Studie

Hochschulen fehlt es in den Führungspositionen an Vielfalt

Hochschulen fehlt es in den Führungspositionen an Vielfalt

Hochschulen fehlt es in den Führungspositionen an Vielfalt

Paula Bäurich/shz.de
Gütersloh
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Anders als die Studenten: Die Führungsriege der deutschen Hochschulen ist eine recht homogene Gruppe. Foto: Bernd Wüstneck/dpa

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Die Diversität ist bei den Studenten an Hochschulen groß – für deren Leitungen gilt das nicht.

Nur knapp jede vierte deutsche Hochschule wird aktuell von einer Frau geleitet. Das ergab einer Analyse des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE). Demnach ist die typische Leitung einer Hochschule männlich, knapp 58 Jahre alt und stammt aus Westdeutschland. Ausgewertet wurden hierfür Lebensläufe von rund 300 amtierenden Präsidenten und Präsidentinnen beziehungsweise Rektoren und Rektorinnen.

Die Frauenquote bei Hochschulleitungen lag demnach im September 2020 bei 22,9 Prozent. Bei privaten Hochschulen war sie mit knapp 21 Prozent etwas geringer. Zudem wurde der Großteil der Hochschulleiter in Deutschland geboren – genauer in einem westdeutschen Bundesland. Nur zehn Hochschulen werden in Deutschland von Personen aus ostdeutschen Bundesländern geleitet. Im Durchschnitt sind Hochschulleiter 57,5 Jahre alt.

"Weiterhin eine ziemlich homogene Gruppe"

"Deutsche Hochschulleitungen sind – anders als ihre Studierenden – weiterhin eine ziemlich homogene Gruppe", bilanziert Ulrich Müller. Der Leiter für politische Analysen beim CHE wünscht sich auch im Hinblick auf den Nachwuchs im Wissenschaftsmanagement mehr Diversität auf den Chefsesseln der Hochschulen. "Die Führungskräfte von morgen brauchen schon jetzt Vorbilder, die ihnen signalisieren, dass sie auch mit nicht-klassischen Biografien im Wissenschaftssystem Karriere machen können", so Müller.

Auffällig ist auch, dass zehn von 15 Präsidenten, die eine Hochschule leiten und nicht in Deutschland geboren wurden, an privaten Einrichtungen beschäftigt sind. Dort ist ist die Diversität in der Leitposition insgesamt etwas höher. Auch für die Erwerbsbiografie gilt dies: Unter den Leitern privater Hochschulen sind immerhin zwölf mit einer beruflichen Ausbildung.

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