Haushaltsdefizit

Husum: Weniger Knöllchen sorgen für 245.000 Euro Loch

Husum: Weniger Knöllchen sorgen für 245.000 Euro Loch

Husum: Weniger Knöllchen sorgen für 245.000 Euro Loch

Jonas Bargmann/shz.de
Husum
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Von Montag bis Freitag ist die Gebühr im Erichsenweg kostenpflichtig. Die Maximalgebühr beträgt 3,60 Euro. Foto: Volkert Bandixen

Durch die zeitweilige Schließung der Geschäfte nahm die Zahl der Falschparker ab – im Husumer Haushalt klafft eine Lücke.

Kostenlose Parkplätze sind in der Husumer Innenstadt eine Rarität. Wer nicht über einen Anlieger-Parkausweis parkt, muss sich, sofern er fündig ist, meist mit einer begrenzten Parkdauer zufrieden geben. Eine Situation, die regelmäßig dem einen oder anderen Husumer ein Knöllchen einbringt – normalerweise.

„Im Vergleich zum Vorjahr belaufen sich die Mindereinnahmen aller kostenpflichtigen Parkplätze auf 155.615 Euro“, erklärt eine Sprecherin der Stadt Husum. Der Grund: Corona-bedingt seien weniger Parkscheine gelöst worden als 2019. Gegenüber dem Vorjahr nahmen die Einnahmen im Durchschnitt um 25 Prozent ab. Die Defizite in innenstadtnahen sowie direkt am Hafen gelegenen Parkplätzen liege bei 12 bzw. 25 Prozent. „Zieht man den Radius größer, sind es beispielsweise an der Asmussenstraße bis zu 36 Prozent.“ Die Einnahmen aus Parkscheingebühren für die kostenpflichtigen Parkplätze werden im Budget des Bauamts verwaltet.

Wenn die Menschen uns mehrere Tage nicht sehen, werden sie nachlässiger und vergessen die Parkscheibe auch gerne mal. Aber klar ist: Die Normalität ist noch nicht zurückgekehrt.

Matthias Matzke, Ordnungsamt der Stadt Husum

Seit mehr als einem Monat sind die Läden in der Innenstadt aber wieder geöffnet. „Wir registrieren, dass die Parkflächen gefüllt sind – das hängt natürlich mit der Öffnung des Einzelhandels zusammen. Dadurch ist die Verkehrsüberwachung wieder vermehrt in den Fokus gerückt“, so Matthias Matzke vom Ordnungsamt der Stadt Husum. „Wenn die Menschen uns mehrere Tage nicht sehen, werden sie nachlässiger und vergessen die Parkscheibe auch gerne mal. Aber klar ist: Die Normalität ist noch nicht zurückgekehrt.“

Anzahl der Verkehrsverstöße nimmt ab

Im vergangenen Jahr gab es insgesamt 18.111 Verkehrsverstöße (2019: 25.759). In diesem Jahr gab es bis Mitte April 2807 Fälle. Die Stadtsprecherin schätzt die Mindereinnahmen der Knöllchen, etwa das Parken im Halteverbot, auf rund 90.000 Euro gegenüber 2019 – mit den Einbußen der kostenpflichtigen Parkplätzen fehlen somit rund 245.000 Euro in der Stadtkasse. Die Einnahmen aus den Verkehrsverstößen sind nicht zweckgebunden und müssen nicht unbedingt für Straßensanierungen genutzt werden. Das Geld wandert in den Husumer Haushalt.

Die positive Nachricht: Einen großen Einfluss auf den Haushalt hat das nicht. „Angesichts eines Budgets von 60 Millionen Euro ist dieser Ausfall kein Problem“, sagt die Stadtsprecherin. „Außerdem werden die Einnahmen aus Buß- und Verwarngeldern generell vorsichtig geplant.“

Angesichts eines Budgets von 60 Millionen Euro ist dieser Ausfall kein Problem. Außerdem werden die Einnahmen aus Buß- und Verwarngeldern generell vorsichtig geplant.

Sprecherin der Stadt Husum

Im Vergleich zwischen den jeweils ersten Quartalen 2020 und 2021 belaufen sich die Einbußen auf rund 50.000 Euro. „Seitens des Ordnungsamts haben wir natürlich festgestellt, dass in der City weniger los war“, berichtet Matzke. Das hatte Konsequenzen: Die vier Wachen, die sonst die Einhaltung der Verkehrsregeln kontrollieren, wurden vermehrt anderweitig eingesetzt. Sie sollten nunmehr die Einhaltung der Maskenpflicht und der Abstandsregeln auf öffentlichen Plätzen überprüfen. „Wenn aber Autofahrer vor einer Feuerwehrzufahrt parken, wurde natürlich gehandelt.“

Ob es 2021 mehr Verstöße geben wird als 2019 oder 2020, kann Matzke nicht prognostizieren. „Das ist ein Blick in die Glaskugel. Aber vermutlich wird die Anzahl steigen, wenn das allgemeine Leben wieder losgeht. Und dann werden sich die Zahlen der Verkehrsverstöße wieder einpendeln.“

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