Minderheitenpolitik

SSW ab August auch in Lübeck aktiv

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Lübeck
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Die Hansestadt Lübeck. Foto: dpa (Symbolfoto)

Bei den vergangenen Landtagswahlen wurden SSW-Kandidaten in Lübeck beschimpft und wenige SSW-Mitglieder wohnen dort. Trotzdem wagt die Minderheitenpartei nun einen Vorstoß in die alte Hansestadt.

Ab Ende August wird die Partei der dänischen Minderheit und der Friesen in Südschleswig (SSW) auch in Lübeck, das weit außerhalb des Kerngebietes der Partei liegt, vertreten sein. Nach einem Tausch am Posten des Vorsitzenden der Arbeitsgruppe SSW Holstein-Hamburg wird der neue Vorsitzende Thiemo Koch mehrere Veranstaltungen in der alten Hansestadt abhalten. Das berichtet Flensborg Avis.

„Wir wollen die Ziele und Politik des SSW auch in diesem Landesteil voranbringen. Darüber hinaus wollen wir Initiativen und Projekte, die eine Verbindung zur dänischen oder friesischen Minderheit haben, aktiv unterstützen“, erklärt Koch.

Lübeck zählt jedoch nicht zu den Städten in Schleswig-Holstein, wo sich viele Dänischgesinnte niederlassen. Laut SSW haben zehn Parteimitglieder ihren Wohnsitz in der Hansestadt. Zum Vergleich leben 80 in Kiel und ganze 970 Mitglieder in Flensburg.

Zudem wurden während der vergangenen Landtagswahl SSW-Kandidaten in Lübeck beschimpft. Sie wurden laut Flensborg Avis unter anderem als „Arschlöcher“ bezeichnet und hätten „in Lübeck nichts zu suchen.“ „Es herrschte eine aggressive Stimmung bei einigen Menschen in der Stadt, die ich so nirgendwo anders erlebt habe“, erklärt der SSW-Vorsitzende Flemming Meyer.

Die Partei bekam auch nicht mehr als 1,7 Prozent der Stimmen in den drei Wahlkreisen Lübecks. Meyer glaubt jedoch, dass die Anwesenheit der Arbeitsgruppe in Lübeck als Bindeglied für Dänischgesinnte außerhalb Südschleswigs funktionieren könne.

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