HUSUM-EIDERSTEDT-SÜDTONDERN

Insektenschutzgesetz steht bei Bauern in massiver Kritik

Insektenschutzgesetz steht bei Bauern in massiver Kritik

Insektenschutzgesetz steht bei Bauern in massiver Kritik

Sabine Voiges/shz.de
Nordfriesland
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Ortstermin in Langenhorn
Bei einem Ortstermin mit Bundes- und Landtagsabgeordneten in Langenhorn machten Landwirte und Vertreter der regionalen Kreisbauernverbände einmal mehr ihre Vorbehalte zum geplanten Insektenschutzgesetz deutlich. Foto: Sabine Voiges

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Der Kreisbauernverband Südtondern sowie der Bauernverband Husum-Eiderstedt wehren sich gegen das geplante Insektenschutzgesetz.

Der Bundesrat berät am 26. März über den Entwurf des Insektenschutzgesetzes mit dem die Bundesregierung dem Rückgang der Artenvielfalt entgegenwirken will. Doch die vorgelegten Maßnahmen, zu denen zum Beispiel bis zu zehn Meter breite Schutzstreifen an den Ackerrändern zählen, stoßen bei den Bauernverbänden und Landwirten auf massive Kritik. Befürchtet werden unter anderem gravierende Eingriffe in die Bewirtschaftung und das Eigentumsrecht auf den Betrieben.

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Vertreter von Bund und Land kamen zum Termin

Vor diesem Hintergrund hatten am Freitag der Bauernverband Husum-Eiderstedt sowie der Kreisbauernverband Südtondern Landtags- und Bundesabgeordnete auf den Hof des Kreisbauernvorsitzenden Husum-Eiderstedt Melf Melfsen in Langenhorn geladen. Gekommen waren der CDU-Landtagsabgeordnete Klaus Jensen, die CDU-Bundestagsabgeordnete Astrid Damerow, der FDP-Landtagsabgeordnete Oliver Kumbartzky sowie Thomas Hölck aus der Landtagsfraktion der SPD.

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Acker- und Grünland geht verloren

Nach Rechnung des Deutschen Bauernverbandes gehen nach dem Gesetzwurf den Schleswig-Holsteinischen Landwirten 63.197 Hektar Acker- und Grünland verloren. „Das sind Verluste für die es keinen angemessenen Ausgleich gibt. Das Geld, das wir in die Modernisierung der Betriebe investieren, müssen wir auch erwirtschaften können. Doch mit den Schutzstreifen geht zum Beispiel auch eine Minderung in der Wertermittlung durch die Banken einher“, erläuterten die Landwirte den politischen Vertretern.

Schäden durch Nonnengänse

Ebenfalls als existentielle Bedrohung für die Betriebe wird die rapide Zunahme der Nonnengänse, die nicht vergrellt werden dürfen, gesehen. „Die Äcker sind kahl gefressen und schwarz mit Kot überzogen. Für die Betriebe auf den Inseln heißt das in der Konsequenz, dass sie teures Futter vom Festland zukaufen müssen“, erklärte die Runde.

Politik will Argumente der Landwirte vertreten

Letztlich ernteten die Landwirte Verständnis für ihre Sorgen und Kritikpunkte. Deutlich wurde jedoch ebenso, dass die Debatte zum Insektenschutzgesetz sowohl auf Landes- als auch auf Bundesebene weiterhin kontrovers geführt wird. Doch auf dem Acker von Melf Melfsen ließ die politische Riege schließlich einhellig verlauten: Man werde die Argumente in die zuständigen Gremien mitnehmen und diese dort auch mit Nachdruck weiter vertreten.

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