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Junge Union fordert "verpflichtendes Gesellschaftsjahr"

dpa
Berlin
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Die Junge Union will ein „verpflichtendes Gesellschaftsjahr" für alle Schulabgänger in Deutschland. Foto: DPA

Die Junge Union hat sich für ein "verpflichtendes Gesellschaftsjahr" für alle Schulabgänger in Deutschland ausgesprochen. Diese sollen dann selbst entscheiden, ob sie dieses in der Bundeswehr oder in einer sozialen Einrichtung absolvieren wollen.

Die Junge Union hat sich für ein "verpflichtendes Gesellschaftsjahr" für alle Schulabgänger in Deutschland ausgesprochen. Diese sollen dann selbst entscheiden, ob sie dieses in der Bundeswehr oder in einer sozialen Einrichtung absolvieren wollen.

"Wir leben in einem wunderbaren, einem wohlhabenden Land", sagte der Vorsitzende der Nachwuchsorganisation von CDU und CSU, Paul Ziemiak, der "Bild am Sonntag". "Ein Gesellschaftsjahr gibt die Möglichkeit, etwas zurückzugeben und gleichzeitig den Zusammenhalt im Land zu stärken." Eine Debatte darüber sei "längst überfällig".

Der Chef der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der Union, Carsten Linnemann, sagte der Zeitung: "Die Bindekräfte in der Gesellschaft erlahmen. Hält diese Entwicklung länger an, geht das an die Substanz unserer gesellschaftlichen Ordnung." Ein solches Jahr müsse zwei Ziele haben: "eine Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts und die Stärkung der sozialen Kompetenzen".

CDU diskutiert Rückkehr zur Wehrpflicht

In der CDU wird über eine Rückkehr zur Wehrpflicht oder die Einführung einer allgemeinen Dienstpflicht debattiert. Das Thema spielt auch eine wichtige Rolle bei der Arbeit von Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer für ein neues Grundsatzprogramm der CDU.

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sagte der "Bild am Sonntag" zu dem Vorstoß von Junger Union und Mittelstandsvereinigung: "Ich finde den Gedanken grundsätzlich nicht falsch. Weil die Union damals die Wehrpflicht überstürzt abgeschafft hat und damit auch der Zivildienst wegfiel, fehlen in vielen sozialen Einrichtungen diese Kräfte." Man werde dies jetzt intensiv diskutieren und sehen, ob es eine Mehrheit in der Bevölkerung dafür gebe.

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Gwyn Nissen Chefredakteur
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