Kino

Angelika Eck: „Natürlich vermissen wir das Publikum“

Angelika Eck: „Natürlich vermissen wir das Publikum“

Angelika Eck: „Natürlich vermissen wir das Publikum“

Arndt Prenzel/shz.de
Niebüll
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Angelika Eck und ihre Familie wollen trotz Lockdown durchhalten. Aber irgendwann könnte auch den Niebüller Kino-Betreibern die Puste ausgehen. Foto: Arndt Prenzel

Trotz aller Hygienekonzepte ist die Branche zur Zwangspause verdonnert. Der Stillstand hat irreparable Folgen.

Eck's Kino in Niebüll ist eine echte Rarität: Der zentrale Bau aus den 1950er Jahren ist ein klassisches „Verzehrkino“ im Stil der 70er Jahre. Die Pandemie hat die kulturelle Instanz in Südtondern schwer getroffen.

Wie bei anderen Lichtspielhäusern auch, war an eine dauerhafte Öffnung nicht zu denken, trotz aller mühselig ausgetüftelten Hygienekonzepte. Doch das Ehepaar Angelika und Wilfried Eck sowie Tochter Sarah haben sich nicht entmutigen lassen. Der Blick geht nach vorn. Und auf die Baustelle im Foyer.

Das sieht nach Veränderung aus. Was ist hier los?

Angelika Eck: Keine Sorge, wir bleiben uns treu. Wir haben aus praktischen Erwägungen die Kasse nach links vorn verlegt. Das macht alles einfacher. Wir werden grundsätzlich nicht viel verändern. Der besondere Charme muss erhalten bleiben.

Was tut sich in der Technik?

Zuletzt hatten wir unseren letzten Saal mit dem neusten 7.1-Surround-Soundsystem ausgestattet. So verfügt nun jeder Saal über die beste Tonqualität. Wir sind gerade jetzt bemüht, mit Investitionen unser Kino auf dem neuesten Stand zu halten.

Das war aber noch nicht alles an Neuerungen, oder?

Nein. Unser Stolz ist der neue Projektor. Ein Laser-Projektor, um die Kinomagie zum Leben zu erwecken. Dafür gibt es auch eine neue Silberleinwand. Wir haben uns für diese Technik entschieden, um mehr Helligkeit auf die Leinwand in Kino 1 zu bringen. Das war bisher ein Problem, da die älteren Projektoren die Weite und Größe der Leinwand nicht genug ausleuchten konnten. Leider wäre noch zu berichten, dass durch den langen Stillstand - obwohl die Maschinen regelmäßig unter Strom gestellt werden - ein Projektor wahrscheinlich Totalschaden erlitten hat. Sonst laufen die Maschinen mindestens acht Stunden am Tag. Nun stehen sie ja schon monatelang still, alleine im Vorjahr achteinhalb Monate.

Gab es staatliche Unterstützung?

Ja, das Corona-Hilfspaket für die Filmbranche als auch das Land haben vor allem bei der Anschaffung des neuen Projektors geholfen. Wir wollen nach vorne schauen, gucken, was in diesem Jahr noch geht. Es ist nur so, dass auch uns wahrscheinlich irgendwann die Puste ausgeht.

Wie ist sonst die Stimmung?

Na ja, wir lassen uns nicht unterkriegen. Natürlich vermissen wir das Publikum. Und die Leute uns auch, wie wir immer wieder hören. Wir können es ja kaum erwarten, bald wieder Gelächter, Erschrecken, Erstaunen im Haus zu erleben und endlich diese Zeit hinter uns zu lassen. Wir freuen uns auf unsere Gäste, die kleinen und die großen. Wenn wir wieder Filme zeigen dürfen, werden wir unser Augenmerk noch mehr auf Qualität als auf Quantität legen. Wir haben ja auch schon vorher mehr kleine, besondere Filme gezeigt. Das Nischenkino kommt immer besser an.

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