Landeswettbewerb Jugend forscht

Die Wasserstoffdrohne aus Husum und weitere Highlights

Die Wasserstoffdrohne aus Husum und weitere Highlights

Die Wasserstoffdrohne aus Husum und weitere Highlights

Herbert Müllerchen/shz.de
Husum
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Jasper Nissen (l.) und Simon Jacobs wollen ihre Drohne mit Wasserstoff zum Fliegen bringen. Foto: Herbert Müllerchen

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Jungforscher der beiden Husumer Gymnasien haben beim Landesfinale Jugend forscht erneut beeindruckt.

Nichts begrenzt den Forscherdrang junger Menschen. Dies zeigen die Ergebnisse des Landesfinales „Jugend forscht“. Zum 56. Mal waren Schüler aufgefordert, ihre Forschungsergebnisse zu präsentieren. Schon beim Regionalwettbewerbes zeigten sich die Jurymitglieder beeindruckt von den Leistungen von Theodor-Storm-Schule (TSS) und Hermann-Tast-Schule (HTS).

Die Kreativität war trotz zum Teil massiver Corona-Einschränkungen ungebrochen. So manches Schlafzimmer entpuppte sich als prächtiges Labor.

Milana Glanznig (l.) und Amelie Werner werden für ihre manutomatische Tür ausgezeichnet. Foto: Herbert Müllerchen

Beide Gymnasien räumten beim Landesfinale kräftig ab. Zu den ausgezeichneten Forscherinnen gehörten die beiden 14-jährigen Milana Glanznig aus Ostenfeld und Amelie Werner aus Husum von der TSS. Sie entwickelten eine „Manutomatische Tür“. Diese Tür kann sowohl manuell als auch automatisch bedient werden. Bei der Entwicklung dieses Projektes hatten sie Rollstuhlfahrer im Blick. Insbesondere in Krankenhäusern stünden sie manchmal vor den anfälligen automatischen Schwenktüren vor Problemen.

Die Tür kann sowohl mittels eines Schalters als auch mit einer Fernebedienung geöffnet werden.

Milana Glanznig und Amelie Werner

Ihr Forschungsergebnis, wofür sie den ersten Platz (Schüler experimentieren) und einen Sonderpreis „Innovation für Menschen mit Behinderung“ erhielten, soll verschleißfrei sein. So wurde der Führungsmechanismus der Tür in den Boden verlegt und dort mit einem einem Elektromagneten ausgestattet. Dafür erhielt die Tür an ihrer Unterseite eine Metallplatte. Zum Landesfinale verfeinerten sie ihre manutomatische Tür und programmierten in Eigenleistung eine Fernbedienung. „Die Tür kann sowohl mittels eines Schalters als auch mit einer Fernbedienung geöffnet werden“, erklärten die beiden Forscherinnen.

Während die Drohne fliegt, wird am Boden in der Tankstelle Wasserstoff produziert.

Jasper Nissen

Einen völlig anderen Ansatz verfolgten Jasper Nissen (16) und Simon Jacobs (15). „Fliegen ohne Ende“ nannten sie ihr Projekt, mit dem sie eine Drohne zu einem fast ununterbrochenen Flug verhelfen wollen. Das Zauberwort lautet Wasserstoff. Zu Hause konzipierten sie eine Wasserstofftankstelle, die mit erneuerbarer Energie versorgt wird. Selbst die Brennstoffzelle stellten sie über einen 3D-Drucker her. Ziel sei es, von den schweren Akkus weg zu kommen und somit eine erhebliche Gewichtsreduzierung zu erreichen. „Das Prinzip ist einfach: Während die Drohne fliegt, wird am Boden in der Tankstelle Wasserstoff produziert“, erklärte Jasper.

Nach einem Tankstopp wieder abheben

Nach einem kurzen Tankstopp könne die Drohne wieder in die Luft abheben - so lautet ihr Plan. Derzeit sind sie schon so weit, dass die Drohne sich – wenn auch nur für wenige Zentimeter – vom Boden abheben und und fliegen kann. Dafür wurde ihnen der zweite Platz bei Jugend forscht verliehen, verbunden mit einem Sonderpreis Wasserstoff.

Auch an der HTS wurde kräftig geforscht und experimentiert. Auf ein äußerst schwieriges Feld konzentrierte sich der 17-jährige Marc Dehler aus Husum. Sein naturwissenschaftliches Thema: Verstehen Protonemata tierisch? „Beim Protonema handelt es sich um den Vorkeim der Moose. Fällt eine Moosspore auf den Boden, bildet zunächst das Protonema. Erst wenn dieses groß genug ist, bildet es Knospen, aus denen die Moospflanze wächst“, erklärte der junge Wissenschaftler.

Wie tierische und pflanzliche Zellen reagieren

Nach gängiger wissenschaftlicher Meinung hätten sich Pflanzen und Tiere getrennt entwickelt und getrennt Mehrzellen entwickelt. Mit seinem Experiment wolle er dies in Frage stellen. „Einfach ausgedrückt, habe ich mir die Frage gestellt, ob Pflanzen und Tiere eventuell die gleiche Sprache sprechen.“ Auf eigenes Betreiben habe er sich mit der Uni Heidelberg in Verbindung gesetzt, die ihm Signalstoffe aus der menschlichen Stammzellenforschung lieferten. Diese habe er mit Protonemata zusammen gesetzt. Das Ergebnis sei verblüffend gewesen. Die pflanzlichen und tierischen Zellen hätten auf die Signalstoffe reagiert.

Mit seinem ersten Platz qualifizierte er sich auch für die Teilnahme am Bundeswettbewerb Jugend forscht. Für seinen weiteren Werdegang hat der junge Forscher klare Vorstellungen. „Ich möchte sehr gerne Medizin studieren, mein Ziel ist es, als Mediziner Menschen zu helfen.“

Um süßen Genuss ging es Mara Gurke (12) aus Simonsberg, wofür sie mit dem zweiten Platz bei Schüler experimentieren belohnt wurde. Für sie stellte sich die Frage, ob veganes Karamell ein Zuckerschlecken ist. Beim ersten Versuch mixte sie Wasser und Zucker und karamellisierte diese Mischung. Dann versuchte sie es mit Soja-Sahne und Alsan-Margarine.

Ihre Mutter brachte sie auf eine vielversprechende Spur und verwies auf Kokosfett und Sahne aus Palmkeimöl. „Das Ergebnis war für mich ein Zuckerschlecken“, berichtete sie freudestrahlen.

Landessieger Jugend forscht und Teilnehmer am Bundeswettbewerb:

Arbeitswelt: Lisa Paulsen ihre Erfindung des mobilen Warndreiecks wurde als praktisch und nützlich gelobt

Biologie: Marc Dehler (11. Jahrgang), er wurde besonders für seinen Forschergeist gelobt

3. Platz bei Jugend forscht im Bereich Chemie: Gönna Paulsen und Linus Sell (12. Jahrgang)

2. Plätze bei Schüler experimentieren: Chemie: Mara Gurke; Technik: Fabian Fürst

Sonderpreise für:

„Reset Plastic“: Fabian Fürst; Klimaschutz: Gönna Paulsen und Linus Sell, „Thinking Safety“: Lisa Paulsen

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