Giftattacke

Vergiftetes Pausenbrot - Polizei prüft 21 Todesfälle in Deutschland

dpa
Schloß Holte-Stuckenbrock
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Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

Ein 56-Jähriger soll mindestens drei seiner Kollegen in Ostwestfalen mit Bleipulver vergiftet haben. 21 weitere Todesfälle werden nun rückwirkend untersucht.

Als "auffällig unauffällig" beschreibt das Unternehmen den Mitarbeiter, der mindestens drei seiner Kollegen mit Bleipulver vergiftet haben soll. Nach Angaben von Personalchef Tilo Blechinger war der Mann 38 Jahre lang im Unternehmen. Seit Mai 2018 sitzt der 56-Jährige in Untersuchungshaft. Polizei und Staatsanwaltschaft hatten am Mittwoch mitgeteilt, dass jetzt nachträglich 21 Todesfälle seit dem Jahr 2000 genauer unter die Lupe genommen werden.

Hierbei geht es um Mitarbeiter eines Anlagenbauers aus dem ostwestfälischen Schloß Holte-Stuckenbrock, die kurz vor Erreichen des Ruhestandes gestorben waren. Bei zwei weiteren Krankheitsfällen in der Firma hat sich jetzt der Verdacht auf Schwermetallvergiftungen konkretisiert.

Der 56-Jährige streute Bleipulver auf das Pausenbrot seiner Kollegen

Aufgeflogen war der Fall, nachdem ein Kollege auffälliges Pulver auf seinen Stullen entdeckt hatte. "Dann haben wir uns auch dank des guten Verhältnisses zum Betriebsrat schnell darauf geneigt, das Ganze zu überprüfen", sagt Blechinger. Eine Kamera zeichnete auf, wie der 56-Jährige die Brotdose öffnete und etwas auf das Brot tat. Zuerst sei man von einem schlechten Scherz unter Kollegen ausgegangen, nicht von einem Mordversuch.

Die Polizei wollte sich mit Hinweis auf die laufenden Ermittlungen nicht zu dem Verdächtigen äußern. Er schweigt bislang in der Untersuchungshaft. Das Motiv ist offen.

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