Europäischer Aal

Fischer Olaf Jensen setzt Aale in Flensburger Förde aus

Fischer Olaf Jensen setzt Aale in Flensburger Förde aus

Fischer Olaf Jensen setzt Aale in Flensburger Förde aus

Linda Krüger/shz.de
Flensburg
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Rund 216.000 Glasaale wurden an neun verschiedenen Gewässern in Schleswig-Holstein ausgesetzt. Foto: Linda Krüger

Damit die Fische nicht aussterben, wurden an Gewässern in Schleswig-Holstein insgesamt rund 216.000 Glasaale ausgesetzt.

Wenn sie wüssten, was sie gleich erwartet, würden die Aale wohl nicht so ruhig in ihren Behältern liegen. Am Donnerstag kamen Fischer und Organisator Olaf Jensen, Geschäftsführerin Nicole Knapstein vom Verein sustain seafood sowie Politiker Stefan Seidler vom SSW zusammen, um kleine Aale im Flensburger Hafen auszusetzen. Ihnen liegt der Artbestand der Fische am Herzen.

Finanziert wird die Gemeinschaftsaktion durch private Spenden über die „Aal-Aktie“ und Mittel der Initiative zur Förderung des Europäischen Aals. „Wir unterstützen ausschließlich Besatzmaßnahmen an Gewässern mit einem freien Zugang zum Meer wie diese in Schleswig-Holstein“, betont Ronald Menzel, Vorsitzender der Initiative, „damit der Wanderfisch seinen Laichplatz in der Sargassosee erreichen und sich vermehren kann.“

Schirmherr der Aktion ist der ehemalige Ministerpräsident Peter Harry Carstensen, der diesmal nicht anwesend ist. Durch die Corona-Pandemie musste die Aktion „Aal utsetten in de Schlie“ letztes Jahr ausfallen.

Gründe für Aalverlust

Der Bestand des Europäischen Aals ist aus mehreren Gründen zurückgegangen: Dazu zählen klimatisch bedingte Veränderungen im Ozean, Umweltverschmutzung und Lebensraumverlust, Fließgewässerverbauung (Wasserkraftanlagen), Parasiten und natürliche Feinde (Kormorane) sowie illegaler Export von Glasaalen nach Asien.

Aussetzung an neun Gewässern

Besonders ist in diesem Jahr, dass an neun verschiedenen Gewässern in Schleswig-Holstein insgesamt rund 216.000 Glasaale ausgesetzt werden. Knapstein freut sich, dass die Aktion wieder stattfindet: „Wir planen für das nächste Jahr etwas Besonderes. Wir möchten an der Schusterkate gemeinsam mit dänischen Fischern Aale aussetzen“, berichtet die Geschäftsführerin. Jensen ergänzt: „Wir haben eine gemeinsame Verantwortung mit der Fischerei. Man hätte in diesem Jahr überlegen können, unsere dänischen Nachbarn per Zoom (Videoübertragung) zuzuschalten. Das gibt aber nicht das gleiche Gefühl“, sagt der Fischer.

Noch sind die Glasaale klein. Foto: Linda Krüger

Für gemeinsame deutsch-dänische Aktionen will sich Seidler (SSW) auch in Zukunft einsetzen. „Wir versuchen, zukünftig auch vom Land Unterstützung zu erhalten. Wegen Corona konnten wir heute leider nicht an der dänischen Grenze Aale aussetzen. Ich bin zuversichtlich, dass wir das 2021 nachholen“, sagt Seidler.

Die letzten Fischfänge zeigten, dass sich mehr Aale in den Gewässern befinden als früher.

Nicole Knapstein

Spürbar mehr Aale

Durch die Aal-Aussetzung hat sich die Population der Fische spürbar verbessert. „Die letzten Fischfänge zeigten, dass sich mehr Aale in den Gewässern befinden als früher“, betont Knapstein.

Auf in die Freiheit

Der Moment ist gekommen: Gemeinsam mit Fischer Horst-Dieter Hansen trägt Jensen vorsichtig die Behälter mit den kleinen Aalen zum Steg an der Hafenspitze. Kinder vom Spielplatz werden aufmerksam und helfen kurzer Hand dabei, die Aale in die Freiheit zu schütten.

Die Enten freuten sich zu früh. Die Aale verschwanden binnen weniger Sekunden in der Förde. Foto: Linda Krüger
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