Übergriffe

Zum Schutz der Sanitäter: Panikknopf im Rettungswagen

Zum Schutz der Sanitäter: Panikknopf im Rettungswagen

Zum Schutz der Sanitäter: Panikknopf im Rettungswagen

Malick Volkmann
Hannover
Zuletzt aktualisiert um:
Foto: dpa

Die Gewalt gegen Rettungskräfte in der Region Hannover nimmt immer weiter zu. Eine besondere Maßnahme soll den Einsatzkräften nun mehr Sicherheit garantieren.

Die Zahl der Übergriffe auf Rettungssanitäter im Raum Hannover steigt laut der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung (HAZ) immer weiter an. Wie die Zeitung berichtet, stattet die Feuerwehr Hannover deswegen nun alle zwölf Rettungswagen mit Panikknöpfen aus. Falls die Sanitäter angegriffen werden, können sie sich in den Behandlungsraum zurückziehen und sämtliche Türen per Knopfdruck verriegeln. Ein Notruf wird allerdings nicht abgesetzt.

Laut einer Umfrage des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) Niedersachsen sei die Gewalt gegen Einsatzkräfte in den letzten fünf Jahren deutlich angestiegen. Neben Sanitätern seien auch Polizisten und Feuerwehrleute betroffen. Die Befragten gaben an, ein bis zwei Mal im Jahr Gewalt zu erleben. Einige sprechen sogar von bis zu fünf Mal. Im Jahr 2017 zählte die Berufsfeuerwehr Hannover 23 Übergriffe. Die Täter sind unterschiedlich: Neben den Patienten werden auch Angehörige oder Gaffer aggressiv.

"Wir müssen unsere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen schützen."

Bestimme Schulungen sollen die Sanitäter seit einiger Zeit auf eskalierende Situationen vorbereiten. Offenbar reicht das nicht aus: „Wir müssen unsere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen schützen“, sagt Michael Hintz, Pressesprecher der Feuerwehr, der HAZ. Der Deutsche Feuerwehrverband fordert aufgrund der zunehmenden Angriffe eine bundesweite Anlaufstelle für betroffene Einsatzkräfte. „Diese Forderung unterstützen wir auch als Berufsfeuerwehr Hannover“, so Hintz.

Neben der Feuerwehr haben auch die Johanniter im Ortsverband Hannover Panikknöpfe in ihren drei Rettungswagen installiert. Bei dem DRK ist lediglich ein Einsatzfahrzeug derartig ausgestattet, weitere Umrüstungen seien derzeit nicht geplant.

Angriffe auch in Dänemark

In Dänemark gab es in den vergangenen Jahren ebenfalls immer wieder Vorfälle, bei denen Einsatzkräfte attackiert wurden. Entgegengewirkt werden soll unter anderem dadurch, dass straffällig gewordene Jugendliche Einsatzwagen reinigen sollen. Außerdem sollen Jugendliche aus sozialen Brennpunkten bei der Feuerwehr mitarbeiten.

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