Erneuerbare Energien

Schleswig-Holstein wird wieder Zugpferd bei der Windkraft

Schleswig-Holstein wird wieder Zugpferd bei der Windkraft

Schleswig-Holstein wird wieder Zugpferd bei der Windkraft

Henning Baethge/shz.de
Kiel/Berlin
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Windräder bei Elmshorn: Im ersten Quartal 2021 wurden in Schleswig-Holstein 67 neue Anlagen genehmigt. Foto: Hans-Joachim Kölln

Im nördlichsten Bundesland sind im ersten Quartal 2021 so viele neuen Anlagen genehmigt worden wie in keinem anderen.

Nach jahrelangem Stillstand wegen eines gerichtlich bedingten Ausbaustopps wird Schleswig-Holstein nun wieder mehr und mehr zum Zugpferd der Windkraft in Deutschland: Nachdem im nördlichsten Bundesland schon 2020 so viele neue Anlagen genehmigt wurden wie in keinem anderen, nimmt das Land diese Spitzenstellung jetzt auch im ersten Quartal 2021 ein. Das geht aus gestern veröffentlichten Zahlen der Fachagentur Wind an Land hervor.

Dank des Nordens so viele Windräder wie seit fünf Jahren nicht mehr

Demnach wurden in Schleswig-Holstein seit Jahresbeginn insgesamt 67 neue Windräder mit einer Gesamtleistung von 317 Megawatt genehmigt. Auf Platz zwei liegt Niedersachsen mit 50 Anlagen und einer Leistung von 250 Megawatt. Nicht zuletzt dank des neuen Tempos im Norden sind damit in Deutschland im ersten Quartal so viele Windräder genehmigt worden wie seit fünf Jahren nicht mehr. „Die Windbranche findet Schritt für Schritt auf einen positiven Ausbaupfad zurück“, freute sich der Präsident des Windkraft-Bundesverbands BWE, Hermann Albers.

Die Windbranche findet Schritt für Schritt auf einen positiven Ausbaupfad zurück.

Hermann Albers, Präsident des Bundesverbands Windenergie

Einen Grund für die hohen Zahlen in Schleswig-Holstein sieht der Nordfriese Albers in den neuen Regionalplänen im Land, die Ende Dezember in Kraft getreten sind. „Die Zahl der Genehmigungen steigt, weil in mehreren Bundesländern die Flächenausweisung erfolgreich war, neue Windenergie-Erlasse erste Klärungen im Genehmigungsablauf erreichten und der politische Wille zum Ausbau der erneuerbaren Energien deutlich genug formuliert wird“, lobte Albers.

Auch bei den Ausschreibungen liegt Schleswig-Holstein vorn

Gleichzeitig forderte er den Bund auf, das Ausschreibungsvolumen für die Windenergie zu erhöhen – denn eine Genehmigung einer Anlage bedeutet noch keine Förderung: Nur wenn ein Projektierer bei einer der staatlichen Auktionen zum Zuge kommt, erhält er die in der Ausschreibung ermittelte Vergütung für den zu erzeugenden Windstrom. Auch bei diesen Ausschreibungen lag Schleswig-Holstein übrigens schon im letzten Jahr wieder vorn: Die Windparkbetreiber im Land erhielten den Zuschlag für insgesamt 583 Megawatt.

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