Kritischer Besuch

Politiker aus Berlin verärgert über dänischen Imambesuch

jt/ritzau
Berlin
Zuletzt aktualisiert um:
Der Eingang zur Fussilet-Moschee in Berlin Foto: dpa

Ein offizieller Besuch des dänischen Imams Abu Bilal in Berlin hat für Verärgerung bei den Lokalpolitikern gesorgt. Wer ihm einen Ort zum Sprechen biete, erkläre der demokratischen Gesellschaft den Krieg, meint der stellvertretende Bezirksbürgermeister Falko Liecke (CDU). Bilal hatte 2014 zum Mord von zionistischen Juden aufgerufen.

Der dänische Imam Abu Bilal, der in Dänemark mit vielen kontroversen Aussagen für Aufregung sorgte, hat am vergangenen Freitag eine Moschee im Berliner Stadtteil Neukölln besucht. Ein Besuch, der bei den örtlichen Politiker nicht für Begeisterung sorgte.

„Jeder, der einer solchen Person Redezeit gibt, erklärt unserer demokratische Gesellschaft den Krieg“, sagt der stellvertretende Bezirksbürgermeister des Bezirks Neukölln, Falko Liecke CDU zur Berliner Zeitung.

Eigentlich hätte der dänische Imam eine Predigt vor rund 100 Zuhörern in Neukölln halten sollen. Doch das wurde kurzfristig abgesagt.

Auch der Berliner Stadtratsabgeordneter Marcul Luthe FDP meint, dass der Stadtrat in Berlin von früheren Besuchen extremistischer Prädikanten nichts gelernt hat. Ihm zufolge hat beispielsweise der Tunesische Anis Amri, der im Dezember einen LKW in eine Menschenmenge fuhr, die Fussilet-Moschee besucht. „Der Stadtrat stellt sich nicht ernsthaft den Herausforderungen des Terrorismusses, der im Schatten der Religion existiert“, so Luthe.

Abu Bilal hatte 2014 in Dänemark für Aufregung gesorgt, als dieser im Freitagsgebet zum Morden von zionistischen Juden aufforderte.

Mehr lesen