Seltener Fund

Sylt: Spaziergänger entdecken toten Blauhai am Strand

Sylt: Spaziergänger entdecken toten Blauhai am Strand

Sylt: Spaziergänger entdecken toten Blauhai am Strand

Rantum
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Mitarbeiter der Schutzstation Wattenmeer vermaßen den Blauhai. Foto: Schutzstation Wattenmeer

Spaziergänger fanden das tote Tier am Strand. Blauhaie gelten als eine der für den Menschen potenziell gefährlichen Haiarten.

Mittwochabend meldeten Spaziergänger am Strand in Rantum einen seltenen Fund: Ein 2,25 Meter langer Blauhai lag tot im Sand auf Höhe Strandübergang Tadjem Deel. Sie alarmierten die Mitarbeiter der Schutzstation Wattenmeer in Hörnum: „Wir konnten es erst nicht glauben, bis wir Fotos von dem Tier gesehen haben, die uns die Finder per E-Mail zugeschickt haben“, berichtet Frithjof Pölzing von der Schutzstation Wattenmeer über den abendlichen Einsatz. Vor Ort sei schnell klar gewesen, dass es sich bei dem angespülten Tier um einen Blauhai handelt. „Das sieht man gut an der prägnanten Zacke in der Schwanzflosse“, so Pölzing.

Die Freiwilligen der Schutzstation Wattenmeer verständigten den Sylter Seehundjäger Thomas Diedrichsen, der von dem Fund ebenfalls sehr überrascht war. „So ein Blauhai kommt in der Nordsee sehr selten vor, so ein Fund ist wirklich außergewöhnlich“, so Diedrichsen gegenüber der Sylter Rundschau. Es handle sich bei dem Sylter Exemplar um ein junges Männchen, erklärt er. Diedrichsen habe das Tier vermessen, eingetütet und mitgenommen. Donnerstagmorgen wurde es von Mitarbeitern des Institus für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) in Büsum abgeholt, um genauer untersucht zu werden.

Für Rainer Borcherding, Biologe bei der Schutzstation Wattenmeer, ist die Hai-Strandung eine kleine Sensation, auch wenn der Blauhai eine der am weitesten verbreiteten Haiarten der Welt ist. In der Nordsee käme er allerdings sehr selten vor, da er wärmere Temperaturen bevorzuge, betont Borcherding. In den 30 Jahren, die er als Biologe an der Nordsee tätig ist, hätte er noch nie von einer Blauhai-Strandung gehört. „Dennoch habe ich immer damit gerechnet, weil die Tiere regelmäßig bis nach Irland kommen. Dort werden sie auch geangelt und markiert“.Rainer Borcherding geht davon aus, dass der Hai aufgrund der kalten Temperaturen in der Nordsee starb. Im November und Dezember, wenn das Wasser abkühlt, käme es häufiger vor, dass große Fische stranden, erklärt er. „Wenn sie dann den Ausgang aus der Nordsee nach Süden nicht finden, dann sterben sie.“ Zwar könnten die Tiere mit ihren Muskeln die Körpertemperatur etwas erhöhen, sind sie aber zu lange im kalten Wasser könnten sie nicht überleben.

Woran der Blauhai allerdings tatsächlich starb, kann nur eine genau Untersuchung zeigen. „Denn es kann immernoch sein, dass Plastik im Magen hatte“, so Borcherding.

Der Wolf der Meere

Als großer Hochseehai fresse der Blauhai fast alles, was er erbeuten kann, so der Biologe. Den Hauptteil seiner Nahrung stellen dabei Fische jeder Größe dar, überwiegend Schwarmfische wie Heringe, Makrelen, Sardinen oder auch Thunfische. Außerdem jagt er Kopffüßer und auch kleinere Haiarten. „Er ist ein Wolf der Meere – und auch ein Räuber“, sagt Rainer Borcherding, gibt aber gleichzeitig entwarnung für Badegäste: „Er macht keine Jagd auf Surfer und Robben, wie zum Beispiel der Weiße Hai“. Dennoch gelte der Blauhai als eine der für den Menschen potentiell gefährlichen Haiarten. Es gibt mehrere Berichte von Haiattacken durch diese Art auf badende oder tauchende Menschen sowie auf Boote. Dabei ist anzunehmen, dass die Haie die Menschen für eine zu überwältigende Beute hielten. Aufgrund ihres Lebensraumes, der im Normalfall nicht in den Küstenbereichen liegt, sind diese Angriffe jedoch äußerst selten.

Der Bestand der Blauhaie sei in den vergangenen Jahren weltweit zurückgegangen. „Sie werden immer mitgefangen, kommen aus den Netzen nicht wieder raus“, sagt Borcherding. Außerdem böten die Asiaten Mondpreise für Haifischflossen des Blauhais, vor allem, um Haifischflossensuppe daraus zu kochen. „Besonders in China gilt es als schick, Hai zu essen. Außerdem soll es gesund sein, weil Haie kein Krebs bekommen“, so der Biologe. So sei der Glaube entstanden, dass sie vor Krebs schützen würden. „Millionen von Haien werden abgeschlachtet, der Blauhai musste bereits 80 bis 90 Prozent seines Bestandes einbüßen.“

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