Finanzielle Unterstützung

Demenz-Bibliothek vor dem Aus gerettet

Demenz-Bibliothek vor dem Aus gerettet

Demenz-Bibliothek vor dem Aus gerettet

Helmuth Möller/shz.de
Mildstedt
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Demenz-Bibliothek-Leiterin Matina Schmidt und Awo-Vorsitzender Hans-Peter Henkens in der Mildstedter Demenz-Bibliothek. Foto: Helmuth Möller

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Die Zahl der Menschen, die an Demenz erkranken nimmt zu. Deswegen braucht es Angebote wie die Demenz-Bibliothek in Mildstedt.

Die Freude im Dörpshus in Mildstedt ist groß: die Demenz-Bibliothek, die vor dem Aus stand, ist gerettet.

Bereits in der Sozialausschuss-Sitzung hatten die Mitglieder sich für das Einstellen von 4000 Euro in den laufenden Haushalt stark gemacht. Der Gemeinderat hatte dem zugestimmt.

Doch das Geld wird nicht benötigt. Der Vorsitzende des Ortsvereins der Arbeiterwohlfahrt, Hans-Peter Henkens, hat mittlerweile 8500 Euro eingesammelt: 4800 Euro kamen aus Mitteln aus dem Sozialvertrag Schleswig-Holstein – in diesem Falle hatte das Sozialministerium den Betrag an den Awo-Landesverband überwiesen und von dort kam das Geld nach Mildstedt.

Weitere 1500 Euro gab die NOSPA, 1000 Euro kamen aus Mildstedt von einem Spender, der namentlich nicht erwähnt werden möchte, 500 Euro spendierte die Wilhelm-von-Lauff-Demenzstiftung in Köln, weitere 500 Euro gab die VR-Bank Westküste und 200 Euro spendierten Kristina und Walter Schröder vom Fitnesscentrum Husum.

Ausgang und Aufgabe

Das Projekt Demenz-Bibliothek ist im Juli 2019 auf Initiative der Alzheimer-Gesellschaft Schleswig-Holstein und der NDR-Initiative Hand-in-Hand für Norddeutschland entstanden. Die Trägerschaft hatte bis zum 31. Dezember 2020 der Awo-Landesverband Schleswig-Holstein. Mit Beginn des neuen Jahres übernahm der Awo-Ortsverein Mildstedt die Trägerschaft.

Die Leiterin der Bibliothek ist Matina Schmidt. Sie ist Demenzberaterin, psychologische Beraterin, Kursleiterin von „Leben mit Demenz“, Betreuungskraft sowie Sterbe- und Trauerbegleiterin. Für sie ist dieses Angebot ganz besonders wichtig.

Angehörige von Menschen mit Demenz, Nachbarn, Interessierte oder (Früh-)Erkrankte können in der Bibliothek Bücher und andere Medien bis zu vier Wochen kostenlos ausleihen. Mit diesem Angebot soll man sich über die Krankheit informieren können, dabei die Demenz besser verstehen lernen und Impulse für Kommunikationswege erhalten, die den Alltag erleichtern.

Corona schränkt Angebot ein

Das Demenz-Cafe, das an jedem letzten Dienstag im Monat stattfindet und von der Krankenschwester Margot Hansen unterstützt wird, kann wegen Corona derzeit nicht stattfinden. Auch andere Veranstaltungen ruhen.

Insofern freut es Henkens, dass wenigstens die Bibliothek dank der finanziellen Unterstützung vorerst geöffnet bleiben kann und sie mit diesem Angebot Interessierte unterstützen können. Wie es im neuen Jahr weitergeht, ist noch offen. Der Awo-Vorsitzende wolle aber alles dafür tun, dass es auch danach weitergeht.

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