Naturschutzverein

Wie arbeitet die Schutzstation Wattenmeer im Lockdown?

Wie arbeitet die Schutzstation Wattenmeer im Lockdown?

Wie arbeitet die Schutzstation Wattenmeer im Lockdown?

Katharina Wimmer/shz.de
Nordfriesland
Zuletzt aktualisiert um:
Digitaler Vernetzungsabend mit den 17 Stationen des Naturschutzvereins Schutzstation Wattenmeer. Foto: Rainer Schulz

17 Teams der Schutzstation Wattenmeer können sich aktuell nicht treffen und austauschen: Sie behelfen sich digital.

Seit fast einem halben Jahr können sich die rund 100 Mitarbeiter der 17 Stationen der Naturschutzverein Schutzstation Wattenmeer nicht mehr sehen. Alle Veranstaltungen und Besuche mussten aufgrund der vorherrschenden Abstands- und Hygienemaßnahmen abgesagt werden.

Doch der Kontakt zu den Teams von Friedrichskoog bis Sylt sowie der Austausch miteinander ist durch ein großes digitales Angebot trotzdem gesichert.

Digitale Vorträge

Mindestens zwei Mal pro Woche treffen sich seit Ende Oktober Jugendliche im Freiwilligen Ökologischen Jahr und Bundesfreiwilligendienst, hauptamtliche Mitarbeiter, Mitglieder des Vorstands, ehrenamtliche Helferinnen und Helfer sowie Ehemalige zu einem digitalen Vortrag. Von der Vermüllung der Meere bis zu Neuigkeiten über die Salzmarschen sind alle Themen vertreten.

„Die Kollegen kommen auf uns zu und machen Themenvorschläge“, erzählt der Geschäftsführer der Schutzstation Wattenmeer, Harald Förster. Das sei super, denn so können man gezielt auf die Interessen eingehen. Die Natur-Experten arbeiten die Wünsche auf und tragen sie in einem abwechslungsreichen 60-minütigen Vortrag vor.

Das bereichert uns sehr und bringt in der daraus entstehenden Diskussion auch neue Perspektiven und Anregungen.

Björn Marten Philipps, Betriebsleiter der Schutzstation Wattenmeer

Im Anschluss sind Nachfragen erwünscht. Auch Buchtipps werden eingefordert und Kontakte zu weiteren Fachleuten ausgetauscht. „Das bereichert uns sehr und bringt in der daraus entstehenden Diskussion auch neue Perspektiven und Anregungen", sagt der Betriebsleiter der Schutzstation Wattenmeer, Björn Marten Philipps.

Wichtige Tagesstruktur

Neben der reinen Wissensvermittlung dienen die Termine auch für eine geregelte Tagesstruktur. Und gerade die sei laut Philipps in der aktuellen Corona-Situation besonders wichtig. Denn die jungen Leute leiden unter dem Ausfall ihrer Veranstaltungen, den geschlossenen Ausstellungen und den fehlenden Sozialkontakten.

Zwar würden sie derzeit die im Winter anfallenden Arbeiten unter anderem in der Gebietsbetreuung verrichten und beispielsweise Vögel zählen, doch die Öffentlichkeitsarbeit falle komplett weg.

Natürlich haben wir Stationsleiter, die unsere freiwilligen Helfer vor Ort unterstützen. Aber das reiche halt nicht aus.

Harald Förster, Geschäftsführer der Schutzstation Wattenmeer

„Natürlich haben wir Stationsleiter, die unsere freiwilligen Helfer vor Ort anleiten und unterstützen. Aber das reiche halt nicht immer“, sagt Förster. Und genau da versucht der Naturschutzverein, mit seinem digitalen Angebot einzugreifen. Mittlerweile wurden über 20 solcher Veranstaltungen im Netz durchgeführt.

Eigentlich würden wir die Teams als Hauptamtliche alle einzeln auf ihren Stationen von Friedrichskoog bis Sylt besuchen und persönlich kennenlernen.

Björn Marten Philipps, Betriebsleiter der Schutzstation Wattenmeer

Doch natürlich sei dies nur eine aus der Not geborene Hilfsmaßnahme. Denn „eigentlich würden wir die Teams als Hauptamtliche alle einzeln auf ihren Stationen besuchen und persönlich kennenlernen“, erzählt der Betriebsleiter. Doch nun müsse man halt umdenken, um den Kontakt zu den Kollegen nicht zu verlieren.

Schulungen für neue Kollegen

Die zweite Märzhälfte werde für die Schutzstation Wattenmeer noch einmal herausfordernd. Denn dann kommen die Neuen auf die einzelnen Stationen.

Wir werden zusätzlich ein abwechslungsreiches digitales Schulungsprogramm anbieten.

Björn Marten Philipps, Betriebsleiter der Schutzstation Wattenmeer

Um diese in ihre Arbeitsbereiche einzuweisen, hat sich die Naturschutzverein etwas ganz besonderes ausgedacht: „Wir werden zusätzlich ein abwechslungsreiches digitales Schulungsprogramm anbieten, um unsere über 200 Veranstaltungsangebote methodisch-didaktisch zu unterlegen“, sagt Philipps.

Wenn spätestens im Sommer wieder die Veranstaltungen des Naturschutzvereins losgehen können, sollen so alle bestens auf ihre Aufgaben und die zahlreichen Besucher vorbereitet sein.

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