Zukunftsschule SH

Geestlandschule bewirbt sich um Zertifikat „Zukunftsschule“

Geestlandschule bewirbt sich um Zertifikat „Zukunftsschule“

Geestlandschule bewirbt sich um Zertifikat „Zukunftsschule“

Maike Krabbenhöft/shz.de
Kropp
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In der „Zukunftsschule“ in Kropp unterstützt ein Hund die Kinder beim Lernen. Foto: Gabi Orru

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Die Geestlandschule hat sich erneut um das Zertifikat „Zukunftsschule SH“ beworben. Dabei spielt ein Hund eine Rolle.

Zum zweiten Mal nach 2019 hat sich die Geestlandschule Kropp um das Zertifikat „Zukunftsschule SH“ in der dritten und höchsten Stufe beworben. Der vom Sparkassen- und Giroverband SH geförderte Wettbewerb wurde 2005 vom Bildungsministerium und dem Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen in Schleswig-Holstein (IQSH) initiiert, um Bildung für nachhaltige Entwicklung zu etablieren. Das Zertifikat gilt für zwei Schuljahre.

Nur ein Fünftel der Schulen bewerben sich auf Stufe drei.

Gunnar Hansen, Juror

Der Wettbewerb umfasst drei Stufen: In Stufe eins setzen die Schulen mindestens zwei nachhaltige Projekte in Themenfeldern wie „Gesundheit“, „Konkrete Lernorte“ oder „Mitbestimmen und -gestalten“ um. In Stufe zwei beziehen sie mehrere außerschulische Partner mit ein. In Stufe drei setzen die Schulen eigene Beratungs-, Qualifizierungs- und Hospitationsangebote um. Ausgezeichnete Schulen erhalten ab Stufe zwei ein Preisgeld.

Das „Bewerbungsgespräch“ mit Gunnar Hansen, der als Fachberater für den Kreis Schleswig-Flensburg zur 15-köpfigen Jury des Wettbewerbs gehört, erfolgte per Videokonferenz. Die Kropper Grund- und Gemeinschaftsschule hatte sich mit zwei Projekten beworben, bei denen die Hunde der stellvertretenden Schulleiterin und Initiatorin Gabi Orrù eine wichtige Rolle spielen.

Wenige Vorgaben, um die Kreativät zu fördern

Kunstlehrerin Nicole Schacht erzählte vom Projekt „tierisch kreativ“ der Klasse 5a, das die Themen Kunst und Hunde miteinander verbindet. „Dabei erstellen die Schüler digitale Collagen in Hundeform“, sagte sie und fuhr fort: „Dazu googeln sie die Umrisse der Hunderasse, das fördert die Medienkompetenz.“ Die Kinder bekämen wenige Vorgaben, damit sie eigenverantwortlich etwas entwickeln könnten, das ihnen gefalle, ergänzte Gabi Orrù.

Auch im zweiten Projekt geht es um Hunde

Das zweite Projekt „Prävention auf vier Pfoten“ bindet ihre Hunde in den Schulalltag ein. „So lernen die Kinder die artgerechte Haltung und tragen ihr Wissen in die Familie“, erzählte sie. Inzwischen hat Gabi Orrú in Kooperation mit einem regionalen Großhändler für Heimtierbedarf Fortbildungen zum Thema Schulbegleithund angeboten. Daran hätten zuletzt 28 Schulen teilgenommen, sagte sie und ergänzte: „Das Interesse ist extrem gestiegen.“

Kooperation mit der Bücherei

Eine weitere Kooperation besteht mit der örtlichen Bücherei, wo das Lesen mit Hund – kurz „Lesehund“ – stattfindet. Das Angebot fördere Schüler, die Deutsch als Zweitsprache (DaZ) lernten und zu Hause nicht so gut unterstützt würden, so DaZ-Lehrerin Karina Spiegel. Bei Hunden sei die Sprachbarriere nicht groß und „sie nehmen jeden an, wie er ist“. Mithilfe des Verleihs von iPads und Aktivitäten wie dem Bilderbuchkino würde die Bücherei zudem das Gleichheitsgefühl der Kinder stärken und Ungleichheit abbauen, meinte sie.

Die Vernetzung mit externen Partnern sei oft eine große Hürde, meinte Gunnar Hansen: „Nur ein Fünftel der Schulen bewerben sich auf Stufe drei.“ Die Entscheidung, ob die Geestlandschule zertifiziert wird, fällt Ende April. Zwar sei dies eine Jury-Entscheidung, „aber ich sehe keinen Hinderungsgrund“, meinte Hansen.

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