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Sprachenvielfalt: Abgeordneter kontert AfD-Vorschlag auf Plattdüütsch

dpa/cvt
Berlin
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Johann Saathoff
Johann Saathoff Foto: Deutscher Bundestag

Ein Bundestagsabgeordneter aus Ostfriesland hat mit einer Rede auf Plattdeutsch eine AfD-Initiative zur Verankerung von Deutsch als Landessprache im Grundgesetz gekontert. Auch andere Abgeordnete kritisierten in Mundart.

Mit Hohn, Spott und Kostproben ihrer Heimatdialekte haben Politiker der anderen Bundestagsfraktionen auf einen AfD-Antrag reagiert, Deutsch als Landessprache im Grundgesetz zu verankern. „Das ist keine irre Idee der AfD“, verteidigte der AfD-Abgeordnete Stephan Brandner am Freitag im Bundestag den Vorstoß seiner Partei. Das Deutsche sei durch einen „um sich greifenden Englisch-Wahn“ bedroht sowie durch „massive Zuwanderung“. Einige Behörden seien inzwischen sogar dazu übergegangen, Informationen teilweise auch in arabischer oder türkischer Sprache zu verbreiten.

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Johann Saathoff aus Emden in Ostfriesland hat mit einer Rede auf Plattdeutsch gekontert. „Düütschland word neet armer dör anner Spraken, Düütschland word rieker.“ Deutschland werde nicht ärmer durch andere Sprachen, sondern reicher, sagte der Politiker am Freitag im Bundestag.

„Düütschland profiteert daarvan, dat wi tosamenwassen in de Welt“

„Düütschland profiteert daarvan, dat wi tosamenwassen in de Welt. Tosamenwassen in de Welt geiht nur, wenn man sük tegensiedig unnerhollen un verstahn kann un wenn man de richtige Spraak proten kann.“ (Deutschland profitiert davon, dass wir in der Welt zusammenwachsen. Das Zusammenwachsen in der Welt funktioniert nur, wenn man sich gegenseitig austauschen und verstehen kann und wenn man die richtige Sprache sprechen kann.)

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) bat Saathoff während dessen knapp fünfminütiger Rede, darauf zu achten, dass ihn alle verstehen könnten. Saathoff entschuldigte sich anschließend beim Stenographischen Dienst des Bundestages, der alle Reden mitschreiben und dokumentieren muss: „Ich gelobe Besserung.“

„Wir chatten, wir liken, rechtsaußen wird wohl mehr gehatet“

Die CDU-Abgeordnete Gitta Connemann kritisierte ihrerseits die Sprache der AfD-Anträge. Diese seien voller Fremdwörter und unschöner „Bandwurmsätze“. Im Internet verbreite die AfD ihr Parteiprogramm zudem auf Russisch. Der FDP-Abgeordnete Stephan Thomae fragte: „Wie lange wollen sie eigentlich die Geduld dieses Hauses missbrauchen mit ihren deutschtümelnden Anträgen?“

Mahmut Özdemir (SPD) sagte, in seiner niederrheinischen Heimat würde man zu dem Vorstoß der AfD wohl sagen: „Da haben die Schwadroneure mal wieder Stuss zusammengefrickelt.“

Für Heiterkeit sorgte der bayerische Grüne Erhard Grundl mit der Frage: „Wie schaut es mit Extrem-Dialekten wie etwa dem Oberpfälzischen aus?“ Die AfD wolle offensichtlich ihre „eigene Kleinkariertheit“ dem ganzen Land überstülpen. Die Zunahme von Anglizismen kommentierte Grundl mit dem Satz: „Wir chatten, wir liken, rechtsaußen wird wohl mehr gehatet.“

Die Rede im Video:

Quelle: Deutscher Bundestag

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