NACH BLITZER-PANNE

Radarfallen auf der Rader Hochbrücke werden scharf gestellt

Eckhard Gehm/shz.de
Rendsburg
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Neue Software für die Blitzer auf der Rader Hochbrücke. Foto: Marcus Dewanger/shz.de

Auf der maroden Rader Hochbrücke wird es für Raser wieder eng. Seit März steht eine neue Software zur Verfügung.

Die Radargeräte wissen nicht, welches Tempolimit gerade gilt, eine Flut von Einsprüchen und die Polizei stellte die Bearbeitung von Verstößen durch Autofahrer ein. Im Dezember musste das Land zugeben: Die vier Radarfallen auf der Rader Hochbrücke sind, was Pkw angeht, eine Mogelpackung. Mittlerweile flattern Rasern wieder Bußgeldbescheide ins Haus. „Seit März steht eine neue Software zur Verfügung“, sagt Birte Pusback vom Verkehrsministerium in Kiel.

Die Blitzer lösen bei Autos immer erst dann aus, wenn sie mit mehr als 115 Kilometern pro Stunde über die Brücke fahren. Egal, welches Tempolimit gerade angezeigt wird. Die „Blitz-Zeit“ muss nachträglich mit der variablen Geschwindigkeitsanzeige synchronisiert werden. Allerdings funktionierte das Programm dazu seit vergangenem Sommer nicht richtig, es kam zu zahlreichen Einsprüchen. Autofahrer waren überzeugt, dass auf dem LED-Schild 100 angezeigt worden war, doch sie sollten zahlen oder Punkte kassieren, weil angeblich Tempo 80 oder 60 galt. Die Polizei weigerte sich, die langen Listen per Hand auszuwerten, zumal Autos nur als Beifang gelten, der Schutz der maroden Brücke vor zu schnellen Lastern primäres Ziel der Anlage ist.

Seit März werden Verstöße wieder geahndet

Birte Pusback: „Seit dem 1. März werden Verstöße nun wieder bezogen auf die aktuell angezeigte Geschwindigkeit geahndet. Alles läuft problemlos.“ Auch die Polizei hat sich nach dem Bericht von shz.de Ende Dezember zur mühsamen Suche in den Listen durchgerungen. Während im letzten Quartal 2017 Autofahrern gerade mal 282 Verstöße zugestellt wurden, waren es in den ersten beiden Monaten dieses Jahres dann doch 1124. Mit der neuen Software, die den Prozess automatisiert, dürften es weit mehr werden.

Wann es zu einer direkten Kopplung der LED-Schilder mit dem „TraffiStar“ kommt, ist noch unklar. Wie viele Autofahrer seit Sommer ohne Strafe davon gekommen sind, wurde nie ermittelt. Verkehrsverstöße verjähren grundsätzlich nach drei Monaten.

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Leitartikel

Cornelius von Tiedemann
Cornelius von Tiedemann Stellv. Chefredakteur
„Venstre-Wellen“