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Forscher: Darum gibt es in SH weniger Corona-Fälle

Forscher: Darum gibt es in SH weniger Corona-Fälle

Forscher: Darum gibt es in SH weniger Corona-Fälle

Maximilian Matthies/shz.de
Hamburg
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Die Anzahl der Corona-Infizierten liegt in Schleswig-Holstein deutlich niedriger als in den südlichen Bundesländern. Foto: Henning Bagger, Ritzau/Scanpix

Im Norden Deutschlands gibt es weniger Corona-Hotspots als im Süden. Ein Hamburger Forscher liefert eine Erklärung.

Der Süden dunkelrot, im Norden bleiben einige Regionen noch hell: Für den Hamburger Gesundheitsökonomen Jonas Schreyögg ist die unterschiedliche Anzahl von Corona-Hotspots kein Zufall.

Die vergleichsweise niedrigen Corona-Infektionsraten in Norddeutschland hängen nach Einschätzung des Forschers von der Universität Hamburg mit der Mentalität der Norddeutschen zusammen:

"Vielleicht ist es auch die protestantische Prägung des Nordens, die dazu führt, dass die Menschen mehr regelkonform sind", sagte der Direktor des Hamburg Center for Health Economics (HCHE) dem "Hamburger Abendblatt". In Bayern hingegen lasse man sich trotz der Corona-Gefahr manche Möglichkeit des Kontakts einfach nicht nehmen. Schreyögg ist selbst gebürtiger Bayer.

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Sieben-Tage-Inzidenz im Norden deutlich niedriger

Während die Sieben-Tage-Inzidenz in Bayern am Freitag laut Robert Koch-Institut (RKI) bei 171,5 lag, in Baden-Württemberg bei 129,2 und in Sachsen sogar die Marke von 200 überschritt, lagen die Zahlen im Norden deutlich darunter. Schleswig-Holstein unterschreitet mit zuletzt 47,6 Fällen sogar die kritische 50er-Marke. In Mecklenburg-Vorpommern liegt die Inzidenz bei 46,9 - dem bundesweit niedrigsten Wert. Auch Hamburg hat mit 87,3 Fällen im Vergleich mit anderen Großstädten den niedrigsten Wert.

Auch Impfbereitschaft könnte im Norden höher sein

Laut dem Wissenschaftler könnten sich im Norden der Republik auch mehr Menschen gegen das Coronavirus impfen lassen. Die Studie seines Instituts belege auch, dass die Impfbereitschaft in keiner Region Deutschlands so hoch sei wie in Norddeutschland.

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Leitartikel

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
„Die Verbindung lebt“