Bundesweiter Aktionstag

Handewitt hisst Tibet-Flagge als Signal für Menschenrechte

Handewitt hisst Tibet-Flagge als Signal für Menschenrechte

Handewitt hisst Tibet-Flagge als Signal für Menschenrechte

Jan Kirschner/shz.de
Handewitt
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IN diesem Jahr fiel die Flaggen-Aktion etwas kleiner aus als die beiden Male zuvor - ein Zeichen für Menschenrechte in Tibet setzten die Handewitter trotzdem. Foto: Jan Kirschner

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Zum dritten Mal beteiligte sich die Gemeinde Handewitt an der bundesweiten Aktion „Flagge zeigen für Tibet“.

Als der kommunale Bauhof die Flagge Tibets an der Handewitter Gemeindeverwaltung hochzog, saßen einige Drittklässler in der Siegfried-Lenz-Schule und hatten Karten auf dem Tisch. Die hatte Axel Mademann von der hiesigen Regionalgruppe der „Tibet-Initiative“ verteilt. Sie beschäftigten sich mit der von China besetzten Region am Himalaya, mit den Farben auf der Flagge. Dann schritten die „Eisbären“, „Raben“ und „Schafe“, die derzeit die Notgruppe der Drittklässler bilden, zum offiziellen Treffen an der Handewitter Hauptstraße.

Was die Chinesen in Tibet machen, ist verkehrt.

Wolfgang Hennig, Bürgervorsteher in Handewitt

An diesem Mittwoch beteiligten sich über 400 Gemeinden und Städte aus dem gesamten Bundesgebiet an der Aktion „Flagge zeigen für Tibet“. Handewitt nahm zum dritten Mal teil und bekannte sich so zugleich zu den Menschenrechten. „Was die Chinesen in Tibet machen, ist verkehrt“, sagte Bürgervorsteher Wolfgang Hennig „Wenn wir jetzt in Berlin wären, würden wir um 12 Uhr zur chinesischen Botschaft gehen.“

Die Handewitter Drittklässler Adriano, Devin, Tore, Lara, Melanie, Zakea (von links) aus der Notbetreuung beteiligten sich ebenfalls am Aktionstag für Tibet. Foto: Jan Kirschner

Holger Herrmann von der „Tibet-Initiative“ ging auf die aktuelle Lage in Tibet ein, die „immer schlimmer wird“. Er erwähnte einen Beschluss der Kommunistischen Partei, Sprachen der Minderheiten als verfassungswidrig einzustufen und zu verbieten. „Wer kein Chinesisch spricht, muss in ein Umerziehungslager, um es dort in Gemeinschaft zu lernen.“

China unterdrückte 1959 in der Region Zentralasien einen Volksaufstand und tritt seither als Besatzungsmacht auf.

Tibet-Aktion 2020 in Handewitt am Vorabend des Lockdowns

In Handewitt fiel diesmal die Flaggen-Aktion wesentlich kleiner aus. Wegen der Corona-Pandemie trugen die wenigen Teilnehmer allesamt Mundschutz. Vor einem Jahr, am 10. März, war die Siegfried-Lenz-Schule noch mit einer großen Delegation vertreten gewesen. Es war der letzte normale Schultag für lange Zeit. Tags darauf gab es die ersten Corona-Fälle in Handewitt, die Bildungsstätten wurden geschlossen, und der Lockdown begann.

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