre 1927 die Kirchengemeinden bei der Restaurierung, Änderung oder Neuanschaffung von Inventar in den Kirchen.

Daneben hält sie sich laufend über herausragende kirchliche Kunst informiert und wirkt bei deren Weiterentwicklung mit. Auf diese Weise stellt sie in Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen in den Kirchengemeinden sicher, dass die Kirchen stets mit dem höchsten qualitativen künstlerischen und handwerklichen Standard ausgestattet sind.

Die eigentliche Arbeit an dem Projekt begann jedoch noch viel früher. „Ich habe mehrere Treffen mit der Königin gehabt, sie hat die Stoffe ausgewählt und den gesamten Prozess begleitet“, berichtet Lizzi Damgaard.

„Ein Teil des Stoffes im alten Messgewand ist aus Seide und mit einer goldenen Stickerei verziert“, erklärt sie, „und der goldene Faden hat im Laufe der Jahre die empfindliche Seide zermürbt. Und da wir keinen vergleichbaren Stoff mehr zur Verfügung haben, kann das nicht einfach repariert werden.“

Auch der orangefarbene Stoff war nicht leicht zu beschaffen. „Glücklicherweise haben wir ein entsprechendes Stück Stoff von Bischöfin Marianne Christiansen bekommen können. Sie hatte noch etwas Stoff von ihrem eigenen Bischofsgewand, das im Rahmen ihrer Antrittsübernahme 2013 für sie angefertigt worden war, übrig“, erzählt Katrine Westergaard Romberg.

An der Ausgestaltung des neuen Messgewandes hat die Königin persönlich mitgewirkt. Foto: Haderslev Domsogn

Spenden ermöglichten das neue Messgewand

Dass das alte Messgewand nach über 30 Jahren überhaupt ersetzt werden kann, ist einer großzügigen Spende des Kristine und Max Schaumanns Fonds zu verdanken. Sie wurde dankend angenommen, da das jetzige Messgewand höchstens noch ein paar Jahre gehalten hätte.

„Wir sind unendlich dankbar für die großzügige Spende, die wir erhalten haben, und die das Ganze ermöglicht hat“, sagt der Vorsitzende der Haderslebener Domgemeinde, Paul Erik Brodersen, der den genauen Spendenbetrag sowie die Kosten für das neue Messgewand nicht nennen möchte.

Transport nach Hadersleben nächste Woche

Er arbeitet zurzeit auch daran, den Transport des neuen Messgewandes nach Hadersleben zu organisieren. „Wenn alles klappt, kommt es nächste Woche zu uns“, berichtet er.

Es wird dann in der Domkirche zusammen mit den anderen drei Messgewändern zu sehen sein, wenn diese nicht in Gebrauch sind. In diesem Zusammenhang passt es gut, dass die Haderslebener Domkirche ab sofort wieder für die Öffentlichkeit zugänglich ist.

Eingeweiht wird das neue Messgewand dann an Allerheiligen am 1. November.

Öffnungszeiten der Haderslebener Domkirche im Juli und August:

Montags-freitags 8-17 Uhr
Sonnabends 10-17 Uhr
Sonntags nach dem Gottesdienst bis 17 Uhr

Seit Mittwoch ist die Domkirche wieder für Besucher geöffnet. Wenn das neue Messgewand eingetroffen ist, wird es in der Kirche zusammen mit den anderen Messgewändern ausgestellt werden. Foto: Nils Baum
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