Corona-Maßnahmen

Schul- und Kitaöffnungen: In Husum überwiegt die Freude

Schul- und Kitaöffnungen: In Husum überwiegt die Freude

Schul- und Kitaöffnungen: In Husum überwiegt die Freude

Carlo Jolly und Volkert Bandixen/shz.de
Husum
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Michaela Freese ist froh, dass der Präsenzunterricht für ihre Tochter wieder losgeht. Foto: Volkert Bandixen

Etwas mulmig zumute war manchen Eltern, Lehrern und Erziehern schon - aber bei der Wiederöffnung der Grundschulen und Kitas überwog die Freude.

Unterricht mit Masken, freiwillige Testangebote für alle Lehrer, sofortiges Beschäftigungsverbot für alle schwangeren Lehrerinnen - mit zusätzlichen Hygienebestimmungen und einem Schnupfenplan sind neben den Kita-kindern auch Husums Grundschüler am Montag in den Präsenzunterricht gestartet. Demnach darf ein Kind nur mit "einfachem Schnupfen" ohne zusätzliche Krankheitssymptome ohne ärztliches Attest zur Schule oder in die Kita - oder wenn es 48 Stunden symptomfrei ist.

Mit Blick auf die jungen Schülerinnen und Schüler ist Britta Lenz froh, dass die Grundschule wieder gestartet ist: "Für die Kinder wird es Zeit. Vor allem die jüngeren brauchen dringend einen festen Bezug", sagt die Husumer Schulrätin. Sollten Kinder ohne Masken zur Schule gebracht werden, seien in den Husumer Grundschulen zum Präsenzstart auch OP-Masken vorrätig: "Kein Kind soll vom Unterricht ausgeschlossen werden." Nach Angaben von Schulrätin Lenz laufe die Testung der Lehrkräfte relativ unkompliziert ab. Jede Lehrkraft könne freiwillig zweimal pro Woche zu einer kostenlosen Testung gehen, wie sie etwa mehrere Apotheken in und um Husum sowie zahlreiche Arztpraxen anbieten.

"Wir waren schon ein wenig überrascht, dass wir so kurzfristig öffnen durften", sagt Grit Gamm von der DRK-Kita. Foto: Volkert Bandixen

Und wie sind die Eindrücke in Husums Grundschulen und Kitas am ersten Tag? „Die Stimmung auf dem Schulhof ist sehr gut“, sagt Stephanie Baecker, zukünftige stellvertretende Leiterin der Klaus-Groth-Schule. „Im vergangenen Jahr haben wir mit einem Wechsel-Unterricht mit halbierten Klassenstärken begonnen, nun steigen wir gleich in den regulären Präsenz-Unterricht ein." Einige wenige Eltern hätten die Möglichkeit im Schulgesetz genutzt, ihr Kind bis zum 7. März nicht in die Schule zu schicken. Das Hygienekonzept sei noch einmal überarbeitet worden, um die Richtlinien der Landesregierung umzusetzen. Schon seit Schuljahres-Beginn gebe es die Einteilung der Kinder in Kohorten von maximal 75 Schülern.

Pia wurde von ihrer Mutter mit dem Fahrrad von der Kita abgeholt. Foto: Volkert Bandixen

„Ich bin nach den vielen Monaten sehr froh, dass der Präsenzunterricht wieder losgeht“, findet Michaela Freese, als sie ihre Tochter Emily von der Klaus-Groth-Schule abholt. „Home-Schooling geht ja einigermaßen, aber der Unterricht in der Schule ist doch viel besser." Emily habe sich sehr gefreut, ihre Freundinnen wiederzusehen. Zuhause wurde es eben doch langsam langweilig, so die Mutter der Siebenjährigen.

„Wir hatten einen ruhigen, normalen Ablauf, lediglich der Stundenplan ist etwas abgeändert“, erklärt Sabine Iwersen, Leiterin der Iven-Agßen-Schule. „Die Kinder freuten sich, wieder in die Schule gehen zu können, wir lassen die Dritt- und Viertklässler eine Stunde vor den Erst- und Zweitklässlern beginnen, damit nicht alle auf einmal kommen“, so Sabine Iwersen. „Wir bieten ein Bewegungsprogramm an, weil wir festgestellt haben, dass bei einigen Kindern die Bewegung in der Zeit des Lockdowns etwas zu kurz kam.“

„Wir wollen uns das nicht vermasseln und das beschützen, was wir an Corona-Lockerungen erreicht haben durch eine gemeinsame Anstrengung von Schülern, Lehrern und Eltern.“

Karl-Heinz Blumenau

Rund ein Drittel der Schüler der Dänischen Schule war schon in der Notbetreuung. "Aber es ist schon ein großer Unterschied zum Präsenzunterricht“, erklärt Karl-Heinz Blumenau. Der stellvertretende Leiter der Dänischen Schule Husum sagt, man habe die Ein- und Ausgänge verteilt, um ein Betreten und Verlassen zu vereinfachen. „Wir wollen uns das nicht vermasseln und das beschützen, was wir an Corona-Lockerungen erreicht haben durch eine gemeinsame Anstrengung von Schülern, Lehrern und Eltern.“ Man merke den Lehrern die Erleichterung an, wieder direkt mit den Kindern arbeiten zu können.

"Wir waren schon ein wenig überrascht, dass wir so kurzfristig öffnen durften, einige Kolleginnen waren schon etwas verunsichert."

Grit Gamm

„Bei uns sind dreiviertel aller Kinder wieder da, wir haben hier einen Regelbetrieb unter Pandemie-bedingungen“, sagte Grit Gamm von der DRK-Kindertagesstätte. "Wir waren schon ein wenig überrascht, dass wir so kurzfristig öffnen durften, einige Kolleginnen waren schon etwas verunsichert. Aber wir hoffen, dass wir alle gesund bleiben, bisher hatten wir noch keine Infektionen und werden alles dafür tun dass das auch so bleibt“, so Grit Gamm.

„Auf der anderen Seite macht man sich schon Gedanken, ob das jetzt hoffentlich stabil ist oder eine dritte Welle kommt.“

Mutter in der DRK-Kita

„Auf der einen Seite haben wir uns natürlich gefreut, dass es wieder losgeht“, erklärt Nicole, nachdem sie ihre Tochter Pia aus der DRK-Kindertagesstätte abgeholt hatte. „Den Kindern fehlen einfach die sozialen Kontakte, und für die Eltern ist es ein bisschen mehr Freiraum, für ein paar Stunden nicht die Verantwortung zu haben“, sagt die Mutter der Vierjährigen. „Auf der anderen Seite macht man sich schon Gedanken, ob das jetzt hoffentlich stabil ist oder eine dritte Welle kommt.“

Alle Kita-Kinder und Eltern freuten sich, dass sie endlich wiederkommen konnten, mindestens dreiviertel der Kinder seien wieder da, erklärt Gregor Crone vom Kinderschutzbund Nordfriesland, der fünf Kindertagesstätten betreibt. „Alle hoffen, dass das möglichst lange so bleibt. Abgesehen davon befürworte ich es sehr, dass Kindertagesstätten-Mitarbeiter bei den Corona-Impfungen vorgezogen werden sollen“.

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