Bahnverkehr

Nach Bahnunfall in Elmshorn: Ab Freitagmittag fahren wieder einige Züge

Bernd Amsberg/shz.de
Elmshorn
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Der entgleiste Zug in Elmshorn. Foto: Georg Wendt/dpa

Ab 14 Uhr sollen erste Züge wieder rollen. Mehrere Politiker fordern ein zusätzliches Gleis am Bahnhof in Elmshorn.

Ab Freitagmittag sollen die ersten Züge wieder den Bahnhof in Elmshorn passieren. Das teilte die Deutsche Bahn auf Anfrage mit. Damit wäre die Strecke nach der Zugentgleisung früher wieder freigegeben, als ursprünglich gedacht. Ab dem Nachmittag soll der Linienverkehr dann wieder weitestgehend angelaufen sein. Jedoch fahren erstmal nur einige Züge. Auf anderen Strecken kommt es nach dem Vorfall weiterhin zu Behinderungen.

Bis zur Freigabe der Strecke gilt laut Bahn im Nahverkehr noch folgender Fahrplan:

  • Die Linie RE6 (Westerland-Hamburg) verkehrt wieder im Stundentakt.
  • Die Linie RE7 (Flensburg-Hamburg) und die Linie RE70 (Kiel - Neumünster) fahren jeweils von Norden kommend nur bis Neumünster. Ab Neumünster steigen Fahrgäste in die Nordbahn nach Bad Oldesloe um. Reisende von und nach Kiel nutzen die Züge über Lübeck.
  • Die Regionalbahnen pendeln zwischen Pinneberg und Dauenhof. Es ist weiter ein Busersatzverkehr eingerichtet.

Nach Freigabe der Strecke ab 14 Uhr gilt im Nahverkehr folgender Fahrplan:

  • Der Zugverkehr auf den Linien RE70 (Kiel-Hamburg), RB61 (Itzehoe-Hamburg) und RB71 (Wrist-Hamburg) werden wieder aufgenommen. Die Linie RE7 (Flensburg-Hamburg) wird auch am Freitag baubedingt nur ab/bis Neumünster fahren.
  • Die Züge des Fernverkehr von und nach Kiel sowie Westerland fahren ab Samstag wieder.

In der Politik gibt es erste Forderungen nach Konsequenzen: Das dritte Gleis soll endlich gebaut werden. Die Elmshorner SPD-Landtagsabgeordnete Beate Raudies bringt Entschädigungen für Pendler ins Spiel.

Elmshorns Bürgermeister Volker Hatje hofft, dass der Unfall und die Chaostage im Zugverkehr den Druck auf die Bahn erhöhen. „Wir sagen das schon seit Jahrzehnten: Wenn hier was passiert, dann betrifft es das ganze Land. Der volkswirtschaftliche Schaden ist gar nicht zu ermessen.“ Mit einem dritten Gleis gebe es wenigstens eine Ausweichmöglichkeit.

In die gleiche Kerbe schlägt Beate Raudies: „Dieser Unfall macht deutlich, dass die Forderungen nach einem Dritten Gleis zwischen Elmshorn und Hamburg sowie einer zusätzlichen Durchfahrtmöglichkeit im Bahnhof Elmshorn weiterhin aktuell sind.“ Sie hat darüber hinaus einen weiteren Vorschlag: „DB Regio und nah.sh sind gut beraten, über eine Entschädigung der Pendler nachzudenken.“ Denn das, was Pendler in den vergangenen Wochen auch wegen der Bauarbeiten hätten aushalten müssen, gehe über das normale Maß hinaus.

„Der Bahnhof Elmshorn ist ein hoch gefährdeter Engpass mit Auswirkungen auf ganz Schleswig – Holstein und die Metropolregion Hamburg“, meint der Elmshorner SPD-Bundestagsabgeordnete Ernst Dieter Rossmann. Er hat deshalb seine Forderung nach einem zusätzlichen Überholgleis im Elmshorner Bahnhof mit einer weiteren Bahnsteigkante und einem dritten Gleis im Streckenabschnitt Elmshorn – Eidelstedt mit Nachdruck erneuert. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Michael von Abercron ist ebenfalls Befürworter eines dritten Gleises. „Das fordere ich schon seit langem. Ich hoffe, aus dem Unfall werden Lehren gezogen und das dringend benötigte Projekt wird endlich in Angriff genommen.“

„Ein drittes Gleis wäre sicherlich eine Ergänzung, die den Bahnverkehr im Norden entlastet. Dann wäre bessere Takt- und Haltefrequenz an den Bahnhöfen im Kreis möglich“, so Cornelia Möhring, Bundestagsabgeordnete der Linkspartei.

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