Erkältungsviren

Durch Corona-Maßnahmen: Schwächelt unser Immunsystem?

Durch Corona-Maßnahmen: Schwächelt unser Immunsystem?

Durch Corona-Maßnahmen: Schwächelt unser Immunsystem?

Katharina Preuth/shz.de
Berlin
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Bekommen wir jetzt schneller eine Erkältung? Foto: dpa/Maurizio Gambarini

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Forscher befürchten, dass unser Immunsystem geschwächt aus der Corona-Zeit hervorgeht. Was ist dran an der Studie?

Durch das Tragen von Schutzmasken, den verstärkten Gebrauch von Desinfektionsmittel und den Abstand zu anderen Menschen, sind wir zwar besser vor dem Corona-Virus geschützt, unser Immunsystem hat dadurch allerdings auch weniger zu tun – zu wenig befürchten Forscher jetzt.

Ausbruch von Rhinoviren an Schule in Hongkong

Wie der "Stern" berichtet, ist es an einer Schule in Hongkong zu einer hohen Anzahl an Infektionskrankheiten gekommen, nachdem dort wieder regelmäßiger Präsenzunterricht stattgefunden hat – obwohl sich Lehrer und Schüler weiter an die Corona-Schutzmaßnahmen gehalten haben. Darüber berichteten Forscher in einer Bericht, der in der Fachzeitschrift "Emerging Infectious Diseases" veröffentlicht wurde.

Demnach kam es in Hongkong bis Ende November 2020 zu 482 Infektionsausbrüchen, dabei handelte es sich um Infektionen der oberen Atemwege. Am häufigsten betroffen waren dabei Grundschulen (308), 149 Ausbrüche wurden in Kindergärten, Kindertagesstätten und Vorschulen gezählt, der Rest an weiterführenden Schulen. Ende November mussten die Schulen aufgrund der Ausbrüche landesweit wieder schließen.

Doch waren es nicht etwa Coronviren, mit denen sich Schüler und Lehrer ansteckten. Bei ihnen wurden Hinweise auf Rhino- und Enteroviren gefunden. Diese sind eigentlich als eher harmlos einzustufen und verantwortlich für Erkältungen und milde Infektionskrankheiten.

Weniger widerstandsfähig dank Social Distancing

Die Hypothese der Forscher lautet: Die Corona-Maßnahmen, und hier vor allem das Social Distancing, haben dazu geführt, dass die Kinder weniger widerstandsfähig waren.

Zwar haben in Hongkong während strikter Eindämmungsmaßnahmen die Erkältungsfälle und grippeähnliche Erkrankungen abgenommen. Das könne aber dazu geführt haben, dass die Menschen anfälliger für Rhinoviren und andere Atemwegsviren wurden.

Als Fazit nennen die Forscher, dass an Orten, in denen die Schule über einen längeren Zeitraum geschlossen war, es ein erhöhtes Risiko für die Verbreitung von Erkältungsviren vorliege.

Warum aber helfen die Corona-Maßnahmen zwar gegen Sars-CoV-2 und Influenzaviren, nicht aber gegen Erkältungsviren? Die Übertragungswege der verschiedenen Viren sind die gleichen. Doch Rhinoviren sind hartnäckiger. Sie lassen sich laut Forschern von einem Mund-Nasen-Schutz nicht abwehren, zudem seien sie robuster und könnten auch Desinfektionsmitteln besser standhalten.

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