Flensburger Förde

Einsätze wegen angeblich festgefrorener Vögel häufen sich

Einsätze wegen angeblich festgefrorener Vögel häufen sich

Einsätze wegen angeblich festgefrorener Vögel häufen sich

Benjamin Nolte/shz.de
Flensburg
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Schwäne haben kalte Füße, gerade dies schützt sie davor, auf Gewässern festzufrieren. Foto: Benjamin Nolte

In den meisten Fällen sind die Tiere nicht festgefroren, da dies natürliche Schutzmechanismen verhindern.

Der anhaltende Dauerfrost der vergangene Tage hat bereits viele Gewässer mit einer Eisschicht versehen. Oftmals noch dünn und brüchig, aber besonders Binnengewässer und auch Uferbereiche der Flensburger Förde sind von einer Eisschicht überzogen.

In den vergangenen Tagen gingen mehrere Notrufe in der Rettungsleitstelle in Harrislee ein. Anrufer berichteten von im Eis festgefrorenen Schwänen und anderen Wildvögeln. Am Freitag in Glücksburg und am Samstag in Wassersleben rückten Einsatzkräfte der Feuerwehr zur Tierrettung an. Nähern sich die Einsatzkräfte den Tieren, fliegen sie davon. So ist es nahezu immer.

Foto: Benjamin Nolte

Wasservögel frieren in der Regel nicht auf eingefrorenen Gewässern fest. Vielmehr sitzen sie bewegungslos auf dem Eis um Energie zu sparen. Der Nabu bittet, die Tiere keinesfalls aufzuscheuchen, damit diese nicht zusätzlich Reserven verbrauchen und unnötig Energie aufwenden müssen.

Keine Gefahr für Tiere

Entenvögel und Schwäne haben kalte Füße, gerade dies schützt sie davor, auf Gewässer festzufrieren. Die Natur hat die Tiere mit hinreichenden Schutzmechanismen ausgestattet um auch Winter und strengen Frost unbeschadet zu überstehen. Die Füße der Tiere sind gut durchblutet, allerdings mit kaltem Blut, sodass kaum Wärme verloren geht und auch Eis und Schnee unter den Füßen nicht schmelzen.

Die Tiere können stundenlang bewegungslos auf dem Eis sitzen und frieren dennoch nicht fest. Kranke oder verletzte Tiere bilden da eine kleine Ausnahme, diese sind dann durchaus auf menschliche Hilfe angewiesen.

Rat für Rettungsaktionen

Die Rettungsleitstelle rät dazu, auf keinen Fall eigenständig irgendwelche Rettungsaktionen zu starten. Zum einen kann dies schnell selbst lebensgefährlich werden und zum anderen befinden sich die Tiere meist nicht in Not verbrauchen unnötig viel Energie, wenn sie aufgeschreckt werden. Auch sind die Tiere in der Regel nicht in Not, nur weil sie etwas länger auf dem Eis sitzen. Anders kann es aussehen, wenn ein Tier tagelang an der gleichen Stelle sitzt, dies kann ein Anzeichen dafür sein, dass sich das Tier nicht mehr eigenständig fortbewegen kann. In diesen Fällen hilft die Feuerwehr weiter.

Für den Fall, dass es doch mal dazu kommt, dass ein Tier festfriert, dann raten Tierschützer den Einsatzkräften dazu, die eingefrorenen oder festgefrorenen Körperstellen mit kaltem Wasser zu begießen. Wichtig ist es dabei kaltes Wasser zu benutzen, da ansonsten die Blutgefäße der Tiere schaden nehmen können.

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Leitartikel

Cornelius von Tiedemann
Cornelius von Tiedemann Stellv. Chefredakteur
„Der Mensch – der schlechte Freund des Hundes“