Corona-Testpflicht in SH

Kein Unterricht mehr ohne negatives Ergebnis

Kein Unterricht mehr ohne negatives Ergebnis

Kein Unterricht mehr ohne negatives Ergebnis

Raissa Waskow/shz.de
Kiel
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Ohne Covid-19-Schnelltest soll an den Schulen im Norden nach Ostern gar nichts mehr gehen. Foto: Fabian Sommer/dpa

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Bildungsministerin Karin Prien rät auch dringend von Reisen während der Ferien ab.

Die Corona-Testpflicht nach den Osterferien an den Schulen in Schleswig-Holstein ist beschlossene Sache. Bildungsministerin Karin Prien hat am Mittwoch in Kiel erste Eckpunkte zur Teststrategie nach den Feiertagen vorgestellt.

„Wir befinden uns mitten in der dritten Welle. Regelmäßige und verbindliche Antigentests sind ein wichtiger Bestandteil unserer Strategie im Kampf gegen das Virus“, betonte die Ministerin. „Nach den Ferien wird es deshalb faktisch eine Testpflicht an unseren Schulen für alle Personen geben, die in Präsenz vor Ort sind.“

Ohne Testbescheinigung keine Teilnahme am Präsenzunterricht

Man setze damit 1:1 den Beschluss der MPK um, nach dem zweimal wöchentlich Tests für alle Schülerinnen, Schüler und alle an Schule Beschäftigten verbindlich werden, unabhängig von der jeweiligen Inzidenz im Kreis. Wer nicht an einem Selbsttest in der Schule teilnehmen wolle, könne auch eine ärztliche Testbescheinigung, etwa eine Bescheinigung aus dem Bürgertestzentrum oder von einer Apotheke vorlegen, um am Präsenzunterricht teilnehmen zu dürfen. Geplant seien die Tests bis zu den Sommerferien.

An den allgemeinbildenden Schulen im Land seien in der vergangenen Woche rund 150.000 Schüler im Präsenzunterricht, 100.000 im Wechselunterricht gewesen und 15.000 Schüler hätten auf Distanz gelernt, berichtete die Ministerin.

Prien: „Viele haben unser Testangebot genutzt. An unseren Schulen sind 127.362 Tests genutzt worden. In 78 Fällen, also 0,06%, war der Antigentest positiv. Die 78 Fälle sind 78 potenzielle Infektionsquellen, die wir durch die Tests entdeckt haben“, zog Prien eine erste positive Bilanz. „Wie so oft in dieser Pandemie, findet in Schule gerade etwas vollkommen Neues statt." Priens Dank gelte an dieser Stelle den Schulleitungen, den Lehrkräften und den vielen Freiwilligen, die das Land bei diesem Start ins Testen unterstützt haben.

Wir bleiben dabei: Es war wichtig, anzupacken und zu starten! Die Konzepte, wie Schulen die Selbsttests umgesetzt haben, waren dabei ganz unterschiedlich. Das gilt auch regional.

Karin Prien, Bildungsministerin SH

Es zeige sich laut Prien wieder, dass die Schulen am besten vor Ort nach ihren jeweiligen Gegebenheiten solche Aufgaben umsetzen. Die Ministerin wies insbesondere darauf hin, dass die Teststrategie nicht nur einzelne Infektionen an Schulen verhindern solle, sondern auch ein Beitrag zur Bekämpfung des Infektionsgeschehens insgesamt sei.

Voraussetzungen für geöffnete Schulen

Die Abschlussprüfungen in Schleswig-Holstein seien erfolgreich angelaufen. „Unsere Schulen sind mittlerweile Profis, was die Durchführung von Abschlussprüfungen unter Pandemiebedingungen angeht“, so Karin Prien. Sowohl beim ESA und beim MSA seien die Abschlussprüfungen sehr gut verlaufen. Auch die Abiturienten seien zu über 99 Prozent zur Prüfung angetreten und nur sehr vereinzelt habe es Fälle gegeben, dass Prüfungen zum Beispiel wegen einer angeordneten Quarantäne nicht angetreten werden konnten.

Zum Abschluss machte Prien deutlich, dass Corona-Disziplin in den kommenden beiden Wochen auch als Voraussetzung verstanden werden müsse, dass die Schulen nach den Osterferien weiter geöffnet werden können. „Sie alle, die Schülerinnen und Schüler, die Eltern aber auch insbesondere die Lehrkräfte, Schulleitungen und alle an Schule Beschäftigten haben sich nach diesen anstrengenden und fordernden Wochen eine Pause wirklich verdient.“

Prien spricht sich gegen Osterurlaub aus

„Verreisen Sie nicht“, betonte Karin Prien. „Bleiben Sie unter sich und verbringen Sie die Ostertage mit möglichst wenig Kontakten zu Anderen, insbesondere in geschlossenen Räumen. Die Osterferien sind für uns jetzt auch eine Chance, zweieinhalb Wochen das Infektionsgeschehen im Land zu verringern.“

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