Gegen das Welpentöten

Peta hält Mahnwache an dänischer Grenze

Peta hält Mahnwache an dänischer Grenze

Peta hält Mahnwache an dänischer Grenze

Karsten Sörensen/Mira Nagar/shz.de
Kupfermühle
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Dänemark tötet Welpen“: Mit Protestschildern machten rund 35 Tierschützende an der Grenze auf den Vorfall in der vergangenen Woche aufmerksam." Foto: Karsten Sörensen

Nach der Tötung von 25 Welpen hält Petas Streetteam Flensburg am Grenzübergang Kupfermühle eine Mahnwache.

Am Samstag hat das Peta 2-Streetteam Flensburg vor dem Grenzübergang Krusau/Kupfermühle eine Mahnwache abgehalten. Etwa 35 Menschen folgten dem Aufruf der Tierschutzorganisation.

Hintergrund der Aktion: Weil ein 33-Jähriger 25 Welpen aus Polen nach Dänemark einführen, aber nicht die nötigen Papiere für die Hunde vorweisen konnte, schläferte ein Tierarzt des dänischen Veterinäramts nach Grenzübertritt sämtliche Welpen ein. Bei Tierschützern stieß die Entscheidung auf scharfe Kritik.

Die dänische Lebensmittel- und Veterinärbehörde begründete die Welpentötung damit, dass der Händler nicht als Hundehalter registriert und die legale Einfuhr der Welpen daher nicht möglich gewesen sei. Außerdem solle so die Verbreitung von Tollwut gestoppt werden.

Doch schnell wurde klar: Die kleinen Welpen wären auf deutscher Seite auf jede Menge Hilfe und Liebe gestoßen – wenn denn jemand den Flensburger Tierschutz kontaktiert hätte.

Mit Transparenten wie: „Ich bin kein Gelegenheitskauf“ oder „Dänemark tötet 25 Hundewelpen“ wollten die Tierschützenden auf diesen Umstand aufmerksam machen, dass es eben immer eine Möglichkeit zur Rettung für die Tiere gäbe. Tierheime würden 24 Stunden zur Hilfe eilen, Tötungen seien daher unnötig.

Appell: Künftig auch deutsche Behörden um Kooperationshilfe bitten

„Mit unser Mahnwache wollen wir die dänischen Behörden auffordern, in einem Wiederholungsfall alle Möglichkeiten des Tierschutzes wahrzunehmen und auch die deutschen Behörden um Kooperationshilfe zu bitten“, sagt Claudia Schultz vom Peta 2-Streetteam Flensburg. Eine Tötung von Hunden allein wegen fehlender Impfnachweise sei nicht akzeptabel und grausam.

„Was sich bei den dänischen Behörden abgespielt hat, ist ein Trauerspiel“, sagt eine Demonstrationsteilnehmerin.

Foto: Karsten Sörensen

Yvonne Wiegers von Wegner, Leiterin des Schleswiger Tierschutzes, sagt: „Ein in Deutschland aufgeriffener Fundhund hat auch keine Papiere um den Hals hängen, deshalb nehmen wir uns der Tiere ja an.“ Sie habe zu dem bislang bei keinem Tier im Schleswiger Tierheim jemals nach der Untersuchung einen Tollwutverdacht feststellen können, sagt Wiegers von Wegner. „Die Gesetzesauslegung der dänischen Behörden halte ich als Grund der Tötung der Welpen einfach für vorgeschoben."

Im Rahmen der rund einstündigen Mahnwache hielten Autofahrer immer wieder kurz an und informierten sich über die Aktion.

Adoptieren statt kaufen

Peta weist darauf hin, dass solche Vorfälle überhaupt nur durch die Nachfrage der Konsumenten nach gezüchteten Hunden ermöglicht würden. Die Tierrechtsorganisation fordert daher Tierfreunde auf, Hunde zu adoptieren, anstatt sie beim Züchter zu kaufen.

Heimtierschutzgesetz gefordert

„Beim Züchter werden die Tiere als Gebärmaschinen missbraucht, wie Ware produziert und über Onlineportale, Zeitungsannoncen, auf Tiermärkten gewinnbringend verkauft“, heißt es in einer Mitteilung von Peta.

Die Tierrechtler fordern daher die Einführung eines Heimtierschutzgesetzes, das unter anderem rechtlich verbindlich und klar ausformuliert, welche Merkmale als Qualzucht definiert sind.

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Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
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