Aktivitäten mit Kindern

Fünf Ideen für Familien-Abenteuer vor der Haustür

Fünf Ideen für Familien-Abenteuer vor der Haustür

Fünf Ideen für Familien-Abenteuer vor der Haustür

Merle Bornemann/shz.de
Flensburg
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Am liebsten draußen: Die Buchautoren Jana und Patrick Heck haben mit ihrem Sohn schon unzählige Stunden im Wald verbracht. Dabei ist eine Menge Outdoor-Wissen zusammengekommen. Foto: Heck

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Die Abenteuer liegen vor der Haustür, meinen Jana und Patrick Heck. „Ausbüxen“ ist ihre Lieblingsbeschäftigung.

Man könnte sich zunächst fragen: Was ist bloß los mit der Gesellschaft, wenn es nun schon ein Buch wie dieses braucht – eines, das Familien Tipps gibt, wie sie mit ihren Kindern sogenannte Mikroabenteuer in der Natur verbringen? Kann man nicht von selbst darauf kommen, einfach mal ein Picknick im Wald zu machen und auf Bäume zu klettern, statt nach der wöchentlichen Musikschule das perfekte Bio-Menü in der heimischen Küche zu servieren?

Allen Kindern soll es in der Sonderburger gut gehen Foto: Mareen Fischinger via www.imago-images.de

Eine Studie des Bundesamts für Naturschutz zeigt: Die Natur hat zwar für viele Eltern bei der Kindererziehung einen hohen Stellenwert, tatsächliche Naturkontakte sind aber selten. Das haben sich die Autoren Jana und Patrick Heck, selbst Eltern zweier Kinder, zu Herzen genommen und einen Outdoor-Ratgeber für Familien geschrieben – mit Tipps zu Ausstattung, Verpflegung, Tourenplanung und den Fallstricken, die sich mit Kindern ergeben können.

"Ausgebüxt! Mikroabenteuer mit Kindern" heißt das frisch erschienene Buch von Jana und Patrick Heck. Piper Verlag 2021, 336 Seiten, 18 Euro, EAN 978-3-89029-543-5. Foto: Piper Verlag

Wir stellen fünf ihrer Tipps für Mikroabenteuer vor:

  • Mini-Canyoning (ab 4 Jahren) : Warum nicht mal einen kompletten Bachlauf durchwandern? Das geht gut im Sommer, wenn viele Bäche wenig Wasser führen. Dabei gilt es, Hindernisse wie Steine und Stämme zu überwinden. Tipp der Autoren: „Je nach Untergrund könnt ihr dieses Abenteuer barfuß oder mit Wasserschuhen angehen. Steine, Sand, Schlamm und Algen barfuß zu erspüren, macht das Erlebnis dabei um einiges intensiver."
  • Würfelkompass (ab 5 Jahren): Um die gewohnten Wege mal zu verlassen, lässt man einen Würfel über die Marschrichtung bestimmen. Zuvor wird festgelegt, welche Zahlen für welche Richtung stehen. Jedes Mal, wenn man an eine Kreuzung kommt, befragt man den Würfel, wo es weitergeht.
  • Waldkonzert veranstalten (ab 1 Jahr): Stöcke, Zapfen, Steine, Nüsse oder Rinde geben wunderbare Musikinstrumente ab. Hat man etwas Juteschnur, ein Taschenmesser und eine Dose dabei, lassen sich etwa folgende bauen: ein Haselstock mit eingeschnitzten Rillen wird zum Ratschfrosch, ein mit der Schnur auf Spannung gebrachter Hasel-Ast gibt eine super Waldgitarre, Eicheln oder Steine in einer Dose rasseln vorzüglich.
  • Nachtwanderung (ab 3 Jahren): Warum nicht eine Spazierrunde, die die Kinder schon kennen, mal im Dunkeln gehen? Man kann sich zunächst mit Taschenlampen den Weg bahnen, kann dann aber auch mal probieren, sie auszuschalten. Es dauert einen Moment, bis sich die Augen an die Dunkelheit gewöhnen, aber die Kinder werden staunen, wie gut man sich nach einer Weile auch ohne den Leuchtkegel zurechtfindet.
  • Draußen übernachten: Warum nicht einfach mal eine Nacht das gewohnte Bett verlassen und auf dem Balkon, im Garten oder sogar in der Wildnis schlafen? Ob nur auf einer Iso-Matte unter den Sternen, im Tarp, also unter einem kleinen Schutzdach, oder Zelt – bei der Art der Draußen-Unterkunft gibt es viele Möglichkeiten. Wer sich in die Wildnis wagt: In Schleswig-Holstein gibt es 21 kostenlose Trekkingplätze zum Übernachten in der Natur.
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