Corona in Flensburg

Einzelhandel muss schließen, schärfere Kontaktbeschränkungen

Einzelhandel muss schließen, schärfere Kontaktbeschränkungen

Einzelhandel muss schließen, schärfere Kontaktbeschränkungen

Mira Nagar/shz.de
Flensburg
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Flensburg gehört zu den Corona-Hotspots in Schleswig-Holstein. Foto: dpa

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Mehrere Tage lang lag die Inzidenz über der 100er-Marke. Die Konsequenz daraus: Flensburg muss die Notbremse ziehen.

Wegen der anhaltend hohen Inzidenz werden in Flensburg die Corona-Maßnahmen wieder verschärft. Dazu zählen eingeschränkte Kontakte, die weitgehende Schließung im Einzelhandel sowie ein verpflichtender Corona-Test in bestimmten Bereichen der körpernahen Dienstleistungen. Die Kitas schließen bis auf eine Notbetreuung. Die Schulen sind wegen der Osterferien ohnehin zu.

„Nach drei Tagen Inzidenzwert über 100 hilft auch der heute unter diese Grenze gesunkene Wert Flensburg nicht“, heißt es in einer Mitteilung der Stadt Flensburg. „In einer Videokonferenz teilte die Landesregierung mit, dass auch in Flensburg ebenso wie in den Kreisen Segeberg und Pinneberg die Notbremse gezogen werden muss.“ Die verschärften Regelungen gelten vom 1. bis zum 11. April.

Inzidenz schwingt um die 100

„Wir haben immer gesagt, dass unser Stufenplan bei steigenden Zahlen greift“, sagte Ministerpräsident Daniel Günther. Auch Flensburg muss daher jetzt den sogenannten 100er-Erlass umsetzen.

„Unsere Inzidenz schwingt seit mehr als einer Woche um den Wert von 100. Dabei gab es sowohl einen deutlichen Ausschlag nach unten als auch einen deutlichen Ausschlag nach oben“, erklärt Flensburgs Oberbürgermeisterin Simone Lange. Am Dienstag steigt der Wert auf 100,9. „Ziel muss es sein, den Wert deutlich unterhalb von 100 zu stabilisieren und ich sage das auch mit Blick auf die sich dann ergebenden Möglichkeiten zum Beispiel von Modellprojekten“, so Simone Lange. „Besser wir senken den Wert jetzt, als wenn wir später in eine ungebremste Dynamik kommen.“

Kontakte werden eingeschränkt

Vom 1. April bis zum 11. April dürfen sich in Flensburg bei privaten Zusammenkünften Personen eines gemeinsamen Haushaltes nur mit höchstens einer weiteren Person treffen (Kinder unter 14 Jahren zählen dabei nicht mit) – dies gilt im privaten und im öffentlichen Raum. Kindertageseinrichtungen können nur noch eine Notbetreuung anbieten.

Verkaufsstellen des Einzelhandels für den täglichen Bedarf bleiben geöffnet, dürfen aber nur von einer Person pro Haushalt betreten werden. Dazu gehören: Lebens- und Futtermittelangebote, Wochenmärkte, Getränkemärkte, Apotheken, Sanitätshäuser, Drogerien, Tankstellen, Poststellen, Reformhäuser, Babyfachmärkte, Zeitungsverkauf, Tierbedarfsmärkte, Blumenläden, Gärtnereien, Gartenbaucenter, Baumärkte, Buchläden sowie Lebensmittelausgabestellen (Tafeln). Andere Verkaufsstellen des Einzelhandels schließen wieder. Vorbestellte Waren dürfen abgeholt werden, das Modell Click & Collect kehrt somit zurück.

Keine Testpflicht für Friseurbesuche

Medizinisch und pflegerisch notwendige Dienstleistungen bleiben zulässig. Auch Friseure und Nagelpflege dürfen öffnen. Für alle anderen Dienstleistungen mit Körperkontakt müssen Kunden eine Bescheinigung über ein negatives Corona-Testergebnis vom selben Tag oder vom Vortag vorlegen oder es ist vor Ort ein Test durchzuführen.

Innenbereiche von Freizeit- und Kultureinrichtungen müssen schließen. Sport darf nur allein oder gemeinsam mit im selben Haushalt lebenden Personen oder einer anderen Person ausgeübt werden – außerhalb geschlossener Räume und ohne Körperkontakt. Feste Gruppen von bis zu fünf Kindern unter 14 Jahren dürfen unter Anleitung eines Übungsleiters trainieren. Theoretischer Unterricht von Fahrschulen ist nur als Fernunterricht möglich. Hundeausbildung ist nur noch für Gruppen mit bis zu fünf Personen möglich.

Tests werden gut angenommen

Eine Testpflicht für Arbeitsbereiche – wo neben Privathaushalten die meisten Ansteckungen erfolgen – möchte die Stadt nicht einführen. Dazu gibt es keine Regelungen vom Land SH, erklärte Stadtsprecher Christian Reimer. Konkrete Pläne gebe es aber nicht.

Die Corona-Teststationen werden aus Sicht der Stadt gut angenommen. Eine erste Abfrage bei den Testzentren habe ergeben, dass sich mehr als 5500 Menschen in der vergangenen Woche freiwillig haben testen lassen. Dadurch konnten in 21 Fällen positive Befunde festgestellt werden. Diese Tests fanden an sechs Teststellen statt, die Rückmeldung der anderen Teststellen steht noch aus.

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