Mundhygiene

Neue Studie: Parodontose kann schweren Corona-Verlauf begünstigen

Neue Studie: Parodontose kann schweren Corona-Verlauf begünstigen

Studie: Parodontose kann schweren Corona-Verlauf begünstigen

Yannik Koltzenburg/shz.de
Hamburg
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Wissenschaftler aus Katar bestätigten, wie wichtig Mundhygiene vor allem in der Corona-Pandemie ist. Foto: dpa/Benjamin Nolte

Parodontose Patienten sterben offenbar fast neunmal häufiger an Corona. Welche Erklärung haben Wissenschaftler dafür?

Eine neue Studie zeigt offenbar einen Zusammenhang zwischen Parodontose und einem schweren Covid-19 Verlauf. Wissenschaftler aus Katar stellten fest, dass Patienten mit einer Entzündung des Zahnbettes häufiger auf der Intensivstation landen, beatmet werden müssen oder sterben. Offenbar spielt die parodontale Gesundheit in der Covid-19 Prävention eine wichtige Rolle.

Parodontose Patienten sterben fast neunmal häufiger

Auch wenn noch immer rund 80 Prozent der Covid-19 Fälle einen milden Verlauf haben, ist es wichtig, das Risiko für einen schweren Verlauf zu minimieren. Bei der Studie in Katar wurden zwischen Februar und Juli 2020 568 Covid-19 Patienten beobachtet, die in ihrer elektronischen Krankenakte medizinische Daten zu einer Parodontose hatten. Bei 40 Personen kam es während der Infektion zu Komplikationen (Tod, Aufnahme auf der Intensivstation, unterstützte Beatmung).

Trotz Berücksichtigung von Alter, Geschlecht, Nikotinkonsum und Body-Mass-Index ergab die Studie, dass Parodontose Patienten 3,5-mal öfter auf der Intensivstation landen, 4,5-mal häufiger an ein Beatmungsgerät geschlossen werden müssen und fast neunmal so oft sterben, wie Patienten ohne eine Zahnfleischerkrankung.

Woher dieses stark erhöhte Risiko kommt, können die Wissenschaftler noch nicht sagen. Das Wahrscheinlichste ist, dass die bei der Zahnfleischentzündung freigesetzten Botenstoffe eine Überreaktion des Immunsystems begünstigen. Die Parodontitis-Bakterien könnten allerdings auch die Rezeptoren beeinflussen, die für die Aufnahme des Coronavirus verantwortlich sind.

Mundhygiene während der Pandemie besonders wichtig

Um das Risiko von parodontose Patienten zu verringern schlägt die Deutsche Gesellschaft für Parodontologie vor, Covid-19 Patienten mit einer Parodontose zu identifizieren und mit oralen Antiseptika zu behandeln. Außerdem wird auf die Wichtigkeit von Mundhygiene vor allem während der Pandemie hingewiesen. Auch jetzt sind regelmäßige Kontrollen beim Zahnarzt sehr wichtig und sollten trotz der aktuellen Corona-Maßnahmen in Anspruch genommen werden.

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