Naturschutz-Projekt

Insektenfreundliche Gemeinde: Bordelum will sich beteiligen

Insektenfreundliche Gemeinde: Bordelum will sich beteiligen

Insektenfreundliche Gemeinde: Bordelum will sich beteiligen

Udo Rahnshz.de
Bordelum
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Bordelum will gemeinsam mit Langenhorn mit Blühwiesen Bienen und Insekten helfen. Foto: Udo Rahn

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Rund 50 Hektar Fläche in Gemeindebesitz kommen dafür in Frage. Bienen und Insekten soll das Überleben erleichtert werden.

Die Gemeinde Bordelum will „insektenfreundliche Modellgemeinde“ werden. Das hat die Gemeindevertretung in ihrer jüngsten Sitzung einstimmig beschlossen. Bereits dem Finanzausschuss hatte Heinrich Becker das Projekt vorgestellt. Er ist langjähriger Vorsitzender und heutiger Beisitzer des Vereins Natur und Kultur Mittleres Nordfriesland sowie aktiv im Verein Runder Tisch Naturschutz.

Blühflächen in Marsch und Geest

Mit Blühflächen in den Gemeinden soll Lebens- und Nahrungsraum für Insekten und Bienen geschaffen werden. Die Marschgemeinden Pellworm und Koldenbüttel seien bereits Modellgemeinden in Nordfriesland, so Becker. Auch Langenhorn hat Interesse an einer gemeinsamen Beteiligung mit Bordelum gezeigt. Dort steht der Beschluss aber noch aus, er wird in der Sitzung am 31. März gefasst. „Dann wären das zwei Geest-Gemeinden.“

In Frage kommen nur Flächen im Gemeindebesitz und Wegrandflächen, keine in landwirtschaftlicher Nutzung, erklärte Becker. „Mit Hilfe des Amtes habe ich versucht, diese vorab festzustellen. Das sind grob 61 Hektar, ohne Wegrandflächen, für beide Kommunen. Davon entfallen 50 Hektar auf Bordelum, elf auf Langenhorn“, so Becker. An Wegrandflächen würden dann noch etwa 80 Hektar zusammenkommen.

Begleitung durch das Naturzentrum

Der Runde Tisch Naturschutz, angesiedelt im Naturzentrum in Bredstedt, habe es sich in Person von Norma Kujath zur Aufgabe gemacht, die Kommunen bei der Entwicklung zu begleiten. Im November habe dann eine Besprechung mit ihr sowie den Bürgermeistern von Bordelum und Langenhorn sowie dem Leiter des gemeinsamen Bauhofes stattgefunden. Das Fazit der Unterredung sei positiv gewesen.

Der Kreistag hat Mittel für das Projekt bereitgestellt. Die UNB habe geraten, schon bald einen Förderantrag zu stellen, denn bekanntlich sind die Gelder nicht unbegrenzt abrufbar. „Ich würde vorsorglich vorbehaltlich der Zustimmung der Kommunen gern den Antrag auf den Weg bringen. Zurücknehmen kann man ihn jederzeit“, sagte Becker. Mit dieser Handhabe war die Runde einverstanden.

Saatgut gesponsert

Der Kreis würde die Kosten des Unternehmens, das die Gemeinden fachlich begleitet, als Förderung übernehmen. Insbesondere müssten die Flächen gutachterlich bewertet werden, ob sie sich dazu überhaupt eignen. Das Saatgut werde vom Deutschen Verband für Landschaftspflege (DVL) im Rahmen des Bundesprojektes „Blütenbunt – Insektenreich“ gesponsert.

Er unterstütze auch die weitere fachliche Begleitung für Pflegemaßnahmen, Bereitstellung von Lehrmaterialien für Schulen und die Ausbildung zum Artenkenner. Ebenso wird bei der Entwicklung von privaten Grünlandflächen geholfen.

Nur die Pflegekosten für die Zukunft müssten beide Kommunen als Projektträger tragen. Dazu sei sicherlich die Pflege der Flächen zu verändern und dazu geeignete Maschinen angeschafft werden.

Aus für Dörpsmobil

Die Gemeindevertretung folgte auch folgenden Empfehlungen des Finanzausschusses:

Der Anfang April auslaufende Leasingvertrag für das Dörpsmobil, einem Nissan Leaf, soll mangels Interesse nicht verlängert werden. Das Auto ist seit dem Start der Corona-Pandemie kaum noch bewegt worden.

Für die Jugendfeuerwehr soll der abgängige Gasgrill ersetzt werden zum günstigsten Preis von 1.107 Euro, zur Mitnutzung durch die „große Wehr“.

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Siegfried Matlok Senior-Korrespondent
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