Neue Corona-Studie

An diesen Orten ist das Infektionsrisiko am niedrigsten

An diesen Orten ist das Infektionsrisiko am niedrigsten

An diesen Orten ist das Infektionsrisiko am niedrigsten

Marie Busse/shz.de
Berlin
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Wie hoch ist die Ansteckungsgefahr im Klassenzimmer? Foto: imago images/Michael Weber

Eine Studie hat untersucht, welchen Einfluss Räumlichkeiten auf das Infektionsrisiko haben. Das sind die Ergebnisse.

Schon länger ist bekannt, dass das Risiko, sich mit dem Coronavirus anzustecken, in geschlossenen Räumen erhöht ist. Forscher des Max-Plack-Instituts für Chemie in Mainz sprechen von "besonders gefährlich". Schuld sind die Aerosole. Bekannt ist, dass die winzigen Schwebeteilchen bei der Übertragung von Sars-CoV-2-Viren eine entscheidende Rolle spielen. Aerosole entstehen beim Atmen, Husten oder Niesen, aber auch beim Reden und Singen. Anders als Tröpfchen fallen sie nicht schnell zu Boden, sondern können längere Zeit in der Luft bleiben und sich im ganzen Raum verteilen. Nun haben Wissenschaftler der TU Berlin untersucht, wie die Art der Räumlichkeit die Ansteckungsgefahr beeinflusst. Die Ergebnisse wurden in einer Preprint-Studie veröffentlicht, sie wurden also noch nicht von Fachkollegen geprüft.

Masken und Abstand extrem wichtig

Grundlage für die Studie sind unterschiedliche Corona-Ausbrüche, die die Forscher verglichen haben. Auf dieser Basis leiteten sie ab, wie viel Luft eine Person pro Stunde Aufenthalt benötigt. Für die Berechnung des Infektionsrisikos wurde davon ausgegangen, dass sich jeweils eine Corona-infizierte Person im Raum befindet und alle Anwesenden eine Maske tragen und die AHA-Regeln einhalten. Daraus wurde ein sogenannter situationsbedingter R-Wert (Rs) berechnet. Ist R kleiner oder gleich 1, dann geht die Anzahl der Neuinfektionen zurück.

Die Berechnungen zeigen, wie wichtig Masken und Abstand halten sind. In einer Oberschule mit voller Belegung ohne Masken ist das Risiko, sich mit dem Corona-Virus anzustecken 23-mal so hoch wie in einem Theater, das zu 30 Prozent belegt ist und in dem die Zuschauer Masken tragen. Sitzt nur die Hälfte der Schüler mit Maske im Klassenzimmer, sinkt das Risiko von einem 11,5-fachen Ansteckungsrisiko auf das 2,9-fache Risiko.

Mutationen nicht berücksichtigt

In einem Mehrpersonenbüro ist das Risiko, sich bei einer halben Belegung ohne Maske zu infiziere, acht mal so hoch, bei 8,0.

Friseursalons sollen Anfang März wieder öffnen, was in den vergangenen Tagen immer wieder diskutiert wurde. Auch dafür wurde beispielhaft das Infektionsrisiko ermittelt. Mit 0.6 ist es vergleichsweise niedrig. In einem Restaurant mit einer Belegung von 50 Prozent könnte eine infizierte Person 23 weitere anstecken.

In der Studie wurden die neue Mutationen und eine mögliche höhere Ansteckungsgefahr nicht miteinbezogen.

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