INVESTITION IN RENDSBURG

Neue und bessere Blitzer für die Rader Hochbrücke

Dieter Schulz/shz.de
Rendsburg
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Rader Hochbrücke
Foto: dpa

Das Land will „Blitzer-Mogelpackung“ am Nord-Ostsee-Kanal beseitigen. Dafür werden 500.000 Euro investiert.

Keine Chance mehr für Temposünder auf der Rader Hochbrücke: Das Land und Kreis Rendsburg-Eckernförde wollen nach Informationen von shz.de die vier stationären Blitzer im Frühjahr nächsten Jahres mit weiteren vier Kameras aufrüsten und dafür zusammen etwa 500.000 Euro investieren.

Nachdem es bis vor einem Jahr noch keine technische Lösung gab, die Windwarn-Anlage der Brücke, die bei Sturm die zulässige Höchstgeschwindigkeit für Pkw auf bis zu 60 Stundenkilometer reduziert, mit den Blitzer-Säulen zu koppeln, liegt diese Technik nun vor. Die zusätzlichen Anlagen der Firma Jenoptik können nicht nur – wie die alten – zwischen Lkw und Pkw unterscheiden, sondern auch erkennen, welche Geschwindigkeitsbeschränkung gerade aktuell gilt.

Auslösen erst bei 115 km/h

Bislang sind die Radarfallen eine regelrechte Mogelpackung. Sie lösen bei Pkw immer erst dann aus, wenn diese mit mehr als 115 Kilometern pro Stunde über die Brücke fahren – egal, welches Tempolimit durch Wind und Wetter bedingt gerade angezeigt wird. Die Anzeige auf den LED-Schildern richtet sich nach der Windstärke. Bei Sturm gilt Tempo 60 für Pkw, bei starkem Wind Tempo 80. Ansonsten ist die Geschwindigkeit auf 100 Kilometer pro Stunde beschränkt.

Wird ein Autofahrer geblitzt, weil er zum Beispiel 120 Sachen auf dem Tacho hat, müssen Beamte immer abfragen, welches Tempolimit zu diesem Zeitpunkt galt. Nur so ist es möglich zu klären, ob ein Fahrverbot fällig ist oder nur ein Verwarngeld. Wegen der fehlenden Kopplung dürfte in der Vergangenheit eine Vielzahl von Verstößen überhaupt nicht erfasst worden sein.

20.000 Verwarngelder

Nach Angaben aus Verwaltungskreisen wurden seit Aufstellung der vier „alten“ Blitzer an der Brücke über 50 Millionen Fahrzeuge überprüft, über 260.000 Fahrzeuge fuhren schneller als erlaubt. Allein in diesem Jahr sollen bislang über 20.000 Verwarnungs- und Bußgelder verhängt worden seien.

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