STADTBÜCHEREI

Offen, hell und maritim: Neuer Look für Kinderbuchabteilung

Offen, hell und maritim: Neuer Look für Kinderbuchabteilung

Offen, hell und maritim: Neuer Look für Kinderbuchabteilung

Doris Smit/shz.de
Kappeln
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Vincent (5) aus Sterup findet es toll: Der neue Kinder- und Jugendbereich der Stadtbücherei bietet viel Raum zum Stöbern und Spielen. Foto: Doris Smit

Förderung gut eingesetzt: Nach mehr als zwei Wochen zeigt das Interieur der Stadtbücherei ein neues Gesicht.

Mehr als zwei Wochen lang war die Stadtbücherei geschlossen, seit Donnerstag, 6. Mai, nun, ist alles wieder beim Alten. Aber nur fast. Denn eigentlich steht in den Räumen jetzt nichts mehr da, wo es mal war. „Unsere Nutzer können die Bücherei noch einmal ganz neu entdecken“, sagt Leiterin Kerstin Rosinke und lacht.

Vor Ort für alle“ – so heißt das Projekt des Deutschen Bibliotheksverbands, das für die finanzielle Förderung gesorgt hatte.

Die Mittel

Die knapp 20.000 Euro-Förderung kam durch das Projekt “Vor Ort für Alle” des Deutschen Bibliotheksverbands e.V. im Rahmen des Programms “Kultur in ländlichen Räumen” der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. Die Fördermittel stammen aus dem Bundesprogramm „Ländliche Entwicklung“ (BULE) des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft.“


Und nun ist der Kinder- und Jugendbereich umgezogen, raus aus der Ecke, rein in den hellen und großzügigen Bereich vor der Fensterfront, die in den Lesegarten führt. Weiße geschwungene Regale sind dafür angefertigt worden: Sie haben teils transparente Rückwände, die das Licht durchlassen, und sie haben große Rollen und sind damit bei Bedarf einfach zu verschieben.

Helle geschwungene Regale auf großen Rollen stehen nun an der offenen Kinder- und Jugendabteilung. Foto: Doris Smit

Für die Kleineren gibt es eine Sitz-und Leselandschaft aus Segelbooten und Stegen. Dazwischen steht ein runder Tisch mit vier Hockern, auf „Ben“, dem Wal, kann gelümmelt werden. Es gibt viele Sitzwürfel und noch mehr Sitzkissen in Blau- und Grüntönen. Zwei große gemütliche blaue Polstersessel haben ebenfalls das Potenzial zum Lieblingsplatz. „So haben wir viel Raum und Sitzgelegenheiten, wenn zum Beispiel Schulklassen kommen“, erklärt Kerstin Rosinke. Sie weist auf den maritimen Charakter der neuen Möbel hin. „Wir leben hier in Wassernähe, das sollte schon passen“, sagt sie.

Das Team der Stadtbücherei hatte in den vergangenen Wochen alle Hände voll zu tun: Julia Pfefferkorn (v. li.), Ute Gieseke und Kerstin Rosinke. Foto: Doris Smit

Alle Hände voll zu tun hatte das Team, zu dem neben Kerstin Rosinke auch Julia Pfefferkorn und Ute Gieseke gehören. „Selbst ist die Frau“ hatte es vorwiegend geheißen. „Aber einige freiwillige Helfer waren auch dabei“, sagt die Leiterin. Der Aufbau der neuen Teile verlief nicht ganz reibungslos, das hat zur Verzögerung beim geplanten Wiedereröffnungstermin geführt. Aber es war auch einfach viel umzuräumen: „Wir haben jedes Buch, jedes Teil in der Hand gehabt, und nichts ist an seinen Platz zurückgekehrt“, sagt Kerstin Rosinke.

Eigentlich hat sich alles verändert.

Kerstin Rosinke, Leiterin der Stadtbücherei Kappeln

Der Eingangsbereich ist – coronakonform – luftiger geworden, im ehemaligen Kinderbereich finden sich hinter den Neuerscheinungen nun die Sachbücher und die DVDs. Dafür haben die Hörbücher und Zeitschriften einen neuen Platz im Durchgang gefunden. „Eigentlich hat sich alles verändert“, sagt Rosinke. Die langen Gänge sind aufgebrochen, die Regale haben teilweise ein „Upcycling“ erfahren und sind nicht mehr bis obenhin gefüllt. „So wirkt alles etwas leichter“. Ein paar Medien sind rausgeflogen. „Aber das ist ja immer so. Wenn was Neues kommt, muss irgendwann etwas Altes raus. Der Markt verändert sich, einiges ist einfach nicht mehr aktuell“, erklärt die Leiterin.

Raum schaffen, dazu gehört mehr als Wände und ein Dach.

Kerstin Rosinke, Leiterin der Stadtbücherei Kappeln

Die Bücherei hat gewonnen, Pfefferkorn, Gieseke und Rosinke freuen sich darüber. Auch und gerade für Lesungen und andere Veranstaltungen wird durch die beweglichen Regale alles einfacher werden. „Und für die Kinder freuen wir uns einfach“, sagt Rosinke. Sie haben nun viel mehr Raum – zum Lesen, Gucken, Malen, Spielen und Verweilen. „Denn Raum schaffen, dazu gehört mehr als Wände und ein Dach“, sagt sie.

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