SG Flensburg-Handewitt

Nach Niederlage: Keine Zeit für Frust bei der SG

Nach Niederlage: Keine Zeit für Frust bei der SG

Nach Niederlage: Keine Zeit für Frust bei der SG

Jannik Schappert/shz.de
Flensburg
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Das gelang zu selten: Johannes Golla hat Lukas Sandell, der acht Mal für Aalborg traf, „eingefangen“. Foto: Ingrid Andersson-Jensen

Die SG glaubt in der Champions League an ihre Chance. Zunächst geht's in der Bundesliga am Sonntag nach Coburg.

Der Stachel der Niederlage saß tief. „Jedes der fünf Tore tut weh“, sagte Johannes Golla von der SG Flensburg-Handewitt. Das Final Four der Champions League in Köln, das die SG-Handballer zuletzt 2014 erreichten, ist durch das 21:26 in Aalborg in die Ferne gerückt. Im Viertelfinale droht das Aus, zumal ohne Publikum in der Flens-Arena der echte Heimvorteil der „Hölle Nord“ im Rückspiel am Mittwoch (20.45 Uhr) fehlt.

„Wir müssen mit sechs Toren gewinnen – und wir wissen, dass wir das können“, gab sich Göran Sögard kämpferisch. Der Norweger rechnet damit, dass Aalborg mehr als 21 Auswärtstreffer erzielt. Simon Hald hat ebenfalls noch Hoffnung:

Wir haben die erste Halbzeit verloren, aber noch nicht das ganze Spiel.

SG-Kreisläufer Simon Hald

Terminkalender kennt keine Gnade

Nach der ersten Niederlage seit 206 Tagen – am 19. Oktober unterlag die SG 21:29 in Kiel – hätten die Flensburger dringend ein paar Tage Pause nötig, um ihre geschundenen Körper zu pflegen und Energie für die Aufholjagd zu schöpfen.

Aber der Terminkalender kennt keine Gnade. Am Sonntag (18.30 Uhr) muss das Team von Maik Machulla in der Bundesliga zunächst die Pflichtaufgabe bei Schlusslicht HSC Coburg lösen. „Auch da wird es schwer“, meinte Golla, wohlwissend um die sensible personelle Lage des Tabellenzweiten. Ein Ausrutscher im Titelrennen mit dem THW Kiel – verboten.

Bis Ende Juni müssen wir alles gewinnen. So einfach ist das.

SG-Rückraumspieler Göran Sögard

Jedoch drängt sich die Frage auf, wo die Kraft für zwölf weitere Spiele (ohne Final Four) bis zum Saisonfinale am 27. Juni herkommen soll. Sogar dem eigentlich niemals müde wirkenden Kreisläufer Johannes Golla ist der Verschleiß anzumerken. Er formulierte mit Blick auf das Rückspiel treffend: „Wir müssen über uns hinauswachsen.“

Auf dem Zahnfleisch

In Aalborg fiel zu allem Überfluss nach einer Viertelstunde Magnus Röd aus, der nach eigener Aussage aufgrund diverser Blessuren ohnehin nicht bei 100 Prozent ist. Der Norweger überdehnte sich das Innenband im rechten Knie. Den Ersatzmann Alexander Petersson behindert eine gereizte Achillessehne, für ihn ging es in der Halbzeit nicht weiter. Ob die Linkshänder in Coburg dabei sein können, entscheidet sich erst am Sonnabend. Zumindest Röds Mitwirken erscheint aber unwahrscheinlich.

Ohne sie lastete im Rückraum die ganze Verantwortung auf Jim Gottfridsson, Mads Mensah und Sögard. „Fehlende Kraft war am Ende ein Faktor“, sagte der 27-Jährige.

Und doch wäre mehr drin gewesen für die Flensburger, wenn sie ihr Niveau erreicht und sich in der Schlussphase besser angestellt hätten. Beim Stand von 20:19 (51.) verfehlte Sögard das leere Tor, kurz darauf schmiss Golla den gewonnenen Ball weg, beide scheiterten in der heißen Phase mehrfach aus sechs Metern an Mikael Aggefors (16 Paraden). „Wenn wir über die Chancenverwertung reden“, so Golla, „kann ich bei mir anfangen. Manchmal haben wir Aggefors einfach abgeworfen“.

„Von allem ein bisschen mehr“

„Es ist nicht leicht, zur Tagesordnung überzugehen“, gestand Machulla. Verständnis für die erschöpfte Mannschaft auf der einen, Enttäuschung über die unzureichende Leistung auf der anderen Seite – der SG-Coach war hin- und hergerissen.

Was ihm definitiv nicht passen konnte, war die Ausstrahlung der Flensburger in der ersten Halbzeit. „Ich erwarte, dass die Mannschaft in Coburg signalisiert, dass sie anders auftreten will. Herz, Leidenschaft, Präsenz, Ausstrahlung – wir brauchen von allem ein bisschen mehr“, forderte Machulla.

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